Die Beschwerden und Zeichen des akuten Gichtanfalls sind oft sehr charakteristisch, so dass der Arzt in der Regel die richtige Verdachtsdiagnose stellen kann.
Der typische "Lehrbuchfall", der mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen akuten Gichtanfall spricht, sieht folgendermaßen aus: Eine plötzliche extrem schmerzhafte Entzündung am Zehengrundgelenk bei einem über 40-jährigen Mann, der am Abend zuvor mit reichlichem Essen und Alkoholgenuss ordentlich gefeiert hat.
Der individuelle Fall kann natürlich von diesem Muster abweichen. So können beispielsweise auch Infekte oder eine starke Anstrengung einen Anfall provozieren. Fieber, Kopfschmerzen und Unwohlsein können einem Gichtanfall auch vorausgehen. Wenn die Symptome nicht eindeutig sind, wird der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen.
Mit einer Blutuntersuchung lässt sich der aktuelle Harnsäurewert feststellen. Er ist bei einem akuten Anfall jedoch nicht immer auffällig, sondern kann bereits wieder im Normalbereich liegen. Aussagekräftiger sind wiederholte Harnsäure-Untersuchungen. Oft finden sich beim Gichtanfall aber deutliche Entzündungszeichen im Blut.
In unklaren Fällen hilft eine Gelenkpunktion mit Untersuchung der Gelenkflüssigkeit, die Diagnose zu sichern. Unter dem Mikroskop sind darin Harnsäurekristalle zu sehen.
Bei fortgeschrittener Gicht zeigt das Röntgenbild eventuell typische Gelenkveränderungen.
Patienten, die an Gicht leiden, haben überdurchschnittlich häufig auch Übergewicht, Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) vier wichtige Risikofaktoren für Herz- und Kreislaufkrankheiten, die unter dem Begriff metabolisches Syndrom zusammengefasst werden. Der Arzt wird in der Regel auch untersuchen, ob die genannten Risiken vorliegen und eventuell behandelt werden müssen.
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13.09.2005, aktualisiert am 06.02.2012
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