Ein italienisches Saltimbocca verzaubert feine Gaumen unter anderem deshalb, weil das hauchdünne Kalbsschnitzel mit Salbeiblättern garniert wird. Auch zu anderen Fleisch- und Fischgerichten passt das Kraut. Das in den Blättern enthaltene ätherische Öl verströmt ein intensives Aroma, das jedoch nicht Jedermann behagt. Peter Asch rät deshalb: „Die Salbeiblätter unzerkleinert zu den anderen Zutaten geben und leicht erwärmen, dann die Blätter wieder herausnehmen.“ Auf diese Weise bekommt das Gericht eine feine Salbeinote, schmeckt aber nicht zu intensiv danach. Wichtig: Salbei nur leicht erhitzen, sonst entfleucht das Aroma in der Dampfabzugshaube. Der eigenwillige Geschmack rührt von dem hohen Gehalt an Kampfer und anderen Komponenten des ätherischen Öls.
Asch kombiniert das Kraut auch gerne mit Obst oder Gemüse. „Haben wir Patienten, die auf solche Lebensmittel schnell mit Oberbauchbeschwerden reagieren, vertragen sie die gesunde Kost durch Salbei besser“, erklärt er. Denn das aromatische Öl macht die Speisen bekömmlicher. Sein Rezepttipp: Ananas- oder Apfelstücke leicht in Sonnenblumenöl erwärmen, dann ein paar Salbeiblätter untermischen. Nach kurzer Zeit wieder herausfischen, ein Schuss Honig dazu, kurz einwirken lassen, fertig.
Während frische Salbeiblätter die Küche bereichern, haben sich die getrockneten bei Erkältungen bewährt. Ob als Bonbon, Gurgellösung oder Tee aus der Apotheke, Salbei lindert Halsschmerzen und Heiserkeit. Denn die Inhaltsstoffe des Öls wirken Entzündungen entgegen. Darüber hinaus vermuten Wissenschaftler, dass eingenommene Salbeiextrakte gegen übermäßiges Schwitzen helfen.
Hinweis: Menschen, die zu Krampfanfällen neigen, sollten auf Salbei verzichten. Dies gilt ebenfalls für Schwangere. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte das Essen zudem nicht mit allzu viel Salbei würzen. Sonst kann es zu Bauchschmerzen kommen.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
19.08.2010, aktualisiert am 31.10.2011
Bildnachweis: Fotolia/Václav Mach/2010
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