Pseudogicht oder Chondrokalzinose bedeutet, dass sich sogenannte Kalziumpyrosphosphatkristalle in Gelenken, Sehnen, Bändern, ferner in den Menisken und Bandscheiben ablagern. Die Ursache der Krankheit ist nicht genau bekannt. Sie wird unter anderem in Verbindung mit einer Erkrankung der Nebenschilddrüsen, dem sogenannten Hyperparathyreoidismus, häufiger beobachtet. Dass die Behandlung der erkrankten Nebenschilddrüsen zu einer Besserung der Pseudogicht führt, ist nicht zu erwarten. Die von ihr verursachten Symptome müssen unabhängig von den krankhaften Vorgängen in den Nebenschilddrüsen gesehen und behandelt werden. Falls sich in einem Gelenk ein Erguss gebildet hat, kann dieser zur Entlastung punktiert und die Flüssigkeit entnommen werden Zur medikamentösen Behandlung werden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR; Entzündungshemmer) eingesetzt, hin und wieder auch entzündungshemmende Glukokortikoide (entweder als Tabletten oder als Injektion in das betroffene Gelenk). Parallel dazu finden physiotherapeutische Maßnahmen Anwendung. Bei Störungen der Gelenkfunktion oder anhaltenden Schmerzen können operative Eingriffe nötig werden.
Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth
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surfmed/www.apotheken-umschau.de; 18.02.2007, aktualisiert am 06.03.2012