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Was Sie über Hautpilze wissen sollten

Pilzerkrankungen sind häufig und lästig. Zum Glück lassen sie sich in aller Regel wirkungsvoll behandeln


Im Schwimmbad können sich Badenixen einen Fußpilz holen

Wo die Infektion lauert


Hautpilz wird von Mensch zu Mensch übertragen. Er tritt vor allem als Fußpilz auf, da er in Barfußbereichen gehäuft vorkommt. Pilzinfektionen der Schleimhaut erfolgen dagegen „von innen“, das heißt, die Erreger gehören zur normalen Scheiden- oder Mundflora.

Wie sich Pilze zeigen


Hautpilz an Füßen, Händen oder Waden zeigt sich typischerweise durch eine schuppige Rötung, die oft in der Mitte aufgehellt ist und jucken kann. Am Nagel kommt es zunächst seitlich zu einer überschießenden Verhornung. Der Befall kann in das Nagelbett vordringen. Haarpilz tritt vor allem bei Kindern auf. Durch die Narbenbildung droht Haarausfall.

Pilzerkrankungen der Schleimhäute machen sich bemerkbar durch schmerzende weißliche Beläge, auch Soor genannt. Typisch ist der Befall der Scheidenschleimhaut: Fast jede Frau trifft es einmal im Leben. Systemische Mykosen, also Pilzinfektionen der inneren Organe, sind seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankungen. Sie führen zu hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl.


Was man tun kann


Bei Hautpilz reicht meist eine äußerliche Behandlung mit einem Antimykotikum. Wichtig: anwenden so lange wie vom Hersteller empfohlen. Außerdem sollten begünstigende Faktoren – etwa enge Schuhe – vermieden werden. Nagelpilz lässt sich mit pilzhemmenden Lacken behandeln, die Amorolfin, Pirocton-Olamin oder Ciclopirox enthalten. Bei Vaginalpilz reicht ebenfalls meist eine lokale Therapie. Nur bei schweren oder hartnäckigen Infektionen kommen Tabletten oder Infusionen zum Einsatz.

Wann Gefahr droht


Pilze sind sehr verbreitet und gut an den Menschen angepasst. Das bedeutet, dass sie nur sehr selten bedrohlich werden. Hefen etwa besiedeln meist unbemerkt die Schleimhäute und machen sich nur unter besonderen Umständen bemerkbar, zum Beispiel bei Hormonschwankungen oder einer kurzfristigen Abwehrschwäche. Bei einer dauerhaften, schweren Immunschwäche aber – etwa durch eine Aids-Erkrankung – werden Pilze lebensgefährlich: Sie können sich dann im Körper ausbreiten und Organe befallen.

Welche Pilze krank machen


Fadenpilze (Dermatophyten)besiedeln vor allem verhorntes Gewebe. Die Infektion macht sich als Fuß-, Nagel- oder Haarpilz bemerkbar. Fast jeder dritte Deutsche ist betroffen.

Schimmelpilze machen nur selten krank, etwa wenn eine Abwehrschwäche besteht. Allerdings können bei entsprechender Neigung allergische Reaktionen auftreten. Verschimmelte Lebensmittel sind schädlich, weil die Pilze Gifte bilden.


Hefepilze befallen die Schleimhäute, meist ohne dass es zu Symptomen kommt. Bestimmte Bedingungen können aber einen Scheiden- oder Mundpilz begünstigen.



Dr. Christian Guht / Apotheken Umschau; 11.10.2010
Bildnachweis: W&B/Johner Bildbyra

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