Die bakterielle Endokarditis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Selbst bei einer konsequenten antibiotischen Therapie ist der Behandlungserfolg nicht sicher. Er ist unter anderem abhängig vom Zeitpunkt der Diagnosestellung, von der Art des Krankheitserregers und dessen Empfindlichkeit für bestimmte Antibiotika, und nicht zuletzt von der erkrankten Herzstruktur (natürliche Klappe, Klappenprothese, Herzsonde).
Der Patient muss üblicherweise sofort ins Krankenhaus eingewiesen werden. Dort erhält er Antibiotika in hoher Dosis als Infusion über die Vene (intravenös). Antibiotika töten Krankheitserreger ab oder bremsen ihre Vermehrung.
Immer sollte vor Beginn einer antibiotischen Therapie Blut abgenommen und eine Blutkultur angelegt werden (siehe Kapitel Diagnose), um den auslösenden Krankheitserreger bestimmen zu können. Befindet sich der Patient in einem lebendbedrohlichen Zustand, wird der Arzt das Testergebnis aber nicht abwarten, sondern sofort mit der Antibitotikatherapie beginnen. Er wählt das Mittel aus, das gegen den wahrscheinlichsten Erreger wirkt. Aus Erfahrung ist bekannt, dass das Erregerspektrum und die Antibiotikaempfindlichkeit bei einer Endokarditis an natürlichen Herzklappen gewöhnlich anders ist als das bei künstlichen Herzklappen. Auch die Endokarditis bei Drogenabhängigen zeigt meist ein bestimmtes Erregerspektrum. Sobald das Testergebnis der Blutkultur vorliegt, setzen die Ärzte dann gezielt das Antibiotikum ein, das am besten gegen den Krankheitserreger wirkt.
Die intravenöse antibiotische Therapie wird in der Regel für vier bis sechs Wochen fortgesetzt. Ziel ist es, den zerstörerischen Prozess an der Herzklappe oder dem angrenzenden Herzgewebe in den Griff zu bekommen. Doch das gelingt nicht in jedem Fall.
Stellen die Ärzte fest, dass trotz adäquater antibiotischer Therapie das Fieber nicht abfällt, im Blut weiterhin Bakterien nachweisbar sind, dass die Infektion an der Klappe sich ausbreitet und womöglich Abszesse und Fisteln entstehen, so ist ein herzchirurgischer Eingriff erforderlich. In vielen Fällen ist dann ein Klappenersatz notwendig.
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13.09.2005, aktualisiert am 28.10.2011
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