Enthaarung: Schöne glatte Haut

Ob Achseln, Beine oder Intimbereich: die besten Enthaarungs-Methoden für jede Hautzone. Experten geben zudem Tipps, was gereizte Haut lindert

von Julia Jung, aktualisiert am 15.07.2014

Haare sind eine Zierde – aber nur an der richtigen Körperstelle

W&B/Thomas von Aagh

Der Sommer ist da. Kurze Hosen und Röcke lenken die Blicke auf nackte Beine. Diese sollten deshalb schön gepflegt und glatt sein. Doch nicht nur dort ist haarlose Haut mittlerweile selbstverständlich.

Einer Studie der Universität Leipzig zufolge entfernen etwa 80 Prozent der deutschen Frauen die Haare an mindestens drei Körperstellen, vor allem an den Beinen, unter den Achseln und im Intimbereich. Hier die wirksamsten Enthaarungstechniken im Überblick.


Glatte Haut macht einen gepflegten Eindruck

W&B/Thomas von Aagh

Die Vorbereitung

Pflege ist das A und O, denn gut gepflegte Haut ist weniger schnell gereizt. "Verwenden Sie regelmäßig eine Bodylotion mit Stoffen wie Urea, Aloe vera oder Glycerin", rät Dr. Timm Golüke, Dermatologe aus München. Diese Stoffe spenden Feuchtigkeit und sorgen für eine intakte Hautbarriere. Am Abend vor dem Enthaaren empfiehlt sich ein körniges Peeling, es legt die Haare gut frei. Bevor Sie beginnen, entfetten und waschen Sie die Haut mit warmem Wasser.


Der Klassiker: Rasieren

Die Nassrasur ist die einfachste Methode, störende Härchen loszuwerden. "Das Haar wird an der Hautoberfläche abgeschnitten, spätestens nach drei Tagen wachsen feine Stoppeln nach", so Hautarzt Golüke.

Die Rasur eignet sich besonders für großflächige Hautbereiche. Wer keine empfindliche Haut hat, kann hier auch gegen die Wuchsrichtung rasieren. Ein Klingenwechsel steht an, wenn Sie beim Rasieren Druck ausüben oder mehrmals über eine Stelle streichen müssen, um die Haare zu entfernen. Meist ist das etwa ab der zehnten Rasur notwendig. Wird die Klinge nicht ausgetauscht, kann die Haut gereizt reagieren.

Um sie nicht zusätzlich zu strapazieren, sollten Sie nicht trocken rasieren. "Rasierschaum oder -gel macht die Haare vor der Rasur weich", so Golüke. Eine ähnliche aufweichende Wirkung hat übrigens auch Haarconditioner – sollte einmal kein Rasurprodukt zur Hand sein. Schaum gegen die Haarwuchsrichtung auftragen, dabei stellen sich die Härchen auf und werden besser erfasst.

Bei empfindlicher Haut: Klinge mit Desinfektionsspray reinigen und mit einem Kosmetiktuch trocknen – so setzen sich keine Bakterien auf der Klinge fest.


Für Tapfere: Epilieren

Der Epilierer packt die Härchen mittels rotierender Walzen an der Wurzel. "Nach etwa zwei Wochen wachsen die Haare nach", sagt Dermatologe Golüke. Bei regelmäßiger Anwendung wachsen weniger Haare, und sie werden feiner. So lässt sich die eher schmerzhafte Anwendung nach und nach besser ertragen.

"Empfindliche Stellen wie die Achseln oder der Intimbereich sind nach dieser Behandlung schnell gereizt und reagieren mit Rötungen", weiß die Apothekerin Juliane Protz aus Berlin. Daher sollten Sie abends epilieren, sodass die Haut sich über Nacht beruhigen kann.

Es hilft auch, sie vorab zu kühlen. Dazu ein Kühlkissen 30 Sekunden lang auf die Haut legen, direkt danach epilieren. Grundsätzlich gilt: Diese Methode eignet sich vor allem für robuste Hauttypen.


Für Entschlossene: Wachsen

Warmes Wachs wird auf die zu enthaarende Körperstelle gestrichen. Die klebrige Masse umschließt jedes einzelne Haar. Daher eignet sich die schmerzhafte Methode auch für jede Körperstelle. Sobald das Wachs abgekühlt ist, wird es mit einem Ruck mitsamt den Haaren abgezogen. "Beim Waxing werden auch die Haarwurzeln entfernt", so Apothekerin Protz.

Durch die Wärme des Wachses – sie sollte etwas über der Körpertemperatur liegen – öffnen sich die Poren. Deshalb lassen sich die Haare leichter entfernen. Das Ergebnis ist gründlich und lang anhaltend. "Erst nach etwa zwei Wochen wachsen feine Härchen nach", weiß der Dermatologe. Ähnlich funktioniert auch das "Sugaring": Dabei wird statt mit Wachs mit einer zähen Masse aus Zucker, Zitronensaft und Wasser enthaart.

