Eis schlecken im Café, die schicke Sonnenbrille auf der Nase, im Schwimmbad den neuen Bikini einweihen, vielleicht den ersten Strandurlaub planen, träumen, wie die Füße im feinen Sand stecken ...
Ist der Sommer nicht herrlich? Und mit dem richtigen Sonnenschutz wird er bestimmt perfekt! Doch so schön die warmen Strahlen bräunen und unsere Laune heben – sie sind auch verantwortlich für Sonnenbrand, Falten und Hautkrebs. Welcher Schutz ist der richtige? Wie gefährlich ist ein Sonnenbrand? Und wie lange dürfen wir überhaupt in die Sonne?
„Die meisten Menschen können gut einschätzen, wie lange sie ungeschützt in der Sonne bleiben können“, meint Dr. Beate Volkmer, UV-Expertin der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).
Helle Haut bildet weniger Melanin
Je nach Hauttyp fällt diese Zeitspanne – unsere persönliche Eigenschutzzeit – unterschiedlich lang aus. Der Hauptgrund dafür ist das Lichtschutzpigment Melanin. UV-Strahlen regen die Bildung dieses Farbstoffs an, er lagert sich dann in den oberen Hautschichten ein und schützt dadurch die darunterliegenden Zellkerne. Im Gegensatz zu dunkelhäutigen Menschen besitzen helle, blasse Hauttypen nur sehr wenig Melanin. Sie bräunen kaum und entwickeln daher so gut wie keinen Eigenschutz.
Eines haben aber alle gemeinsam: die sogenannte Lichtschwiele. Sie bildet sich nach einigen Tagen in der Sonne – die Oberhaut verdickt sich, UV-Strahlen können nicht mehr so leicht eindringen. Auch von diesem Vorgang profitiert dunkle Haut mehr als helle. Vorsorgen sollten jedoch alle: mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor (LSF), denn dieser verlängert die Eigenschutzzeit.
„Liegt sie bei zehn Minuten und man cremt sich mit LSF 20 ein, kann man theoretisch 200 Minuten in der Sonne bleiben“, sagt Volkmer. Das sind mehr als drei Stunden. Ausreizen sollte man diese Zeit jedoch maximal zu zwei Dritteln. Und nicht vergessen: regelmäßig nachcremen, weil Sand, Schweiß oder Wasser den Schutz abreiben oder auflösen. Das gilt übrigens auch für wasserfeste und schweißbeständige Produkte, die schneller einziehen und weniger kleben – meist die erste Wahl für männliche Creme-Muffel.
Welcher Lichtschutzfaktor soll es nun sein? Grundsätzlich gilt: Je heller die Haut, desto höher sollte der Sonnenschutz ausfallen. In unseren Tipps für die einzelnen Hauttypen finden Sie allgemeine Empfehlungen. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie lieber einen höheren Faktor, und bleiben Sie nicht zu lange in der Sonne. Auch im Schatten wird man braun!
Mit LSF 20 sind die meisten Menschen in unseren Breiten gut beraten. Er lässt nur fünf Prozent der UV-Strahlung durch, bei LSF 50 sind es zwei Prozent – der Unterschied ist also nicht sehr groß. Kranke oder geschädigte Haut allerdings braucht einen extrem hohen Lichtschutzfaktor (30 bis 50+). Betroffene sollten die Sonne ganz meiden. Sprechen Sie mit einem Dermatologen.
Sonne macht die Haut durstig
Oberstes Ziel im Sommer: keinen Sonnenbrand bekommen! Jede Rötung der Haut erhöht das Hautkrebsrisiko. Deutschlands Experten raten deshalb: 50 Sonnenbäder pro Jahr sind genug. Das klingt nach viel, beinhaltet aber beispielsweise auch die Gartenarbeit, den Besuch des Solariums, die Wochenendwanderung – also nicht nur den Sommerurlaub am Strand.
Bleiben Sie lieber einmal länger im Schatten, cremen Sie öfter nach, und denken Sie daran: Auch ein bewölkter Himmel schirmt die UV-Strahlung nicht ab, am Strand reflektieren Wasser und Sand das Licht zusätzlich, und in den Bergen brennt die Sonne noch intensiver.
Sonnentag gut überstanden? Dann gönnen Sie Ihrer Haut Ruhe und eine kühlende After- Sun-Lotion. Die Hitze des Tages hat sie durstig gemacht, sie freut sich über feuchtigkeitsspendende und beruhigende Wirkstoffe wie Vitamin E, Thermalwasser, Photolyase oder Aloe vera.
Und wenn Gesicht, Rücken oder Dekolleté am Abend trotzdem knallrot leuchten? Kein Anlass zur Panik, wenn Sie sich richtig verhalten: „Die Sonne meiden, bis die Rötung abgeklungen ist, die Haut kühlen und mit Feuchtigkeit versorgen“, rät Beate Volkmer. Eine Wund- und Heilsalbe beruhigt die verbrannten Stellen. Aber Vorsicht: Bilden sich Blasen und schmerzt die Haut, müssen Sie zum Arzt.
Nadja Katzenberger / Apotheken Umschau;
28.06.2010, aktualisiert am 09.05.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Goodshot
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