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Was nach einer Verbrennung hilft

Kleine Brandwunden heilen meist von selbst. Worauf Sie dennoch achten sollten

Ein Griff an den heißen Topf, ein Schwall kochendes Nudelwasser auf den Unterarm oder ein Spritzer sprudelndes Frittierfett auf den Handrücken – ein kleiner Augenblick der Unachtsamkeit genügt, um sich eine schmerzhafte Brandverletzung zuzuziehen. Instinktiv reagieren die meisten Menschen richtig und halten die Wunde unter fließendes Wasser.


„Das ist wichtig, um die Hitzeeinwirkung auf das Gewebe möglichst schnell zu beenden“, erklärt Dr. Johannes Rubenbauer, Mediziner am Verbrennungszentrum des Klinikums München-Bogenhausen. Doch länger als fünf Minuten dürfe die Kühlung nicht dauern, weil die Durchblutung des Gewebes unterhalb der Körpertemperatur von 37 Grad weiter abnehme und die Verbrennung dann tiefer würde, erläutert der Experte. Vor allem Kleinkinder könnten zudem extrem schnell auskühlen. Daher ist auch sehr kaltes Wasser bei Verbrennungen ungeeignet, kühles bis lauwarmes dagegen optimal.




 

Hausmittel wie Mehl, Butter oder andere Küchenspezialitäten haben auf einer Brandwunde nichts zu suchen – sosehr manche Großmütter auch darauf schwörten.  „Sie verkleben die Wunde und sind nur schwer zu entfernen, wenn diese vom Arzt versorgt werden muss“, warnt Professor Hans-Oliver Rennekampff, Leiter des Bereichs Verbrennungsmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover.


Ganz oberflächliche Verbrennungen heilen nach kurzem Kühlen von selbst. Diesen Prozess fördern Brandsalben mit desinfizierenden Eigenschaften, die es in der Apotheke gibt. „Solche Salben haben den Vorteil, dass sie die Wunde keimfrei halten und ein Verband sich leicht wieder lösen lässt“, sagt Rubenbauer.


Bildet sich eine Brandblase, sollte man sie keinesfalls auf eigene Faust aufstechen. „Brandblasen sind ein wunderbarer Verband. Sie schmerzen nicht, solange sie geschlossen sind. Erst wenn man sie öffnet, tun sie weh“, erläutert Rubenbauer. Platzt eine Blase auf, sollte man sie vom Arzt fachgerecht behandeln lassen, damit sich die Wunde nicht infiziert. Wichtig: Größere Verbrennungen gehören immer in die Obhut eines Spezialisten – dann sind auch Brandsalben tabu.


Übrigens: Je mehr die Brandwunde schmerzt, desto besser die Aussicht auf schnelle Heilung. „Das zeigt, dass die Nervenenden an der Hautoberfläche noch in Ordnung sind“, weiß Rubenbauer. „Bei tieferen Verbrennungen sind die Nerven zerstört, und der Patient empfindet keinen Schmerz.“ Ein leichtes Schmerzmittel kann die Heilungszeit deshalb etwas erträglicher machen.


Besser sollte man aber aufpassen, dass erst gar nichts passiert. Vor allem Kinder sind gefährdet. Daher macht es Sinn, Töpfe beim Kochen auf die rückwärtigen Herdplatten zu stellen und die Griffe nach hinten zu drehen. Auch Tischdecken stellen Gefahrenquellen dar – etwa wenn Kinder im Spiel daran ziehen. Schnell kippt dann beispielsweise eine frisch gebrühte Tasse Tee um und kann großflächige und schlimme Verbrennungen verursachen.


Denken Sie auch an sich selbst: Benutzen Sie beim Kochen gute Topflappen, seien Sie vorsichtig, wenn Sie heißes Wasser abgießen, und arbeiten Sie generell umsichtig. Hektik ist in der Küche fehl am Platz.


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Christian Krumm / Apotheken Umschau; 30.12.2009, aktualisiert am 12.01.2012

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