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Wie Hypnose unser Gehirn beeinflusst

Hypnose kann die Aktivität verschiedener Bereichen des menschlichen Hirns zwischenzeitlich verändern

Hypnotiseur

Hypnose: Mit Kommandos an das Unterbewusstsein den Körper beeinflussen

Eine sanfte Stimme spricht zu einem: "Sie werden ganz ruhig, entspannen sich." Irgendwann fallen Sätze wie zum Beispiel "achten Sie doch in Zukunft auf gesündere Ernährung" oder "Zigaretten schmecken doch gar nicht, auch Ihnen nicht". So, oder so ähnlich, läuft Hypnose ab. Das Verfahren soll unser Unterbewusstsein ansprechen. Hypnose kann dabei helfen, Laster oder Krankheiten – von Angst vor dem Zahnarzt bis zum Reizdarmsyndrom –  besser in den Griff zu bekommen. Doch was passiert dabei eigentlich in unserem Oberstübchen?

 

Um das herauszufinden, ließen Mediziner von der Hull University in England Probanden unter Hypnose setzen. Währenddessen bildete ein Messgerät die Gehirnaktivität der Versuchsteilnehmer ab. Sie stellten fest, dass der Trance-Zustand die Arbeit bestimmter Hirnregionen herabschraubt. Dazu gehören Bereiche, die für Tagträume zuständig sind. Oder solche, die aktiv sind, wenn wir unsere Gedanken schweifen lassen.


Die Idee, Bilder von hypnotisierten Gehirnen zu machen, ist nicht neu. Allerdings geschah dies bisher immer dann, wenn die Probanden Aufgaben ausführen mussten, so die Mediziner der Hull University. Folglich war nie klar, ob die Hypnose oder die Tests die veränderte Hirnaktivität ausgelöst hatten. In ihrer Studie hingegen haben die britischen Forscher dieses Problem einkalkuliert.

 

Als erstes testeten sie, wie gut die Testkandidaten auf Hypnose ansprangen. Dann wählten sie zehn Personen, die sehr sensibel reagierten, und sieben, die sich gar nicht oder nur sehr schwer in Trance versetzen ließen. Nachdem sich die Probanden wieder in der Traumwelt befanden, bekamen sie verschiedene Aufgaben. Zum Beispiel sollten sie nicht existenter Musik lauschen. Was den Testpersonen nicht bewusst war: Die Forscher maßen die Hirnaktivitäten auch in den Pausen zwischen den verschiedenen Aufgaben.

 

In der Gruppe der Hypnose-Sensiblen beobachteten die Mediziner, dass die grauen Zellen – die für Tagträumereien zuständig sind – eine sehr geringe Aktivität zeigten. Der Geist kann sich dadurch viel stärker auf andere Sachen konzentrieren, so die Schlussfolgerung der Ärzte. Studienleiter Dr. William McGeown: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hypnose wirkliche Effekte im Gehirn hat. Es geht also nicht nur um Entspannung. Hypnose ist real!"



Sophie Kelm / Hull University / www.apotheken-umschau.de; 16.11.2009, aktualisiert am 25.06.2010
iStock/Qwasyx

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