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Endokarditis
Vorbeugung

Ärzte raten bestimmten Risikogruppen zu einer Endokarditis-Prophylaxe mit Antibiotika

Frau nimmt Tablette

Einer Endokarditis lässt sich mit Antibiotika vorbeugen. Diese Maßnahme empfiehlt sich für bestimmte Patienten und Situationen

Die bakterielle (infektiöse) Endokarditis ist auch heute noch trotz aller diagnostischer und therapeutischer Fortschritte eine schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankung. Prinzipiell kann sie jeden Menschen treffen.

Es ist möglich, das Risiko für eine bakterielle Endokarditis zu senken, indem man vor bestimmten zahnärztlichen oder chirurgischen Eingriffen ein Antibiotikum einnimmt.


Zum Glück ist die Endokarditis eine seltene Erkrankung. Die kardiologischen Fachgesellschaften empfehlen eine solche vorbeugende Maßnahme (genannt: Endokarditis-Prophylaxe) deshalb nicht jedermann, sondern nur einer ganz bestimmten Risikogruppe. Das sind Patienten, bei denen eine Endokarditis mit hoher Wahrscheinlichkeit einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf nehmen könnte.

Empfohlen wird von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung und der Deutschen Herzstiftung eine Endokarditis-Prohylaxe mit Penicillin oder Clindamycin (bei Penicillinallergie) allen Patienten mit

  • Herzklappenprothesen (mechanisch, biologisch, Homografts)
  • rekonstruierten Herzklappen unter Verwendung von Fremdmaterial für die Dauer von sechs Monaten nach der Operation.
  • früherer Endokarditis
  • angeborenen Herzfehlern
  • Herztransplantation mit einer Herzklappenerkrankung


Patienten sollten sich am besten bei ihrem behandelnden Arzt informieren, ob sie zur Risikogruppe gehören, ob also bei bestimmten Eingriffen eine Endokarditis-Prophylaxe angebracht ist.

Wann ist eine Endokarditis-Prophylaxe notwendig?

Bei Eingriffen, bei denen Bakterien ins Blut eingeschwemmt werden. Das sind:

a) im Mund und Rachen: zahnärztliche Eingriffe, bei denen das Zahnfleisch, die Mundschleimhaut oder der Kieferknochen verletzt werden, zum Beispiel Zahnsteinentfernung, Zahnextraktion und Zahnimplantation;

b) Operationen an den oberen Luftwegen, bei denen die Schleimhaut verletzt wird, zum Beispiel Mandelentfernung, Polypentfernungen und Lungenspiegelungen mit Entnahme von Gewebeproben.

Wann ist keine Endokarditis-Prophylaxe erforderlich?

Bei Eingriffen im Magen-Darm-Trakt, in den Harnwegen oder Haut ist üblicherweise keine Prophylaxe erforderlich, wenn keine Infektion vorliegt.



www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 14.04.2010
Image Source/RYF

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