So geht Händewaschen richtig

Händewaschen schützt vor Infektionen. Wir erklären, wo Keime überall lauern, weshalb Handtrockner unhygienisch sind und wie Sie die Hände in vier Schritten richtig reinigen
von Valerie Till, aktualisiert am 20.04.2016

Sauber: Mindestens 20 Sekunden dauert eine gründliche Handwäsche

Fotolia / Alexander Raths

Das Smartphone, der Türöffner in der U-Bahn oder das Taschentuch zum Schnäuzen: Täglich kommen unsere Hände mit den unterschiedlichsten Oberflächen in Berührung. Auch wenn sie nicht sichtbar schmutzig sind, bleiben Keime auf der Haut haften. Rund 100 Erreger befinden sich pro Quadratmeter normalerweise auf der Hand. Nicht alle sind problematisch, manche machen allerdings krank. Was dagegen hilft: regelmäßiges und richtiges Händewaschen.

Dabei lebt jemand, der seine Hände täglich mehr als 20 Mal einseift und unter Wasser hält, nicht automatisch hygienischer. Zu häufiges Händewaschen strapaziert zudem die Haut. Entscheidend ist nicht die absolute Häufigkeit, sondern der Anlass. Das bedeutet: Es reicht nicht aus, sich nur nach dem Toilettengang, vor dem Kochen oder nach dem Spielen mit dem Hund die Hände zu reinigen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt beispielsweise auch, sich nach dem Schnäuzen oder Niesen, nach dem Heimkommen oder vor dem Auftragen von Make-up die Hände zu waschen, damit sie sauber sind.

Hände richtig waschen: So geht’s!

Schritt 1: Hände unter fließendes Wasser halten und gut anfeuchten. Die Wassertemperatur spielt dabei keine Rolle, sie sollte als angenehm empfunden werden, aber nicht zu hoch sein.

Die Seife ist ein Muss beim Händewaschen, Wasser alleine reicht nicht

Thinkstock/ Photodisc

Schritt 2: Hände gründlich einseifen. Verteilen Sie eine ausreichende Menge Seife von der Handinnenfläche, zu den Fingerspitzen und den Fingerzwischenräumen bis zum Handrücken. Nehmen Sie sich mindestens 20 bis 30 Sekunden Zeit, den Seifenschaum überall sanft einzureiben. Daumen und Fingernägel nicht vergessen!

Wenn Sie sich fragen, welche Seife die beste ist: Flüssigseifen sind in der Regel hygienischer als Seifenstücke. Außerdem sollte die Seife pH-neutral sein, damit der natürliche Säureschutzmantel der Haut nicht angegriffen wird. Dieser sorgt dafür, dass Krankheitserreger abgewehrt werden. Seifen mit antibakteriellen Zusätzen sind nur in speziellen Fällen nötig.

Schritt 3: Schaum gut unter fließendem Wasser abspülen.

Schritt 4: Hände gründlich mit einem sauberen Handtuch abtrocknen. Dabei auch die Fingerzwischenräume nicht vernachlässigen. Zu Hause sollte jede Person ihr persönliches Handtuch benutzen, dass regelmäßig bei 60 Grad Celsius gewaschen werden sollte. Wenn Sie zu trockener Haut neigen, können Sie ihre Hände nun mit einer rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Creme pflegen.

Drucklufthandtrockner sind Keimschleudern

Hygienisch sind Sie in der Öffentlichkeit eher auf der sicheren Seite, wenn Sie Flüssigseifen Seifenstücken bevorzugen. Auch sollten Sie eher Einmalhandtücher zum Abtrocknen statt einen elektrischen Warmluft- oder einen Drucklufthandtrockner benutzen. Diese Geräte pusten ihre Hände zwar innerhalb weniger Sekunden trocken – allerdings zeigten Forscher der britischen Universität Westminster in einer aktuellen Studie, dass sie sehr viele Keime in der Luft verteilen. Im Vergleich zu Papierhandtüchern wirbeln Warmlufttrockner demnach 60-mal und Drucklufthandtrockner sogar 1300-mal mehr Bakterien durch die Luft. Ein weiterer Vorteil von Einmalhandtüchern: Sie reiben zusätzlich Keime von der Haut, die das Wasser noch nicht ablösen konnte.

Bei einem öffentlichen Wasserhahn oder bei Türklinken ist ebenfalls Vorsicht geboten: Wer sicher gehen will, benutzt diese entweder mit einem Einweghandtuch oder mit dem Ellenbogen, um sich nicht wieder Keime auf die sauberen Hände zu holen.

Weitere ausführliche Informationen zum Thema Händewaschen, inklusive Videos und Infomaterialien, finden Sie auf der Seite der BZgA: Hygienetipps – Händewaschen.


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