Breites Therapiespektrum: Je nach Ursache kommen bei Leberentzündungen verschiedene Maßnahmen in Betracht
Die Therapie ist abhängig von der Ursache der Leberentzündung und kann hier daher nicht im Einzelnen beschrieben werden. Näheres lesen Sie bei den jeweiligen Krankheitsbildern. Zusammenfassend sei zu einigen wichtigen Ursachen der Hepatitis folgendes gesagt:
Akute Virushepatitiden heilen oft von selbst aus. Während die akute Hepatitis A und die akute Hepatitis E nie chronisch verlaufen, kommt es bei etwa fünf Prozent der erwachsenen Patienten mit einer akuten Hepatitis B und bei 50 bis 80 Prozent der Patienten mit akuter Hepatitis C zur chronischen Infektion. Daher sollte insbesondere bei akuter Hepatitis C bereits sehr früh eine Behandlung diskutiert werden. Bei einer chronischen Hepatitis B oder C ist eine Therapie mit Medikamenten möglich, die eine deutliche Besserung der Erkrankung oder sogar eine vollständige Ausheilung erreichen können. Näheres dazu lesen Sie bei den jeweiligen Krankheitsbildern.
Bei der Alkoholhepatitis ist die wichtigste Therapiemaßnahme der Verzicht auf das Genussmittel Alkohol. Die weitere Behandlung richtet sich darauf, die Folgen des bereits eingetretenen Leberschadens zu lindern.
Bei Fettleberhepatitis im Rahmen von Übergewicht und Zucker- und Fettstoffwechselstörungen ist eine langsame Gewichtsreduktion mit Anpassung der Ernährung in Kombination mit vermehrter körperlicher Aktivität entscheidend. Eine spezielle medikamentöse Therapie kann derzeit noch nicht empfohlen werden.
Die Autoimmunhepatitis nimmt unbehandelt einen chronisch Verlauf und kann zu einem schweren Leberschaden in Form einer Zirrhose führen. Deshalb ist es wichtig, die Behandlung sobald wie möglich zu beginnen. Da der Leberentzündung eine Störung im Abwehrsystem zu Grunde liegt, werden sogenannte Immunsuppressiva eingesetzt. Dabei handelt es sich um Medikamente, welche die fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems unterdrücken können.
Zu den wichtigsten Immunsuppressiva zählen Kortison und dessen Abkömmlinge. Mit ihnen kann oft eine wesentliche Verbesserung der Autoimmunhepatitis erzielt werden: Die Symptome verschwinden, die Laborwerte normalisieren sich und die Veränderungen des Lebergewebes bilden sich zurück. Allerdings muss die Behandlung über Jahre, mitunter sogar lebenslang beibehalten werden. Dies kann zu Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Veränderungen von Blutwerten oder einer Osteoporose führen. Wer eine längerfristige Kortisontherapie erhält, sollte sich bei seinem Arzt erkundigen, ob er mit derartigen Nebenwirkungen rechnen muss und was sich eventuell dagegen tun lässt.
Ein Medikament, das ebenso bei der Autoimmunhepatitis angewendet wird, ist Azathioprin. Es gehört ebenfalls zu den Immunsuppressiva und wird meist in Kombination mit Kortison verabreicht. Dadurch kann die Kortison-Dosis deutlich reduziert und so unerwünschte Nebenwirkungen vermieden oder zumindest vermindert werden. Wichtig: Wegen möglicher kindlicher Missbildungen müssen Patientinnen mit Kinderwunsch, die mit Azathioprin behandelt werden, zusammen mit Frauenarzt und dem behandelnden Leberspezialisten (Hepatologe) eine genaue Risikoabschätzung vornehmen. Auf keinen Fall darf das Medikament eigenmächtig abgesetzt werden! Meist müssen Personen mit Autoimmunhepatitis über Jahre immunsuppressiv behandelt werden, da es nach Absetzen der Medikamente in bis zu 80 Prozent zum Rückfall kommt.
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13.09.2005, aktualisiert am 10.10.2011
Bildnachweis: W&B/Reiner Schmitz, Martin Ley, Martina Ibelherr
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