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Gelenke & Bewegungssystem
Karpaltunnelsyndrom

Warum wird oft mit einer Operation des im Bindegewebstunnel der Hand beengten Medianus-Nervs so lange abgewartet, wenn doch die Gefahr einer Verkümmerung der für die Handfunktion so wichtigen Daumenballen-Muskeln besteht? Zudem sind die Beschwerden - Brennen, Kribbeln von Daumen, Zeige- und Mittelfinger, besonders auf der Beugeseite der Hand und nachts, außerdem vermehrtes Schwitzen der Hand und Schmerzen, die bis in den Oberarm ausstrahlen - schon sehr störend. Oder gibt es neue, nicht operative Behandlungsverfahren?

Ursache für das Karpaltunnelsyndrom ist eine Einengung des Nervus medianus im Karpal- bzw. Handwurzelkanal. Der Engpass kann durch Entzündungen der Sehnenscheiden (beispielsweise infolge chronischer Fehlbelastung), schlecht verheilte Brüche im Handgelenksbereich oder hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft und bei einer Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse), entstanden sein. In vielen Fällen ist aber nicht feststellbar, wodurch es im Karpaltunnel eng geworden ist. Ob operiert werden muss oder eine konservative Behandlung ausreicht, hängt davon ab, ob der Nerv nur gereizt oder bereits ernsthaft geschädigt ist. Um das korrekt beurteilen zu können, ist immer eine Abklärung durch einen Neurologen sinnvoll. Am verlässlichsten gibt ihm eine elektrophysiologische Untersuchung Auskunft, bei der die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen wird. Ist der Nerv lediglich „beleidigt“, besteht eine gute Chance, dass  konservative Behandlungsmaßnahmen die Beschwerden wieder zum Verschwinden bringen. Dabei wird Kortison in den Karpalkanal gespritzt, um die Entzündung zu bekämpfen. Das Gelenk kann mit einer Schiene für drei bis vier Wochen ruhig gestellt werden. Sollte der Nerv bereits geschädigt sein oder die konservative Therapie nicht zur Beschwerdefreiheit führen, gibt es bis heute keine Alternative zur Operation. Dabei wird das von der Natur als schützendes Dach über dem Nerv angelegte sogenannte Retinakulum gespalten, damit der Nerv wieder ausreichend Platz hat.

Priv.-Doz. Dr. med. A. Roth


Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
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surfmed/GesundheitPro.; 18.02.2007, aktualisiert am 08.02.2012
Bildnachweis: W&B/Szczesny

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