Thema: Heilpflanzen

So gesund sind Weihnachtsgewürze

Kardamon, Ingwer, Piment... Exotische Gewürze schmecken nach Feiertag und machen das Festessen bekömmlich. Acht Gewürze im Überblick – jeweils mit Rezept

von Dr. Martina Melzer & Valerie Till, aktualisiert am 14.12.2015

Der Duft von Weihnachten: Zimt, Sternanis und Gewürznelken

Fotolia/Reena

Ein Kipferl ohne Vanille? Ein Stern ohne Zimt? Unvorstellbar! Gewürze geben Weihnachts-Leckereien das gewisse Etwas, sind sozusagen deren Sahnehäubchen. Von Anis bis Zimt: Wir stellen acht Exoten vor, die in der Küche zur Weihnachtszeit zum Standartsortiment gehören, und sagen, wie sie auf unsere Gesundheit wirken. Und wer beim Lesen auf den Geschmack kommt: Zu jedem Gewürz haben wir einen Rezepttipp – Weihnachtsaromen garantiert. 


Acht beliebte Weihnachtsgewürze

  • Sternanis
    W&B/Reiner Schmitz

    Anis – ein Hauch von Lakritze

    Anis duftet und schmeckt ähnlich wie Lakritze, hat mit der Süßigkeit aber nichts zu tun. Denn Lakritze wird aus Süßholz hergestellt. Auch Anis und Sternanis (oben im Bild) sind nicht dasselbe: Das sternförmige Gewürz stammt von einer Magnolienart, schmeckt jedoch wie Anis. Die beiden aromatischen Kräuter verfeinern Plätzchen und Baisers, passen aber auch zu Fischarten wie Karpfen oder Barsch. Wer eine feine Prise über das Gericht streut, profitiert zugleich von der verdauungsfördernden Wirkung von Anis. So beugt die Heilpflanze Blähungen und Völlegefühl vor.

    Ein Weihnachtsrezept mit Anis: Gewürz-Punsch.

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  • Ingwer
    W&B/Reiner Schmitz

    Ingwer – scharfe Knolle

    Die einen lieben Ingwer, andere mögen ihn überhaupt nicht. Wer Speisen gerne mit der scharfen Knolle würzt, dem munden vielleicht auch die süßen Varianten: zum Beispiel Ingwerplätzchen, gezuckerter Ingwer in Schokolade, Ingwertee mit Honig oder Gingerbread. Der Scharfmacher regt Wärmerezeptoren im Körper an und führt so kurzzeitig zu einem Wärmegefühl. Außerdem bringt die Knolle die Verdauung auf Trab.

    Ein Weihnachtsrezept mit Ingwer: Ingwer-Schneeflöckchen.

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  • Nelken
    W&B/Reiner Schmitz

    Nelke – Klassiker im Punsch

    Gewürznelken verströmen ein charakteristisches süßliches Aroma, das Glühwein und Lebkuchen ihre besondere Note verleiht. Doch Vorsicht: Wer es mit dem Gewürz zu gut meint, schmeckt nur noch Nelke. Deshalb sparsam einsetzen! Nelken – ob als Pulver oder ganze Blütenknospe – regen die Darmtätigkeit an und beugen einem Blähbauch nach dem Essen vor. Wer Zahnschmerzen hat, kann auf den getrockneten Knospen kauen, denn die Gewürznelke kann leichtes Zahnweh lindern. Besser eignet sich dafür allerdings Nelkenöl aus der Apotheke. Lassen Sie sich dort erklären, wie Sie es richtig anwenden.

    Ein Weihnachtsrezept mit Nelke: Christmas-Cupcakes.

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  • Vanille
    W&B/Reiner Schmitz

    Vanille – schwarz glänzender Aromageber

    Die Vanille gilt als die Königin der Gewürze. Sie gehört in Vanillekipferl, Pudding, Sahne, Kuchen und süßes Gebäck aller Art. Doch auch herzhaften Gerichten, zum Beispiel Suppen oder Pastasaucen, gibt sie eine besondere Note. Kenner sagen, das Aroma von echter Vanille ließe sich kaum mit künstlich hergestelltem Vanillin vergleichen. Denn im Mark der schwarzen Früchte befinden sich neben natürlichem Vanillin zahlreiche weitere Aromageber, die den charakteristischen Geschmack herbeiführen. Vanille soll die Stimmung heben und angeblich leicht aphrodisierend wirken – belegt ist dies jedoch nicht.

