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Pickel-Alarm! Was tun bei Problemen mit der Haut?

Ob Pusteln, Mischhaut oder Akne: Mit der richtigen Pflege bekommen Sie Ihre Hautprobleme in den Griff


Schöne Haut ist ein echtes Schmuckstück

Hört das denn nie auf, fragt man sich, wenn jenseits der 40 noch Pickel sprießen. „In gewisser Hinsicht durchläuft die Haut zu Beginn der Wechseljahre die Pubertät rückwärts“, erläutert Dr. Ulrike Proske, Dermatologin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden.

Meist liegt es an den Hormonen, wenn zu viel Talg fließt, die Poren verstopfen und der entstehende Pfropf sich entzündet. Der Unterschied zum pickeligen Teenie-Teint: „Unreine Haut jenseits der 30 ist fettärmer“, sagt Proske, „weist aber dennoch vergrößerte Follikel und zahlreiche Mitesser auf.“

Trotzdem warnt Ramona Girrbach, pharmazeutischtechnische Assistentin und Kosmetikerin in Pforzheim, davor, austrocknende Pflegeserien für junge Haut zu verwenden: „Alles, was an Fett ausgewaschen wird, bilden die Talgdrüsen wieder nach. Die Haut fühlt sich dann noch klebriger an.“ Wie Sie Pickel, Mischhaut oder Akne in den Griff bekommen, lesen Sie hier.



Puder: Versteckt leichte Hautirritationen

Pickel und Mitesser

Das Problem

Sie haben ab und zu einen oder zwei Pickel und müssen sich sonst nur über vereinzelte Mitesser ärgern? Glück gehabt! Akne war schon in Ihrer Jugend kein großes Problem. Ihre Haut weist kaum vergrößerte Poren auf und ist auch in der T-Zone eher fettarm als ölig. Doch selbst gelegentliche Pickel stören und sollten sich vermeiden oder kaschieren lassen.

Woran liegt es?

Vermutlich bekommen Sie Pickel genau dann, wenn es nicht sein darf und Sie sowieso unter Druck stehen. Oder Ihre Talgdrüsen reagieren auf sehr geringe Hormonschwankungen, wie sie vor Einsetzen der Periode auftreten, wenn der Progesteron-Wert sinkt. Möglich wäre aber auch, dass Sie sich die wenigen Unruheherde selbst züchten, wenn Sie ohne Abschminken zu Bett gehen. Zudem ruinieren Alkohol und Nikotin das Hautbild.

Was hilft dagegen?

Die Kosmetikerin Barbara Gorka aus Hannover rät, die Pusteln mit einem Klecks Zinksalbe unter einem runden Pflaster abheilen zu lassen. „So erreichen Sie einen Okklusiveffekt. Unter dem Luftabschluss verstärkt sich die entzündungshemmende Wirkung von Zink.“ Wichtig: den Störenfried nicht aufstechen! Denn dabei verletzen Sie auch die umgebende Haut und riskieren Entzündungen.

Wie überschminken?

„Decken Sie die einzelnen Pickel mit einem getönten antiseptischen Pickelstift ab“, empfiehlt Ramona Girrbach. Auf alle nicht entzündlichen Auswüchse können Sie auch etwas ölfreien Concealer im Hautton tupfen. Beides muss aber vor dem Schlafengehen entfernt werden. Gehen Sie dabei sanft zu Werk, mit einem nicht austrocknenden Reinigungsschaum oder einer Abschminklotion für sensible Haut.



Mattierendes Make-up: Kaschiert Unreinheiten

Mischhaut

Das Problem

Typische Mischhaut neigt häufig zu Unreinheiten: Vor allem an Stirn, Nase und Kinn sind die Ausgänge der Talgdrüsen vergrößert und bringen die Haut schnell auf Hochglanz. Deshalb gehören Mitesser bei Ihnen seit jeher zum Hautbild. Ärgerlich nur, wenn sie sich entzünden. Es kann auch sein, dass die Plagegeister gar nicht wie Pickel aussehen und um den Mund herum auftreten.

Woran liegt es?

„Möglicherweise entfetten Sie Ihre Haut zu stark“, vermutet Barbara Gorka. Entzündungen sind dann programmiert. Oder Sie tun Ihrer Haut mit üppiger Pflege zu viel des Guten. „Bei überpflegter Haut treten überwiegend nicht-eitrige Papeln, aber keine Komedonen im Mundbereich auf“, weiß Ulrike Proske und spricht von „perioraler Dermatitis“. Im Zweifel zeigt ein Abstrich, dass Aknebakterien als Auslöser für die Entzündung nicht infrage kommen.

