Bei einem Pseudogicht-Anfall geht zunächst darum, die schmerzhafte Gelenkentzündung so schnell wie möglich zu lindern und die Bewegungseinschränkung zu beheben. Üblicherweise verschreibt der Arzt zu diesem Zweck entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Eine Alternative stellt der Wirkstoff Colchicin dar, der auch beim Gichtanfall zum Einsatz kommt.
Falls erforderlich, kann der Arzt das angesammelte Gelenkwasser, den Gelenkerguss, mit einer Hohlnadel abziehen (Gelenkpunktion). Das dient nicht nur der Diagnose der Krankheit (siehe dort), sondern lindert auch die Beschwerden. Eventuell spritzt er ein kortisonhaltiges Präparat direkt in die Gelenkhöhle. Es bringt die Entzündung meistens rasch zum Abklingen.
Der Patient sollte das betroffene Gelenk während eines Pseudogicht-Anfalls kurzfristig entlasten und schonen. Auch physikalische Behandlungsmethoden wie die Kältetherapie (Kryotherapie) können die Beschwerden lindern.
Je nach Ausmaß der Pseudogicht können langfristig auch operative Maßnahmen notwendig werden: Ist ein Gelenk durch die Kristallablagerungen und die wiederholten Entzündungen stark geschädigt, kann der Chirurg eventuell die chronisch entzündete Gelenkinnenhaut entfernen (Synoviektomie). In seltenen Fällen wird ein Gelenkersatz durch ein künstliches Gelenk erforderlich.
Pseudogicht-Patienten sollten Übergewicht vermeiden beziehungsweise langsam reduzieren – durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ein individuell geeignetes Maß an körperlicher Bewegung.
Häufig entsteht eine Pseudogicht im Gefolge anderer Krankheiten (sekundäre Pseudogicht, siehe Kapitel Ursachen). Liegt eine solche Erkrankung vor, muss sie entsprechend behandelt werden.
www.apotheken-umschau.de;
13.09.2005, aktualisiert am 29.09.2011
Bildnachweis: istock/stockmachine
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung