Ein üppiges Festmahl mit Braten und dazu noch reichlich Alkohol – das kann bei Gefährdeten leicht einen Gichtanfall provozieren
Die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt eine Gicht entwickeln kann, ist ein Zuviel an Harnsäure im Blut – medizinisch heißt das Hyperurikämie. Eine Hyperurikämie stellt sich immer dann ein, wenn das Gleichgewicht zwischen Bildung und Ausscheidung der Harnsäure im Körper gestört wird. Harnsäure wird vor allem über die Nieren, und nur zu einem kleinen Teil über den Darm ausgeschieden. Bei etwa fünf Prozent der erwachsenen Männer lassen sich erhöhte Konzentrationen an Harnsäure im Blut nachweisen, die aber anfangs keine Beschwerden verursachen. Ob eine Gicht auftritt, hängt von der Dauer und vom Grad der Hyperurikämie ab.
Harnsäure entsteht im Körper aus dem Abbau von Purinen. Diese wiederum stammen aus zwei Quellen:
Für einen Harnsäureüberschuss im Blut gibt es im Wesentlichen drei mögliche Ursachen:
1. Im täglichen Essen stecken zu viele Purine. Sie werden zu Harnsäure abgebaut.
2. Im Körper entsteht verstärkt Harnsäure, zum Beispiel weil viele Zellen zerfallen.
3. Die Nieren scheiden zu wenig Harnsäure aus.
Häufig finden sich Kombinationen der genannten Fehlsteuerungen. Genetische Veränderungen spielen bei der Entstehung der Gicht eine wichtige Rolle. So finden sich bei Verwandten von Gichtkranken oft ebenfalls erhöhte Harnsäurespiegel. Ärzte unterscheiden verschiedene Formen der Gicht:
Primäre Form: Ursache der Hyperurikämie ist ein angeborener Stoffwechseldefekt. Fast immer scheidet die Niere weniger Harnsäure aus als nötig wäre. Nur in sehr seltenen Fällen ist ein Enzymdefekt schuld daran, dass der Körper zu viel Harnsäure herstellt.
Sekundäre Form: Die Hyperurikämie wird durch andere Krankheiten oder Störungen hervorgerufen. Eine sekundäre Gicht entsteht beispielsweise als Folge von Leukämie oder anderen Blutkrankheiten, bei denen viele Zellen abgebaut werden, bei Nierenerkrankungen, oder manchmal bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten.
Besteht bereits eine versteckte Neigung zu Gicht, wirken äußere Faktoren krankheitsfördernd oder anfallauslösend. Zu diesen Faktoren gehören vor allem purinreiche Lebensmittel und alkoholische Getränke, aber auch Stoffwechselschwankungen, wie sie bei strengen Diäten oder manchmal bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) vorkommen. Auch körperlicher Stress – zum Beispiel durch Verletzungen, ungewöhnliche Anstrengungen oder Infektionen – kann eine akute Gichtattacke provozieren.
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13.09.2005, aktualisiert am 06.02.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF
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