Ist es eine Grippe oder Erkältung?

Grippe, grippaler Infekt, Erkältung: Schon bei den Begriffen lauert Verwechslungsgefahr. Wir erklären die Unterschiede

von Dr. Katharina Kremser, aktualisiert am 26.11.2015

Grippaler Infekt? Influenza? Erkältung? Wo liegt überhaupt der Unterschied?

Thinkstock/Wavebreak Media

"Mich hat es erwischt! Grippe – trotz Impfung!" So hört man so manchen jammern. Ja, das ist möglich. Vielleicht liegt aber auch nur eine Verwechslung vor. Der Arzt hat einen "grippalen Infekt" diagnostiziert? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine Erkältung handelt. Denn viele Mediziner, aber auch Laien, sprechen von einem grippalen Infekt, wenn Sie eine Erkältung meinen. "Grippaler Infekt" und "Erkältung" sind also zwei verschiedene Namen für ein Krankheitsbild, das den meisten nur zu gut bekannt ist.

Die "echte" Grippe – von Fachleuten auch Influenza genannt – ist jedoch etwas anderes. Der Unterschied liegt zunächst einmal im Erreger. Während die Grippe durch eine bestimmte Art von Viren ausgelöst wird, nämlich durch die sogenannten Influenza- oder auf deutsch Grippe-Viren, können hinter einer Erkältung eine Vielzahl verschiedener Erreger stecken. Auch hier handelt es sich in der Regel um Viren, aber sie können aus vielen verschiedenen Familien stammen: Adenoviren, Coxsackieviren, Rhinoviren, Respiratory-Syncytial-Viren (RSV), Parainfluenzaviren und Enteroviren sind nur einige Beispiele. Insgesamt kommen weit über 100 verschiedene Viren als Erkältungsauslöser infrage.


Dass die beiden Krankheitsbilder oft verwechselt werden, ist wenig verwunderlich, wenn man die Symptome betrachtet: Auch wenn die dahintersteckenden Viren verschieden sind, zwischen Grippe und Erkältung anhand der Krankheitszeichen zu unterscheiden, kann selbst für Ärzte manchmal schwierig sein. Denn die Beschwerden ähneln sich. Trotzdem gibt es kleine Unterschiede, die auch ohne Erregernachweis darauf hinweisen können, um was es sich vermutlich handelt:


Grippe oder Erkältung? Die kleinen Unterschiede

Die Impfung gegen Influenza trägt dazu bei, sich vor Grippe zu schützen

W&B/Achim Graf

Ärzte wissen zudem, ob bereits Influenzainfektionen in der Gegend aufgetreten sind, was das Vorliegen einer Grippe wahrscheinlicher macht. Wenn Sie sich ernsthaft krank fühlen, hohes Fieber bekommen oder unter starken Kopf- und Gliederschmerzen leiden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, um die Ursache ermitteln zu lassen. Er kann feststellen, ob es sich zum Beispiel um Grippe handelt. Bei Bedarf kann er Sie krankschreiben und Ihnen Medikamente verordnen, welche die Symptome lindern. Es gibt auch verschreibungspflichtige Arzneimittel, die den Krankheitsverlauf bei einer Influenza positiv beeinflussen können. Ärzte setzen sie vor allem ein, wenn einer schwerer Verlauf droht oder sich anbahnt. Sie sollten innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen eingenommen werden – weshalb eine rasche Diagnose entscheidend ist.

Was die Grippe trotz Impfung anbelangt: Das ist tatsächlich möglich, denn keine Impfung schützt hundertprozenzig. Allerdings kann man sein Risiko, an einer Grippe zu erkranken, mit dem jährlichen Piks gegen Influenza deutlich senken. Gegen einen grippalen Infekt schützt die Grippe-Impfung aber natürlich nicht.



Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Hausapotheke komplett?

Denk dran

Zum Download: Checkliste Erkältung »

Wappnen Sie sich gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit - mit der Checkliste Erkältung »

Krankheits-Ratgeber zum Thema

Grippe-Virus

Grippe (Influenza)

Bei der „echten Grippe“ handelt es sich um eine Infektion mit Influenza-Viren. Mehr über die Symptome der Grippe, ihre Dauer und den Unterschied zum grippalen Infekt  »

Lesen Sie den Beipackzettel von Medikamenten?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages