Was hilft gegen raue Ellenbogen?

Die Ellenbogen werden häufig vernachlässigt. Oft fallen sie erst auf, wenn sie trocken, rau oder rissig sind. Was sie wieder glatt macht
von Dr. Katharina Fuhrin, aktualisiert am 29.09.2016

Auch die Ellenbogen brauchen Pflege

Thinkstock/istock

Gesicht, Hände, Beine, Füße – für fast jedes Körperteil gibt es spezielle Cremes und Lotionen. Oft vernachlässigt, aber nicht weniger pflegebedürftig sind unsere Ellenbogen. Nicht nur, dass der Haut an diesen Stellen Talgdrüsen fehlen, die Fett produzieren und sie geschmeidig halten. Die Ellenbogen werden im Alltag besonders beansprucht – etwa, wenn wir uns beim Lesen, Schreiben oder Nachdenken aufstützen. Leicht trocknet die Ellenbogenhaut aus. Es kommt zu rauen Stellen, Spannungsgefühl und Juckreiz.


Äußere Auslöser: Aufstützen, häufiges Baden, Hitze, Kälte

Neben der mechanischen Belastung macht häufiges Waschen und Baden der Haut zu schaffen. "Übertriebene Körperpflege ist eine häufige Ursache", sagt Hautarzt Dr. Wolfgang Klee aus Mainz.

Das Wasser trocknet die Haut aus, viele Seifen und Duschgels lösen das natürliche Fett heraus. Wenn wir zusätzlich noch schwitzen – zum Beispiel beim Sport oder bei großer Hitze – verstärkt sich das Problem: "Der Schweißfilm hat an sich schon einen Austrocknungseffekt. Gerade dann aber ist das Bedürfnis groß, sich gründlich zu duschen."

Auch Kälte lässt die Haut trockener werden, weil weniger Talg produziert wird. Bevor man sich aber etwas Warmes überzieht, sollte man auf das Material der Kleidung achten: Textilien aus Wolle oder mit chemischen Zusätzen können die Haut ebenfalls irritieren.

Innere Faktoren: Lebensweise, Hormone, Alter

Unsere Lebensweise hat einen direkten Einfluss auf die Haut. Rauchen und häufiger Alkoholkonsum können das Hautbild stören, ebenso Stress und Sorgen. Auch hormonelle Schwankungen – etwa in der Pubertät, in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren – wirken sich häufig auf die Haut aus. "Generell hört mit zunehmendem Alter die Hormon- und Talgproduktion langsam auf", sagt Klee. Die Haut wird mit den Jahren also meistens trockener. Oft zeigt sich das zuerst an der empfindlichen Ellbogenhaut.

Nur trockene Ellenbogen – oder ein Fall für den Arzt?

"Streichen Sie von Ihrem Unterarm aus über die Ellenbogen. Die normale Haut ist weich. Prinzipiell sollte das Gefühl am Ellenbogen ganz ähnlich sein", erklärt Klee. "Wenn Sie aber auf raue oder spröde Stellen treffen, sind das erste Anzeichen dafür, dass die Ellenbogenhaut etwas trocken ist." Zu sehen ist in diesem leichten Stadium kaum etwas, außer dass die trockene Haut manchmal weißlich-grau scheint. Oder ganz im Gegenteil: Die Ellenbogen wirken dunkel verfärbt.

Im zweiten Stadium fängt die Haut an zu spannen oder sogar zu jucken. Klee: "Das ist ein Warnsignal, dass die sensiblen Fasern unter der Haut gereizt sind." In der dritten Phase kommen Entzündungen hinzu. Neben dem starken Jucken zeigt sich die Haut gerötet und geschwollen. "An diesem Punkt kommt man mit Pflegemitteln nicht mehr weiter und sollte einen Arzt aufsuchen", rät Klee.

Ein Arztbesuch empfiehlt sich aber auch dann, wenn sich leichte Beschwerden nicht bessern oder weitere Symptome auftreten. Denn hinter Hautproblemen können manchmal Krankheiten stecken, die eine gezielte Therapie erfordern – beispielsweise Neurodermitis, Schuppenflechte oder ein Kontaktekzem. Manche Medikamente lassen die Haut trockener werden. Hautveränderungen geben in einigen Fällen Hinweise auf eine Zuckerkrankheit (Diabetes) oder eine Schilddrüsenstörung. Vor allem bei Hautverfärbungen sollte der Arzt sicherstellen, dass es sich nicht etwa um Hautkrebs handelt.

Tipps für schöne Ellenbogen

Sind ernste Ursachen ausgeschlossen, hilft oft schon die richtige Pflege – etwa regelmäßiges, sanftes Eincremen der rauen Partien.

Vorsicht: Auch wenn die dunklen Verfärbungen an den Ellenbogen nicht schön aussehen – bloß nicht mit Rubbeln, Bürsten und groben MItteln auf die Haut losgehen. "Wer die Haut derart reizt, verschlimmert die Probleme nur noch weiter", warnt Klee. 

Er empfiehlt je nach Ausprägung eine leichte Körpermilch oder Lotion, die schnell einzieht und keinen Fettfilm hinterlässt. Bei trockenerer Haut helfen Cremes, bei sehr spröden Partien am besten Salben. Da sie nicht gut einziehen, sollte man sie mit kreisenden Fingerbewegungen sanft einmassieren. Tipp: Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welche Produkte am besten zu Ihrem individuellen Hauttyp passen. Oft hilfreich: Pflegeprodukte mit einem Harnstoffanteil von fünf bis zehn Prozent.

Wer möchte, kann auch Hausmittel ausprobieren. Klee rät zu einem selbst angerührten Peeling aus Salz, Zitronensaft und Olivenöl: Das Salz entfernt abgestorbene Hautzellen, Zitrone kann dunkle Stellen aufhellen und das Öl hat einen pflegenden Effekt. Allerdings verträgt trockene Haut ein Peeling nicht immer gut. Deshalb: Vorsichtig testen, wie die Hautstellen reagieren und nicht zu häufig anwenden.

Wie kann man rauen Ellenbogen vorbeugen?

Wichtig bei trockener Haut – nicht nur an den Ellenbogen – ist es, ausreichend zu trinken. Wer viel am Schreibtisch sitzt, sollte sich nicht zu häufig aufstützen. Außerdem gilt: Lieber nur kurz und lauwarm duschen. Das strapaziert die Haut weniger als ausgiebige heiße Vollbäder. Wer sehr gerne badet, sollte zumindest rückfettende Zusätze benutzen – oder einen Becher Sahne oder Öl ins Badewasser geben. (Achtung: Rutschgefahr, Wannenmatte verwenden.)

"Bei Ihrem Duschgel sollten Sie außerdem darauf achten, dass es rückfettend ist", rät der Dermatologe. Nach dem Duschen trägt man am besten auf die noch feuchte Haut eine Creme oder Lotion auf – nicht nur auf Gesicht, Hände und Füße, sondern auch auf die Ellenbogen.



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