Grippe (Influenza)
Ursachen und Risikofaktoren

Das Influenza-Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen

Pandemie: Grippewellen können weltweit auftreten

Immer wieder kommt es zu lokal begrenzten (Epidemie) oder weltweiten Infektionswellen (Pandemie) mit Influenza-Viren. Dabei spielt es eine große Rolle, dass das Virus sehr wandlungsfähig und daher für das menschliche Immunsystem schwer zu fassen ist. Grippe-Viren werden per Tröpfcheninfektion übertragen, so dass sie sich in Gegenden mit einer dichten Besiedlung sehr leicht verbreiten können. Bestimmte Risikofaktoren, wie ein geschwächtes Immunsystem, begünstigen die Infektion.

Epidemie, Pandemie

– warum sich das Virus so leicht verbreitet

Die bisher schlimmste Influenza-Seuche, die Spanische Grippe von 1918 bis 1919, forderte mehr als 20 Millionen Tote. Das sind mehr Opfer als im gesamten Ersten Weltkrieg durch den Krieg zu Tode gekommen sind. Influenza Typ A ist seit langem die häufigste Ursache von Epidemien und Pandemien. Von einer Epidemie spricht man, wenn ein Virus vorübergehend in einer bestimmten Region gehäuft auftritt. Bei einer Pandemie handelt es sich um eine Epidemie, die nicht örtlich begrenzt ist, also in mehreren Ländern oder sogar weltweit auftritt. Die Spanische Grippe beispielsweise war eine Pandemie.

Erfahrungsgemäß gibt es etwa alle zwei bis drei Jahre eine Influenza-Epidemie. Zwei Dinge tragen dazu bei: die hohe Ansteckungsrate und die kontinuierliche Veränderung des Virus. Meist kommt es bereits kurz nach der Entwicklung einer guten Immunität gegen das derzeitige Virus zu einem Wandel des Virus, weil sich die Influenza-Viren durch kleine Mutationen in den für ihre Erkennung durch das Immunsystem wichtigen Regionen ständig verändern. Durch Fortschritte in der Medizin, die eine verbesserte Therapie und Diagnostik ermöglichen, kann man die Folgen von Influenza-Epidemien inzwischen aber deutlich abmildern.

Befallen zwei verschiedene Influenza-Viren dieselbe Zelle, kann es dazu kommen, dass sie Erbgutteile miteinander austauschen und sich quasi miteinander kombinieren. Auch dieser Mechanismus trägt zur Veränderungsfähigkeit des Virus bei. Und außerdem können Influezaviren auch vom Tier (zum Beispiel von Vögeln oder Schweinen) auf den Menschen überspringen. So entstehen völlig neue Virus-Typen. Alle 10 bis 40 Jahre ergeben sich auf diese Weise größere Veränderungen des Virus, was auch heute noch zu Seuchen führen kann, die besonders in Ländern, in denen viele Menschen auf engem Raum leben und nur schlechte medizinische Versorgung vorhanden ist, zu zahlreichen Todesfällen führen können.

Wichtige Oberflächenantigene: Neuraminidase und Hämagglutinin (um die Grafik ganz zu sehen, bitte zum Vergrößern auf die Lupe klicken!)
Wandlungsfähiger Erreger

Das Problem an der Influenza ist die Unberechenbarkeit: Das Virus verändert sich ständig und ist so der Immunantwort  häufig einen kleinen Schritt voraus.

Um diesen Mechanismus zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass es verschiedene Influenza-Arten gibt: Grob wird das Virus in die drei Typen A, B und C unterteilt. Typ A ist der häufigste und für den Menschen am gefährlichsten. Die anderen beiden Influenza-Arten, Typ B und Typ C, sind harmloser. Typ B tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf, der Verlauf ist milder als der einer Infektion mit Typ A. Typ C kommt nur sporadisch vor.

Für die Erkennung des Virus-Typs A durch das menschliche Immunsystem spielen zwei Moleküle eine wichtige Rolle, die auf der Oberfläche des Virus sitzen: Sie heißen Neuraminidase (abgekürzt: N) und Hämagglutinin (H). Von ihnen existieren jeweils eine Reihe verschiedener Unterarten, die durchnummeriert werden (zum Beispiel N1, N7... beziehungsweise H1, H5, H7 ...). Durch neue Kombinationen dieser Moleküle bilden sich immer wieder leicht abgewandelte Typen des Influenza A-Virus. Diese Subtypen werden dann auch entsprechend bezeichnet (zum Beispiel H5N1)

Weil sich das Influenza-Virus ständig verändert, muss auch der Impfstoff immer wieder angepasst werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versucht, dem sich wandelnden Virus dicht auf den Fersen zu bleiben und gibt regelmäßig neue Empfehlungen für Impfstoffe heraus, welche die jeweils aktiven Virustypen so gut wie möglich berücksichtigen. Der einzelne Impfstoff schützt also vor allem gegen die Virustypen, von denen man voraussagt, dass sie in der jeweiligen Grippe-Saison die wichtigste Rolle spielen. Bereits im darauf folgenden Jahr können die Viren jedoch ganz andere Eigenschaften haben. Deshalb muss man sich bei entsprechender Gefährdung jedes Jahr erneut mit dem aktuellen Impfstoff immunisieren lassen.

Vorsicht: Grippe ist eine Tröpfcheninfektion

Wie wir uns anstecken

Die Grippeviren sind nur wenige Tausendstel Millimeter groß. Sie befallen Schleimhautzellen, zum Beispiel in der Nase, und vermehren sich dort. Menschen stecken sich mit dem Grippe-Virus meist durch Tröpfcheninfektion an. Das kann beispielsweise geschehen, wenn eine erkrankte Person niest und die Tröpfchen eingeatmet werden.  Influenza-Viren können außerdem bis zu mehrere Stunden außerhalb des Körpers überleben, bei niedrigen Temperaturen sogar noch länger. Kommen die Hände also in Kontakt mit Gegenständen, auf denen sich virushaltige Sekrete befinden (zum Beispiel Türklinken) und fasst man sich anschließend damit an die Nase oder andere Schleimhäute, ist eine Ansteckung ebenfalls möglich.

Risikofaktoren

Schließlich gibt es noch eine Reihe von Faktoren, die eine Erkrankung und vor allem Komplikationen begünstigen:

  • Chronische Herzkrankheiten
  • Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten
  • HIV-Erkrankung
  • Bösartige Tumorerkrankungen
  • Unterdrückung des Immunsystems im Zuge einer medizinischen Behandlung
  • Alter von über 65 Jahren
  • Alter von weniger als 1 Jahr
  • Schwangerschaft
  • Unterernährung

 


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