Ursache für das Karpaltunnelsyndrom ist eine Einengung des Nervus medianus im Karpal- bzw. Handwurzelkanal. Der Engpass kann durch Entzündungen der Sehnenscheiden (beispielsweise infolge chronischer Fehlbelastung), schlecht verheilte Brüche im Handgelenksbereich oder hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft und bei einer Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse), entstanden sein. In vielen Fällen ist aber nicht feststellbar, wodurch es im Karpaltunnel eng geworden ist. Ob operiert werden muss oder eine konservative Behandlung ausreicht, hängt davon ab, ob der Nerv nur gereizt oder bereits ernsthaft geschädigt ist. Um das korrekt beurteilen zu können, ist immer eine Abklärung durch einen Neurologen sinnvoll. Am verlässlichsten gibt ihm eine elektrophysiologische Untersuchung Auskunft, bei der die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen wird. Ist der Nerv lediglich „beleidigt“, besteht eine gute Chance, dass konservative Behandlungsmaßnahmen die Beschwerden wieder zum Verschwinden bringen. Dabei wird Kortison in den Karpalkanal gespritzt, um die Entzündung zu bekämpfen. Das Gelenk kann mit einer Schiene für drei bis vier Wochen ruhig gestellt werden. Sollte der Nerv bereits geschädigt sein oder die konservative Therapie nicht zur Beschwerdefreiheit führen, gibt es bis heute keine Alternative zur Operation. Dabei wird das von der Natur als schützendes Dach über dem Nerv angelegte sogenannte Retinakulum gespalten, damit der Nerv wieder ausreichend Platz hat.
Priv.-Doz. Dr. med. A. Roth
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18.02.2007, aktualisiert am 08.02.2012
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