Das Problem besteht vor allem darin, dass Schäden des Knorpels im Schultergelenk meist mit ausgedehnten Schäden der umgebenden Sehnen und Muskulatur einhergehen. Eine Prothese kann auch dann eingebaut werden, allerdings bedeutet das für die Mehrzahl der Betroffenen: Die Schmerzen werden weniger oder verschwinden ganz, die Funktion der Schulter, also die Beweglichkeit, kann jedoch häufig nicht wieder voll hergestellt werden, weil sich die Muskulatur nicht reparieren lässt. Die lädierte Gelenkpfanne durch eine künstliche zu ersetzen ist schwierig, weil die Schultergelenkpfanne sehr klein ist und sich eine Kunstpfanne hier schwer fixieren lässt. Daher wird auf diese verzichtet, wenn die körpereigene Gelenkpfanne noch intakt ist. Meist wird daher nur der Gelenkkopf ersetzt. Wo das nicht ausreicht und ein Austausch der Gelenkpfanne unvermeidlich ist, sind sogenannte „inverse“, also umgekehrte, Schulterprothesen eine Alternative. Dabei werden die Plätze von Gelenkkopf und -pfanne vertauscht – die Pfanne also am Oberarm und der Gelenkkopf an der Schulter fixiert. Da mit diesem neuartigen Implantat noch wenig Erfahrungen vorliegen, wird es im Moment noch sehr zurückhaltend eingesetzt. Wie sich diese Implantate letztlich bewähren, kann derzeit noch nicht sicher vorhergesagt werden.
Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth
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surfmed/www.apotheken-umschau.de; 18.02.2007, aktualisiert am 06.03.2012