    Ein Weihnachtsrezept mit Vanille: Nikolaus-Dukaten.

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  • Zimtstangen
    W&B/Reiner Schmitz

    Zimt – süße Stange

    Zimt zählt zu den ältesten Gewürzen der Welt. Sein einzigartiger Duft strömt aus Glühweinbechern, Zimtsternen, Lebkuchen und Bratäpfeln. Vor allem in arabischen Ländern bereichert das süßlich-scharfe Aroma von Zimt auch deftige Gerichte mit Lamm oder Fisch. Das Gewürz regt die Verdauung an und beeinflusst vermutlich den Blutzuckerspiegel. Mehr dazu können Sie hier nachlesen: Ceylon-Zimt. Zwei Zimtsorten sind im Handel erhältlich: Cassia- und Ceylon-Zimt. Letzterer ist teurer, enthält dafür aber deutlich weniger Cumarine, die in hohen Konzentrationen der Leber schaden können. Ceylon-Zimt gibt es in geprüfter Qualität in Apotheken zu kaufen.

    Ein Weihnachtsrezept mit Zimt: Schoko-Zimt-Trüffel – ideal zum Verschenken.

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  • Kardamom
    W&B/Reiner Schmitz

    Kardamom – indischer Klassiker

    Aromatisch, würzig und leicht scharf: So schmeckt Kardamom. Das Gewürz, das seinen Ursprung in Indien hat, wird zur Weihnachtszeit oft zum Verfeinern von Lebkuchen, Spekulatius oder Glühwein verwendet. In arabischen Ländern gehört eine Prise Kardamom in Kaffee oder Tee. Auch deftige Speisen, wie beispielsweise Frikadellen oder Curry, lassen sich mit dem Pulver der aromatischen Samen geschmacklich bereichern. Unsere Gesundheit profitiert ebenfalls: Kardamom regt Magen- und Gallensäfte an. Inder nutzen Kardamom, das ätherische Öle enthält, ebenfalls gegen Mundgeruch.

    Ein Weihnachtsrezept mit Kardamom: Mokka-Sterne.

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  • muskatnuss
    Fotolia / photocrew

    Muskat – würzige Prise

    Ob süß oder deftig – die Muskatnuss verleiht den unterschiedlichsten Gerichten eine gewisse Extrawürze. In der Weihnachtszeit werden unter anderem Glühwein, Lebkuchen oder Eierpunsch mit dem gemahlenen Pulver der Muskatnuss gewürzt. Eine feine Prise reicht oft aus, da Muskat einen dominanten Geschmack hat. Und Vorsicht: In hohen Dosen (ab fünf Gramm) ist Muskat giftig. Die Muskatnuss – die keine Nuss, sondern ein Samenkern ist – kann Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Blähungen oder Magenkrämpfe lindern.

    Ein Weihnachtsrezept mit Muskat: Schoko-Zimt-Muffins.

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  • PFEFFER
    Mauritius / Alamy

    Piment – praktisches Allgewürz

    Wer sich Piment – auch Nelkenpfeffer genannt – auf der Zunge zergehen lässt, erfährt ein spannendes Geschmackserlebnis. Denn das Gewürz riecht nach Nelke und erinnert geschmacklich sowohl an Pfeffer und Muskat als auch an Zimt. Kein Wunder also, dass Piment auch unter dem Namen Allgewürz bekannt ist. Glühwein, Weihnachtsgebäck oder deftige Fleischgerichte werden mit Piment gewürzt. Damit die pfefferkorngroßen rot-braunen Beeren nicht zu schnell ihr Aroma verlieren, sollte man sie im Ganzen kaufen und bei Bedarf mahlen oder zerstoßen. Positiver Nebeneffekt für unsere Gesundheit: Piment regt den Appetit an und wirkt verdauungsfördernd.

    Ein Weihnachtsrezept mit Piment: Kalbsfilet mit Glühweinsoße und Steinpilz-Bandnudeln.

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Bildnachweis: Fotolia/Reena, Mauritius / Alamy, W&B/Reiner Schmitz, Fotolia / photocrew

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