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Hilft Teufelskralle bei Rheuma?

Rheuma, Arthrose, Rückenschmerzen: Die Teufelskralle soll Schmerzen und Entzündungen lindern. Ein Überblick


Aus diesen Wurzelausläufern wird der Teufelskrallenextrakt gewonnen

Ein wenig gefährlich sieht sie schon aus, die Teufelskralle. Die anspruchslose Pflanze gedeiht in den Savannen Südafrikas und Namibias. Mit ihren scharfen Widerhaken klammert sich Harpagophytum procumbens, wie der lateinische Name des Gewächses lautet, im Fell von Tieren fest. So verbreitet sich die Teufelskralle. Die Tiere können dadurch allerdings schmerzhafte Verletzungen davontragen, daher stammt die Bezeichnung Teufelskralle.

In den Wurzelausläufern des Krauts befinden sich Bitterstoffe, die sogenannten Iridoide. Sie sollen einer Entzündung im Körper entgegensteuern, Schmerzen lindern und den Gelenkknorpel schützen. Vor allem die Substanz Harpagosid – aus der Gruppe der Iridoide – spielt dabei wohl eine bedeutende Rolle. „Wir kennen allerdings noch nicht alle wirksamen Inhaltsstoffe der Pflanze“, sagt Professorin Sigrun Chrubasik, die an der Uniklinik Freiburg schon seit Jahren an der Teufelskrallenwurzel forscht.

Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen



Die Teufelskralle

Insbesondere bei entzündlichem Rheuma, Arthrose und Rückenschmerzen empfehlen Naturheilkundler die Heilpflanze. Inzwischen gibt es zahlreiche Studien dazu. Allerdings lassen sich die einzelnen Untersuchungen nicht unbedingt vergleichen, sagen Experten. Einige Studien bescheinigen der Teufelskralle, dass sie sich positiv auf Gelenkbeschwerden und Rückenschmerzen auswirkt. Andere kommen zu weniger eindeutigen Ergebnissen.

Auch die Darreichungsform spielt eine Rolle. Ein Tee empfiehlt sich kaum, weil er ziemlich bitter schmeckt und meist nur wenig wirksame Inhaltsstoffe enthält. Besser eignen sich hochdosierte Extrakte in Form von Tabletten oder Kapseln. Wie der Inhaltssoff am besten aus der Pflanze gewonnen wird, darüber gehen die Meinungen jedoch wieder auseinander. Wer Teufelskralle ausprobieren möchte, bespricht am besten mit dem Arzt und Apotheker, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Präparate haben.

Teufelskralle hilft erst nach längerer Einnahme

Wer auf das pflanzliche Mittel setzt, muss sich auf eine längerfristige Einnahme einstellen. „Unsere Studien haben gezeigt, dass es mindestens drei bis vier Monate dauert, bis sich die Wirkung voll entfaltet“, erklärt Chrubasik. Unbegrenzt sollten Patienten die Heilpflanze aber auch nicht einnehmen. Nach einiger Zeit empfiehlt es sich, eine Pause einzulegen. Auch hier gilt: Auf jeden Fall individuell mit dem Arzt absprechen, vor allem dann, wenn Gelenkbeschwerden erstmals auftreten.

Wichtig: Teufelskralle ersetzt keinesfalls die Standardtherapie bei entzündlichem Rheuma. Die pflanzlichen Mittel kommen nur unterstützend infrage. Professor Jürgen Wollenhaupt, Chefarzt der Abteilung für Rheumatologie und Immunologie an der Schön Klinik Hamburg Eilbek, meint: „Für die rheumatoide Arthritis gibt es gut wirksame Entzündungs- und Schmerzhemmer, die bei der Behandlung im Vordergrund stehen sollten.“ Im Gegensatz zu diesen Mitteln eignet sich die Teufelskralle nicht gegen akute Schmerzen – etwa bei einem Rheumaschub. Entzündliches Rheuma sollte zudem so früh wie möglich gezielt behandelt werden, um Folgeschäden vorzubeugen. Bereitet eine Arthrose oder der Rücken dagegen dauerhafte Probleme, ist die Heilpflanze vielversprechender. „Hier kann Teufelskralle durchaus sinnvoll sein“, sagt Rheumatologe Wollenhaupt. Reagieren Arthrose-Patienten beispielsweise auf Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen mit Magenbeschwerden, kann das afrikanische Gewächs – in Absprache mit dem Arzt – eine besser verträgliche Option darstellen.




Bildnachweis: W&B/Brigitte Sporrer/RYF, W&B/Szczesny

Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 12.10.2010, aktualisiert am 20.03.2013
Bildnachweis: W&B/Brigitte Sporrer/RYF, W&B/Szczesny

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