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Herpes genitalis:
Ursachen und Risikofaktoren

Vor allem Herpes-Simplex-Viren des Typs 2 (HSV 2) verursachen Herpes genitalis. Übertragen werden die Viren durch Sexualverkehr


Mit Herpesviren des Typs 2 stecken sich Menschen in erster Linie beim Sex an

Herpes genitalis wird in 50 bis 70 Prozent der Fälle durch Herpesviren vom Typ 2 hervorgerufen. Zu 20 bis 30 Prozent sind jedoch Herpes-Simplex-Viren des ersten Typs (HSV1) die Auslöser. Allerdings führen diese Viren vorwiegend zu Lippenherpes.

Die meisten Menschen stecken sich über infizierte Körperflüssigkeiten mit HSV 2 an, überwiegend beim Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner. Frauen tragen die Viren öfter in sich als Männer. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung haben sich mit HSV 2 angesteckt, ohne dies bemerkt zu haben. Bei HSV 1 liegt die Rate bei rund 90 Prozent.


Wer einmal eine Herpes genitalis-Infektion durchlaufen hat, trägt das Virus (HSV 1 oder HSV 2) auch nach dem Abklingen der akuten Beschwerden lebenslang in sich. Dies erklärt sich dadurch, dass Herpes-Viren sich in bestimmten Zellen des Nervensystems (Ganglien) festsetzen. Darin sind sie weder für Medikamente noch für das Immunsystem erreichbar. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einer latenten – also symptomlosen – Infektion. Viele latent Infizierte wissen nicht, dass sie Träger des Virus sind und können es aber an ihren Partner weitergeben. Herpesbläschen sind sehr ansteckend.

Durch verschiedene Ursachen kann der Herpes wiederkehren. Auslöser können unter anderem ein geschwächtes Immunsystem, eine Erkältung, die Regelblutung oder Stress sein. Diese Rezidive verlaufen meist schwächer als die Erstinfektion.

Selten – zum Beispiel bei Personen mit eingeschränktem Immunsystem – führt ein Herpes genitalis zu Komplikationen wie einer Herpes-Enzephalitis (Gehirnentzündung). Außerdem kann es zu einer Infektion der Augennetzhaut durch das Herpes-Virus kommen, die schlimmstenfalls zur Erblindung führt. Zudem stellt eine HSV 2-Infektion einen Risikofaktor für HIV dar.

Herpesviren vom Typ 2 können während der Schwangerschaft über die Gebärmutter auf das ungeborene Kind oder – im Laufe der Geburt  – auf das Neugeborene übergehen (Herpes neonatorum). In diesem Fall können Haut und Schleimhäute, die Augenetzhaut sowie innere Organe des Babys in Mitleidenschaft gezogen werden. im schlimmsten Fall stirbt das Kind. Etwa 50 Prozent der Babys infizierter Mütter werden während der Geburt angesteckt. Die Entbindung durch Kaiserschnitt kann eine Infektion verhindern.



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www.apotheken-umschau.de; 02.12.2006, aktualisiert am 27.01.2012
Bildnachweis: iStock/Iurii Krycvenko

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