Lockiges Haar richtig pflegen

Warum Naturlocken an der Luft trocknen sollten und zu häufiges Haarewaschen schadet

von Natalie Peine, aktualisiert am 18.10.2016

Lockenschopf: Gewelltes Haar wird anders gepflegt als glattes

istock/m-imagephotography

Shampoo

Locken benötigen seltener Shampoo, weil sie mehr zum Austrocknen neigen. Die Tenside, also die Waschsubstanzen, reinigen zwar, entfernen aber auch den schützenden Fettfilm. Es genügt, die Haare zweimal pro Woche mit einem milden Shampoo zu waschen. Fettet die Kopfhaut eher nach, auch häufiger. "Wer das Gefühl von frisch gewaschenem Haar möchte, kann statt Shampoo eine Pflegespülung verwenden", sagt die ­Friseurin Karoline Stephens aus Wiesbaden. Bei trockener Kopfhaut fragen Sie in Ihrer Apotheke nach rückfettenden Produkten.

Cremes und Seren

Stylingprodukte für Locken ins handtuchtrockene Haar geben, dann kann es die Pflegestoffe angeblich am besten aufnehmen. Cremes und Seren für Locken definieren die Wellen, machen sie geschmeidig und bringen sie zum Glänzen. Sie verhindern zudem, dass die Haare austrocknen.


Pflegespülung

Tragen Sie nach der Shampoo-Wäsche eine Pflegespülung auf, auch Conditioner genannt. Durch den leicht sauren pH-Wert der Zusatzpflege zieht sich das Haar zusammen, die Schuppenschicht schließt sich. So soll das Haar besser vor UV-Strahlen und Hitze geschützt sein.

Föhnen

Föhnen: Bei Locken ist ein Diffusor-Aufsatz ein Muss. Er verteilt die warme Luft und schützt vor zu viel Hitze, die Haar und Kopfhaut austrocknet. Je länger die Stifte des Diffusors, desto schonender für das Haar, da es weniger gequetscht wird. Den Föhn auf die niedrigste Stufe und die geringste Temperatur einstellen.

Bürsten

Locken sollten selten gebürstet werden – und wenn, dann mit einer möglichst großen Rundbürste. ­Modelle aus Metall werden beim Föhnen sehr heiß und schädigen deshalb eher das Haar. Allerdings lassen sich Locken mit Metallbürsten besser formen. Produkte aus Holz haben in der Regel Natur­borsten. Die sind gesünder fürs Haar, aber schlechter zum Formen geeignet.

Trocknen

Am besten trocknen Sie Locken an der Luft. "Wenn dafür zu wenig Zeit ist, die Haare nach dem Waschen für circa 15 Minuten in ein Handtuch aus Mikrofasern einschlagen", rät Friseurin Stephens. Mikrofasern saugen Feuchtigkeit schnell auf und sollen den "Frizz"-Effekt ver­ringern – störrisches Haar, das in alle Richtungen absteht und sich kräuselt.

Spray und Haarlack

Besonders widerspenstige Locken lassen sich mit speziellen Sprays oder Haarlack bändigen. "Produkte etwa mit Alkekengi-Wachs oder Avocado-Öl pflegen schonend", sagt die Apothekerin Irina Haydt aus Wiesbaden. Avocado-Öl versorgt die Haar­faser mit Feuchtigkeit. Alkekengi-Wachs soll ebenfalls Feuchtigkeit spenden. Die Locken sollen geschmeidi­ger werden und sich besser formen lassen.

Lockenwickler

Ja, es gibt sie noch: die guten alten Locken­wickler. Sie werden jedoch heute kaum mehr genutzt. "Einlegefrisuren, für die man Lockenwickler benötigt, liegen nicht mehr im Trend", sagt Friseurin Stephens. Bei Naturlocken rät sie von Wicklern ab, da die ­künstlich geformten Wellen viel Schaumfestiger brauchen, um zu halten. Der darin enthaltene Alkohol trocknet die sowieso schon eher feuchtigkeitsarmen Krausen zusätzlich aus.

Haarkur

Spezielle Haarkuren spenden besonders viel Feuchtigkeit und glätten die Schuppenschicht, die Haare glänzen mehr. "Kuren sind nichts für die tägliche Pflege", sagt Stephens. Zu viele Pflegestoffe machen das Haar schwer. Verteilen Sie die Kur im handtuchtrockenen Haar für maximal 15 Minuten. Spülen Sie das Produkt danach gründlich aus.



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