Fototoxizität ist eine „Eigenart“ verschiedener Stoffe aus Chemie und Pharmazie, die unter dem Einfluss von Sonnenlicht vergiftungsähnliche (toxische) Schäden auf der oberen Hautschicht verursachen können. Dabei kann sich auch die Molekülstruktur des Stoffes selbst verändern. Dies kann unter Umständen sogar mit einer erwünschten therapeutischen Wirkung verbunden sein. Ein Beispiel hierfür sind bestimmte Stoffe aus Pflanzen und ätherischen Ölen, sogenannte Psoralene. Synthetisch hergestellt werden sie gemeinsam mit ultraviolettem (UV-)Licht etwa zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Psoriasis (Schuppenflechte) eingesetzt.
Ein fotoallergisches Ekzem entwickelt sich in zwei Schritten. Beim Erstkontakt mit dem Auslöser reagiert zunächst nur das Immunsystem, indem es spezifische Zellantworten gegen die Substanz bildet. Zu Hautreaktionen kommt es dann nach dem zweiten Kontakt mit dem Auslöser.
Ein Beispiel aus der Freizeitwelt ist die sehr häufig vorkommende Wiesengräserdermatitis. Auch Pflanzen wie Bärenklau oder Johanniskraut enthalten Stoffe (Furocumarine), die gemeinsam mit UV-Licht fototoxische Ekzeme verursachen können. Ein bekannter Auslöser aus dem Arzneimittelbereich ist das Antibiotikum Doxycyclin.
Daneben können zahlreiche chemische Substanzen aus dem Alltag fotoallergische Kontaktekzeme auslösen, zum Beispiel auch UV-Filter, wie sie in Sonnencremes enthalten sind. Hier eine Übersicht:
Vermeiden lassen sich fototoxische und fotoallergische Reaktionen der Haut am besten, indem man sich durch Kleidung und/oder auch Sonnenschutzcremes vor UV-Licht schützt. Sonnenschutzcremes sollten dabei auf jeden Fall auch einen UV-A-Filter enthalten, da in den meisten Fällen UV-A die auslösende Wellenlänge für solche Reaktionen ist. Dabei ist das zuvor genannte Risiko, dass auch UV-Filter eine fotoallergische Reaktion auslösen können, zu berücksichtigen. Man kann zusätzlich fotoallergischen Reaktionen vorbeugen, wenn parfüm- und konservierungsstofffreie Produkte verwendet werden.
Prof. Dr. med. Margitta Worm
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surfmed/www.apotheken-umschau.de; 29.03.2007, aktualisiert am 10.08.2011