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Herzbeutelentzündung (Perikarditis):
Therapie

Gegen die starken Schmerzen in der Brust helfen schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente


Schmerzhemmende Medikamente lindern die Beschwerden, die bei einer Herzbeutelentzündung auftreten

Vor Beginn einer Therapie sollte bekannt sein, ob es sich um eine akute Herzbeutelentzündung unbekannter Ursache handelt oder ob eine andere Krankheit (siehe Kapitel Ursachen) als Auslöser infrage kommt.

Sollte dies der Fall sein, muss der behandelnde Arzt mit einer spezifischen, also gegen die vermutete Erkrankung gerichteten, Therapie beginnen. Führen Bakterien zu einer Perikarditis, lässt sich dies beispielsweise mit Antibiotika behandeln.


Liegt eine akute idiopathische Perikarditis vor, werden in erster Linie die Schmerzen behandelt. Dazu verschreibt der Arzt vorzugsweise entzündungshemmende, nichtsteroidale Medikamente (NSAID) wie zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac. Die Therapie dauert meist etwa zwei Wochen. In dieser Zeit heilt die akute Herzbeutelentzündung bei 70 bis 90 Prozent der Patienten von selbst aus, ohne dass Komplikationen auftreten oder es zu einem Rückfall kommt.

Patienten, die auf diese Therapie nicht ansprechen, die einen größeren Herzbeutelerguss haben oder bei denen vielleicht doch eine andere Krankheitsursache vorliegt, sollten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Reichen die NSAID nicht aus, setzen Mediziner heute bevorzugt die Medikamente Colchicin (ein Inhaltsstoff der Herbstzeitlose) oder Kortison ein.
 
Bei etwa fünf Prozent der Personen, die eine akute idiopathische Perikarditis haben,  entwickelt sich ein größerer Erguss im Herzbeutel. Nimmt die Flüssigkeitsmenge im Herzbeutel dabei schnell zu, besteht die Gefahr einer Herzbeuteltamponade. In diesem Fall drückt die Gewebsflüssigkeit, die sich im Herzbeutel gesammelt hat, derart von außen auf die Herzkammern, dass sie sich verengen. Eine sofortige Entlastungspunktion kann dann lebensrettend sein. Hierbei saugt der Arzt, als Notfallmaßnahme unter echokardiographischer Kontrolle, mit einer langen Nadel die Flüssigkeit im Herzbeutel ab.
 
Selten vernarbt oder verkalkt sogar der Herzbeutel als Folge einer Perikarditis. Das begrenzt die Füllung der Herzkammern, das Blut staut zurück in Lunge, Leber und andere Organe. Ist die Herzfunktion so schwer beeinträchtigt, bleibt meist nur noch eine Option: Ein Herzchirurg versucht, wenigstens einen Teil des Narben- oder Kalkpanzers, der das Herz umgibt, zu beseitigen.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 02.09.2010
Bildnachweis: Stockbyte/RYF

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