Was hilft dagegen?

„Oft ist die Haut an verschiedenen Stellen unterschiedlich trocken“, erklärt Ulrike Proske. „Die Wangen brauchen dann mehr Fett als Nase und Stirn.“ Barbara Gorka würde deshalb alkoholhaltige Tonics und antibakterielle Cremes nur punktuell auftragen. Die Kosmetikerin schwört bei tendenziell unreiner Haut auf Fruchtsäurebehandlungen und Kräuterschälkuren: „Damit lassen sich nicht nur die Poren verfeinern, auch oberflächliche Fältchen verschwinden.“

Wer selbst Hand anlegen möchte, sollte auf rubbelfreie Enzympeelings setzen und den Teint mit einer Feuchtigkeitsmaske oder einem Serum verwöhnen. Sanft zur Haut sind pH-hautneutrale Waschlotionen, Gesichtswässer ohne Alkohol und leichte Feuchtigkeitscremes. Reagiert die Haut aber auf alles allergisch, was aus dem Tiegel kommt, sollten Sie sämtliche Cremes für ein paar Tage vom Pflegeplan streichen.

Wie überschminken?


Bei wenigen Unreinheiten genügt ein mattierendes Make-up, das frei von Ölen und Fetten ist. Oder Sie bringen rote Stellen mit einem austrocknenden Pickelstift zum Verschwinden und arbeiten darüber losen Transparentpuder mit der Puderquaste ein.



Camouflage-Stift: Mildert Akne-Narben

Akne

Das Problem

Schon wegen der Narben lässt Sie das Thema Akne nicht los, und immer wieder kämpfen Sie mit entzündlichen Pusteln. Allerdings ist Ihre Problemzone mittlerweile von der Stirn in die untere Gesichtshälfte hin zu Kinn und Kieferwinkel gerutscht.

Woran liegt es?

„Bei Akne ist Stress im Spiel“, weiß Ulrike Proske. Zum Adrenalin kommen ein Überangebot an Androgenen und Talgdrüsen, die besonders empfindlich darauf reagieren. Einfluss auf den Hormonspiegel haben nicht nur der weibliche Monatszyklus, das Absetzen der Antibabypille und die Wechseljahre. Auch Medikamente, etwa Kortison oder Antidepressiva, beeinflussen die Produktion der Botenstoffe.

Was hilft dagegen?

Günstig auf das Hautbild wirken leichte Schälcremes, etwa mit Azelainsäure (rezeptpflichtig). „Auch die Kombination aus einer Salbe mit Benzoylperoxid und einem lokalen Antibiotikum hat sich in der Praxis gut bewährt“, berichtet Proske. Oft bessert sich mit der Antibabypille der Hautzustand, selbst wenn keine echte Hormonstörung vorliegt.

In schweren Fällen helfen Retinoide wie Isotretinoin. Da die Substanzen fruchtschädigend wirken, werden sie bei Frauen im gebärfähigen Alter nur eingesetzt, wenn nichts anderes hilft. Während der Einnahme und bis einen Monat nach Therapieende müssen Frauen sicher verhüten. Noch junge Aknenarben können Dermatologen unterspritzen, ältere mit Mikrodermabrasionen, Mini-Operationen (Exzisionen) oder einem ablativen Laser abflachen.

Wie überschminken?

„Narbenränder können Sie mit einem Camouflage-Stift abmildern und die Farbe mit transparentem Camouflage-Puder fixieren“, erklärt Girrbach. Eine Camouflage als Grundierung sollte immer mit einem feuchten Schwämmchen dünn aufgetragen werden und in der Farbe genau dem Hautton entsprechen. Das Schwämmchen hinterher gut auskochen und den Puderpinsel desinfizieren.


Apotheken-Tipp:

Sie wirken von innen, wenn Sie zwei bis drei Monate dabeibleiben und Ihre Haut zusätzlich gut pflegen: homöopatische Kapseln, Zinktabletten oder die Schüssler-Salze Nr. 3, 4, 8, 9, 11. Oder Sie nehmen täglich entzündungshemmende Alpha-Linolensäure zu sich. Sie gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und steckt beispielsweise in nativem Leinöl und Walnussöl.



Ulrike Kleiner / Apotheken Umschau; 17.02.2012
Bildnachweis: A1PIX/Tetra Images, Getty Images/Fancy, Flora Press, Strandperle/panthermedia

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