Für Menschen mit trockener oder empfindlicher Haut und höherem Schmerzempfinden empfiehlt sich diese Methode nicht. Achtung: Bei Krampfadern oder frischen Narben sollte man besser rasieren oder eine Enthaarungscreme verwenden, denn warmes Wachs kann diese besonders empfindlichen Stellen reizen.


Der Langzeiteffekt: Laser und Licht

Die Enthaarung mit einem Laser- oder einem IPL-(Intense Pulsed Light-)Gerät ist weitgehend dauerhaft. Lassen Sie diese Prozedur nur von einem zertifizierten Arzt oder einer medizinisch geschulten Kosmetikerin durchführen.

Beim Lasern durchdringt ein Lichtstrahl die oberen Hautschichten und zerstört die Haarwurzel durch Wärme. Die IPL-Technik dagegen schleust Lichtenergie über Melanin, den Farbstoff der Haare, in die Haarwurzel, die dadurch verödet. "Diese Behandlung führt nur bei dunklen Haaren zu anhaltendem Erfolg, helle Haare und feiner Flaum können damit nicht dauerhaft entfernt werden", sagt Dermatologe Golüke.

Das liegt daran, dass in hellem Haar zu wenig Melanin vorhanden ist, das Licht an die Haarwurzel leiten kann. "Für ein gründliches Ergebnis sind etwa sechs Behandlungen in monatlichem Abstand notwendig", so Golüke.

Beide Methoden eignen sich vor allem bei empfindlicher und trockener Haut, da kein direkter Hautkontakt entsteht. Golüke: "Allerdings ist das Risiko hoch, dass nach der Behandlung Pigmentstörungen auftreten." Diese Gefahr einer "postinflammatorischen Hyperpigmentierung" besteht bei allen Eingriffen, welche die Haut betreffen. Schützen Sie deshalb die behandelten Stellen drei Monate vor der Sonne.

Vorteil: Beide Methoden sind schmerzfrei und wirken dauerhaft, wenn sie von Experten durchgeführt werden.


Die Effektive: Enthaarungscreme

Eine Creme mit alkalischen und leicht ätzenden Inhaltsstoffen ist das Mittel der Wahl. "Enthaarungscreme löst das Haar bis kurz unter der Hautoberfläche auf", erklärt Golüke. Die Haarwurzel bleibt unbeschädigt, und die Haare sind nach etwa einer Woche wieder sichtbar.

"Ob Sie die chemische Substanz vertragen, sollten Sie vor der ersten Anwendung an einer kleinen Stelle am Arm testen", rät Apothekerin Protz. Dann wird die Creme mit dem mitgelieferten Spatel aufgetragen. Achtung: für ein effektives Ergebnis nur an Stellen verwenden, die ebenmäßig sind (z. B. Beine oder Arme), und nicht in die Nähe von Schleimhäuten kommen. Nach der Einwirkzeit von fünf bis zehn Minuten die Creme mit dem Spatel abschaben, anschließend Reste mit lauwarmem Wasser abspülen.

Vorsicht: Bei sehr empfindlicher oder trockener Haut kann es leicht zu Reizungen kommen.


Die Pflege danach

  • "Nach der Haarentfernung eine pflegende Lotion oder einen beruhigenden Hautschaum auftragen", rät Apothekerin Protz. Treten gerötete Stellen auf, hilft Babypuder. Es wirkt antibakteriell. Dermatologe Golüke ergänzt: "Aloe vera oder Jojoba halten die Haut geschmeidig, bei Rötungen oder Irritationen helfen panthenolhaltige Wund- und Heilsalben."
  • Angenehm ist jetzt alles, was kühlt und Feuchtigkeit spendet – Wirkstoffe wie Harnstoff oder Zitronenöl. "Verzichten Sie auf Produkte mit Inhaltsstoffen wie Alkohol oder Vitamin A (Retinol), denn sie können die Haut stark reizen", sagt Golüke. Nach der Haarentfernung ist lockere Kleidung gut. Enge Hosen oder Blusen können reiben und so die Haut reizen. Juliane Protz: "Um der Haut Ruhe zu gönnen, sollten Sie in den Stunden nach der Haarentfernung auf pralle Sonne und Baden in Chlor- oder Meerwasser verzichten." Ab dem dritten Tag die Haut ein- bis zweimal wöchentlich mit einem Peeling massieren: So verhindern Sie, dass Härchen einwachsen. 
  • Für den Fall, dass doch mal ein Haar einwächst: mit einem grobkörnigen Peeling die Haut massieren und das Haar dadurch freilegen, anschließend einmal über die Stelle rasieren. Liegt das Haar zu tief oder entzündet es sich, einen Dermatologen aufsuchen.


Bildnachweis: W&B/Thomas von Aagh

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