In dem beschriebenen Fall besteht eine "primäre Enuresis nocturna und diurna", auf Deutsch: ein Einnässen nachts und tagsüber. Im Unterschied zu sogenannten sekundären Formen, bei denen die bereits gut entwickelte Blasenkontrolle plötzlich nicht mehr funktioniert, war dieses Kind nie vollständig trocken. Erbliche Faktoren – zum Beispiel gibt es bei manchen Kindern eine gewisse familiäre Veranlagung dazu –, Schlafstörungen, "eigenwillige" Trinkgewohnheiten, Störungen im Haushalt bestimmter Hormone oder Verzögerungen in der Entwicklung von Teilen des Nervensystems, aber auch psychische Probleme können dahinterstecken.
Ein Einnässen vor dem fünften Lebensjahr sollte nicht behandelt werden, da sich das Problem in drei von zehn Fällen spontan löst. Bei dem Kind im oben beschriebenen Fall sollten ein Kinderarzt und ein in der Kinderurologie erfahrener Facharzt aufgesucht werden.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jens Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza
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31.05.2007, aktualisiert am 03.05.2012
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