Bis vor rund hundert Jahren galt eine helle Haut als absolutes Schönheitsideal der Oberschicht. Sonnenbräune hingegen war ein Merkmal des niederen Standes – beispielsweise von Bäuerinnen. Doch die blasse Vorliebe fand ein abruptes Ende, als Coco Chanel zart gebräunt von einem Segeltrip wiederkehrte. Plötzlich wollte alle Welt Sonnenteint tragen, so wie die Modeschöpferin.
Dieser Wunsch ist heute noch so aktuell wie damals. Nur wissen wir inzwischen, wie stark UV-Strahlen unserer Haut schaden. Der kluge Braunbär aus dem Jahre 2010 knallt sich also nicht mehr einfach in die Sonne, sondern versucht auf gesünderem Wege am Karamellteint zu arbeiten. Besonders beliebt: der Selbstbräuner, die Sonne aus der Tube.
Doch kann etwas, das so einfach funktioniert wirklich gesund sein? Wir haben nachgefragt. Martin Ruppmann, der Geschäftsführer des VKE-Kosmetikverbandes in Berlin erklärt, wie man Selbstbräuner am besten anwendet und wie lange die Bräune vorhält.
Wie funktioniert Selbstbräuner eigentlich?
Die meisten angebotenen Selbstbräunungsmittel enthalten den Wirkstoff Dihydoxyazeton (DHA) in einer Konzentration von 2 bis 5 Prozent. DHA ist ein farbloses Kohlenhydrat pflanzlichen Ursprungs, das in die obersten Zelllagen der Hornschicht der Haut eindringt. Dort reagiert es mit dem Keratin der Hautzellen und es entstehen braune Farbstoffe.
Wie lange hält die Bräune vor?
Da unsere obersten Hautschichten laufend als Schüppchen abgestoßen werden, muss die Anwendung des Produkts alle drei bis vier Tage wiederholt werden.
Ist die Methode für jeden Hauttyp geeignet?
Selbstbräuner sind für alle Hauttypen geeignet. Eine ungefährlich erworbene Hautfarbe, ohne die durch Sonneneinstrahlung mögliche Schädigung der Haut. Selbstbräuner-Konsumenten setzen sich in der Regel sehr viel kürzer den schädigenden Sonnenstrahlen aus und bekommen deshalb auch seltener Sonnenbrand.
Funktioniert Selbstbräuner als UV-Schutz?
Selbstbräuner enthalten keinen UV-Schutz. Sie beinhalten Substanzen, die die Haut zwar braun färben, aber auf keinen Fall die Sonnenempfindlichkeit herabsetzen. Das heißt, es wäre ein Trugschluss zu glauben, die leicht gebräunte Haut reagiert sonnenunempfindlicher.
Eine sogenannte Lichtschwiele, also einen natürlichen Eigenschutz der Haut vor UV-Strahlen, baut die Haut nicht über die Verwendung eines Selbstbräuners auf. Auch bei intensiver Verwendung von Selbstbräunern ist ein zusätzlicher UV-Schutz unabdingbar.
Wie wendet man Selbstbräuner am besten an?
Das beste Ergebnis erzielen Sie mit einem Auftragen des Selbstbräuners nach dem Duschen und einem Ganzkörper-Peeling. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift dabei zu einem getönten Selbstbräuner. Der verleiht der Haut innerhalb kurzer Zeit eine leichte Tönung und man sieht sofort, ob die Farbe wirklich gleichmäßig aufgetragen ist oder man nachbessern muss.
Wichtig ist aber in jedem Fall: Die Augenbrauen und den Haaransatz beim Auftragen auslassen, sonst wird das Ergebnis fleckig. Nach etwa zwei bis drei Stunden zeigt die Haut dann bereits eine schöne Tönung. Vorsicht allerdings mit der Kleidung: Selbstbräunende Creme oder Lotion ist schwer aus der Kleidung, vor allem Synthetik, herauszukriegen. Beim Auftragen also möglichst keine Wäsche oder nur Unterwäsche tragen.
Ist die Verwendung von Selbstbräuner gesundheitsschädlich?
Abgesehen davon, dass Menschen, die durch Selbstbräuner vermittelte Pigmentierung als "Abhärtung" der Haut fehlinterpretieren und dadurch Gefahr laufen, schwere Sonnenbrände zu entwickeln, ergeben sich aus der Anwendung von Selbstbräunern keine gesundheitlichen Risiken. Auch die Befürchtung, dass Verwender von Selbstbräunern ein erhöhtes Melanomrisiko haben, wurde durch eine Studie widerlegt.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
07.06.2010, aktualisiert am 21.05.2012
Bildnachweis: iStock/Nikada
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