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Hepatitis C
Therapie

Zur Behandlung von Hepatitis C setzen die Ärzte vor allem Interferon und Medikamente ein, welche die Vermehrung des Virus hemmen


Kleiner Piks: Pegylierte Interferone werden unter die Haut gespritzt

Die Therapie erfolgt  in über 99 Prozent der Fälle ambulant. Nur bei Komplikationen kann eine Einweisung in ein Krankenhaus erforderlich werden. Eine akute Hepatitis C wird mit Interferon behandelt. Die Therapie erstreckt sich über 24 Wochen. Ein Übergang in eine chronische Hepatitis C kann damit in über 85 Prozent der Fälle verhindert werden.

Bei einer chronischen Hepatitis C, also einer seit mehr als sechs Monaten aktiven Hepatitis C-Infektion, wird – wenn keine Gegenanzeigen bestehen – meist eine Kombination aus Ribavirin und sogenanntem pegylierten Interferon-alpha gewählt. Interferon-Alfa ist ein körpereigener Eiweißstoff, der unter anderem von den weißen Blutkörperchen produziert wird – besonders dann, wenn sich der Körper gegen Infektionserreger wie eben Viren wehren muss. Das bei der Virushepatitis eingesetzte Interferon wird biotechnologisch hergestellt. Die Verabreichung erfolgt in Form von Spritzen. Um die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Behandlung mit Interferon-Alfa zu verbessern, wird es an Polyethylenglykol, kurz PEG, gekoppelt. Die auf diese Weise pegylierten Interferone bleiben länger im Körper wirksam und müssen daher nur noch einmal wöchentlich unter die Haut (subcutan) gespritzt werden.


Ribavirin blockiert die Vermehrung der Hepatitis-C-Viren im Körper. Ribavirin liegt in Tablettenform vor. Während das Interferon nur einmal wöchentlich gespritzt wird, muss Ribavirin täglich eingenommen werden, verteilt auf zwei Tagesdosen im Abstand von etwa zwölf Stunden. Die Kombinationstherapie mit pegyliertem Interferon erfolgt über 24 bis 48 Wochen, je nach Ausprägung der Leberentzündung beziehungsweise Fibrose und dem Typ des Virus.

Vor allem zu Beginn der Behandlung mit pegyliertem Interferon-Alfa treten eine Reihe unerwünschter Begleiterscheinungen auf. Dazu gehören grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen, die jedoch in der Regel nach drei bis vier Gaben von Interferon immer weniger werden. Weiterhin leiden viele Patienten unter Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, gelegentlich kann es auch zu Störungen der Schilddrüsenfunktion kommen. Auch Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen können auftreten.

Die häufigste Nebenwirkung von Ribavirin ist eine Veränderung des Blutbildes: es reduziert die Anzahl der roten Blutkörperchen. Dies kann so weit gehen, dass die Ribavirin-Dosis reduziert und in schweren Fällen die Behandlung sogar vorzeitig beendet werden muss. Zudem ist nicht auszuschließen, dass Ribavirin das Risiko für kindliche Fehlbildungen erhöht.
Deshalb müssen Patientinnen während der Therapie und bis zu einem halben Jahr danach auf eine sichere Empfängnisverhütung achten.

Viele der Nebenwirkungen lassen sich durch Dosis-Anpassungen oder durch die vorübergehende Einnahme von Begleitmedikamenten, zum Beispiel für die Schilddrüse oder gegen etwaige Depressionen, günstig beeinflussen. Treten Nebenwirkungen auf, sollten Patienten daher unbedingt Ihren Arzt darauf ansprechen. Unter ärztlicher Kontrolle sind diese Begleiterscheinungen gut kontrollier- und therapierbar, so dass die Lebensqualität des Patienten von der Behandlung normalerweise nicht wesentlich beeinträchtigt wird.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 10.10.2011
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