Kranke Zähne, krankes Herz?

Es stimmt: Karies und Parodontitis können nicht nur die Zähne, sondern auch das Herz schädigen. Herzspezialist Professor Helmut Gohlke erklärt die Ursachen – und was Sie tun können
von Barbara Erbe, aktualisiert am 15.09.2015

Ordentlich Zähne putzen: Ein Schutzfaktor fürs Herz

Thinkstock/Pixland

"Was sollen denn die Zähne mit dem Herzen zu tun haben?", wird sich so mancher fragen. Das ist ja wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Aber weit gefehlt:

Tatsächlich besteht ein Zusammenhang zwischen "schlechten Zähnen" – das heißt  Zahnfleischentzündungen oder Kariesbefall – und koronaren Herzkrankheiten, erläutert Professor Helmut Gohlke, Kardiologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. "Etliche Studien zeigen, dass Menschen mit Parodontitis deutlich häufiger an Herzerkrankungen leiden als solche ohne Zahnprobleme."


Professor Helmut Gohlke ist Kardiologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung

W&B/Privat

Bakterien dringen in die Blutbahn

Der Grund: Aus den entzündeten Zahnfleischtaschen dringen nicht nur Bakterien, sondern auch entzündungsfördernde Botenstoffe in die Blutbahn. "Das schadet den Gefäßen, sie werden weniger elastisch und können sich nicht mehr so gut erweitern.  Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt", betont Kardiologe Gohlke.

Bessere Zähne, gesündere Gefäße

Die gute Nachricht aber ist: "Wird die Parodontitis behandelt und verbessert sich die Mundhygiene, bessert sich innerhalb von sechs Monaten auch wieder der Zustand der Gefäße. Auch das belegen verschiedene Studien."

So gesehen sei eine professionelle Zahnreinigung und bei Bedarf die Behandlung einer Parodontitis durchaus ein Baustein zur Prävention von Herzerkrankungen, erklärt Professor Gohlke. "Aber noch wichtiger ist es, nicht zu rauchen, sich mehrmals pro Woche mindestens eine halbe Stunde zu bewegen, die Ernährung an der mediterranen Kost auszurichten und den Blutdruck unter Kontrolle zu halten."



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