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Erysipel: Symptome und Komplikationen

Ein Erysipel verursacht Symptome wie Frösteln, Fieber und Mattigkeit. Die infizierte Hautstelle rötet sich, ist überwärmt und schmerzt. Ohne rasche Therapie drohen Komplikationen wie Venenentzündung oder Blutvergiftung


Ein Erysipel macht sich häufig durch einen plötzlichen Krankheitsbeginn mit Fieber, Kopfschmerzen oder Frösteln bemerkbar

Fieber, Frösteln, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit, starkes Krankheitsgefühl – solche Beschwerden gehören oft zu den ersten Symptomen bei einem Erysipel. Die Patienten meinen bisweilen, dass sie eine Erkältung bekommen. Gerade bei wiederholten Krankheitsepisoden können solche Allgemeinsymptome aber fehlen.

Die Haut kann zunächst jucken, spannen oder brennen. An der betroffenen Hautstelle (häufig am Unterschenkel, im Gesicht, aber auch am Arm, Stamm oder Fuß) werden Entzündungszeichen sichtbar: Es bildet sich eine schmerzhafte, flächige, glänzende, helle Rötung. Sie ist vor allem anfangs eher scharf von der Umgebung abgegrenzt. Oft bilden sich am Rand flammen- oder zungenartige Ausläufer, weil sich die Infektion entlang der Lymphspalten ausbreitet. Die benachbarten Lymphknoten schwellen manchmal an.



Symptome bei Gesichtsrose (Erysipel, Wundrose im Gesicht): Die Rötung auf der Haut zeigt am Unterrand zum Kinn hin einen zungenförmigen Ausläufer. Im lockeren Bindegewebe des Gesichtes kommt es leicht zu einer Schwellung

In den folgenden Tagen nimmt die Rötung einen satten roten Farbton an, ist überwärmt und kann (vor allem im Gesicht) mit einer deutlichen Schwellung einhergehen. Bei einigen Patienten entstehen Blasen oder Einblutungen im Bereich der Hautentzündung – wahrscheinlich vor allem dann, wenn die Krankheitserreger (die Streptokokken) bestimmte Giftstoffe (Toxine) absondern. Im weiteren Verlauf können die Ränder der Rötung allmählich verschwimmen, die Mitte blasser werden.

Mögliche Komplikationen bei Erysipel

Bei zu später oder unzureichender Therapie sowie schwerem Krankheitsverlauf kann eine Wundrose verschiedene Komplikationen nach sich ziehen. Gefährdet sind vor allem Patienten mit Begleiterkrankungen oder Abwehrschwäche:

  • Die Lymphwege können durch die Entzündung "verkleben", so dass die Lymphe nicht mehr richtig abfließt. Sie staut sich (Lymphstau) und sammelt sich im Gewebe an (Lymphschwellung, Lymphödem). Das Gewebe wird schlechter mit Nährstoffen und Immunzellen versorgt – das erhöht das Risiko, dass eine Wundrose erneut auftritt, weil einzelne Streptokokken überleben und sich in der eiweißreichen Lymphe gut vermehren.
  • Verläuft die Krankheit schwer oder wird sie nicht richtig behandelt, fallen die Lymphschwellungen manchmal massiv aus und werden teilweise mit Bindegwebe durchsetzt. Dieser Prozess ist dann nicht mehr umkehrbar und kann zu der sogenannten Elephantiasis führen – massiv verdickten Beinen.
  • Die Infektion geht mit Einblutungen und blasiger Abhebung der oberen Hautschicht einher.
  • Die benachbarten Venen können sich entzünden (Venenentzündung, Thrombophlebitis).
  • Gelangen Bakterien in die Blutbahn, besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. Diese Komplikation kommt bei einem Erysipel aber sehr selten vor.
  • Auch die Niere ist durch die Infektion gefährdet – aufgrund immunologischer Fehlreaktionen: Der Körper bildet dann Abwehrstoffe (Antikörper) gegen körpereigene Strukturen, weil diese Ähnlichkeit mit Merkmalen der Streptokokken haben. So kann es 10 bis 20 Tage nach Haut- oder Racheninfektionen mit Streptokokken zur einer bestimmten Form der Nierenentzündung (Glomerulonephritis) kommen. Da sie häufig unbemerkt bleibt, empfiehlt sich eine Urinuntersuchung rund 10 bis 20 Tage nach der Streptokokken-Infektion.
  • Eine zum Glück seltene, aber gefährliche Komplikation bei Gesichtsrose (Erysipel im Gesicht): Unter Umständen werden Bakterien ins Gehirn verschleppt und lösen eine Hirnhautentzündung oder einen Venenverschluss (eine Hirnvenenthrombose, Sinusvenenthrombose) aus.

Ein Erysipel neigt dazu, nach dem Abklingen wiederzukehren – vor allem wenn zusätzliche Risikofaktoren bestehen (siehe Kapitel Ursachen und Risikofaktoren). Manchmal geht eine Wundrose in eine chronische Form über.

 




Bildnachweis: Your Photo Today/BSIP, W&B/Christine Beckmann
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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 04.12.2014,
Bildnachweis: Your Photo Today/BSIP, W&B/Christine Beckmann

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