Hautkrebs vorbeugen

Mittags aus der Sonne, denn weniger ultraviolette Strahlung ist die beste Schutzstrategie – vor allem bei Kindern

Sonnenuhr: Um die Mittagszeit ist die Strahlung am stärksten

Auch Hautärzte wie Professor Jürgen Becker mögen es lieber heiter und hell. „Wenn die Sonne scheint, ist man viel besser gelaunt. Das ist einer der positiven Effekte des Lichts“, sagt der Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universität Würzburg. Er rät aber zu einem vernünftigen und maßvollen Umgang mit Sonnenlicht. „Zehn Minuten nach dem Schwimmen in der Sonne aufwärmen, das ist in Ordnung. Stundenlang am Strand liegen und bräunen ist der falsche Weg.“

 

Zwar schützen chemische und physikalische Filter in Sonnenschutzmitteln die Haut vor Sonnenbrand und beschleunigter Alterung. Dass sie auch das Krebsrisko verringern, ist bislang jedoch nur für den hellen Hautkrebs belegt, nicht für das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs). Außerdem verführt die Anwendung von Cremes, Sprays und Lotionen mit hohen Schutzfaktoren dazu, länger in der Sonne zu bleiben – denn man glaubt dann, ausreichend gegen die UV-Strahlung gewappnet zu sein. Deshalb empfiehlt Becker, Sonnenschutzpräparate nur als zusätzliche Maßnahme zu sehen. „Sie sind kein Ersatz für schützende Kleidung.“

Mit Hut, Hemd und Hose


Vor allem für Kinder, die draußen in der Sonne spielen, rät er dringend zu Hut, langärmeligem Hemd und langer Hose. Aber auch Erwachsene, die sich viel in der Sonne aufhalten, sollten sich mit Kleidung abschirmen. Beckers wichtigster Rat: hohe UV-Belastung insgesamt meiden und lieber den Schatten aufsuchen. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Uhr. Um die Mittagszeit steht die Sonne am höchsten, und die Intensität ihrer Strahlung erreicht Spitzenwerte. Sonnenbäder zwischen 10 und 16 Uhr sollte man deshalb möglichst vermeiden: Die Sonne brennt dann in einem ungünstigen Winkel vom Himmel.

 

Hilfreich ist auch die Faustregel des Berliner Dermatologen Professor Hans Meffertin. Er empfiehlt in der Zeitschrift Aktuelle Dermatologie, den jeweiligen Sonnenstand über einen Vergleich der Körpergröße mit der Länge des eigenen Schattens abzuschätzen. „Entspricht seine Länge genau der Körperlänge, so beträgt der Sonnenhöhenwinkel 45 Grad. Der UV-Index, der auf einer Skala von null bis zehn die Strahlungsintensität der Sonne angibt, liegt dann bei knapp vier. Ist der Schatten um rund ein Drittel länger als die Körperlänge, sinkt der UV-Index bereits unter drei – und liegt damit in einem selbst für (sonnengeschützte!) hellhäutige Menschen unbedenklichen Bereich“, schreibt Meffert. In den Monaten Oktober bis März werde dieser Wert in Deutschland auch in den Mittagsstunden nicht überschritten.

 

Tipp: Den aktuellen UV-Index erfahren Sie über das Bundesamt für Strahlenschutz – im Internet unter www.bfs.de (GesundheitPro ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten).