Vaskuläre Demenz: Symptome

Orientierungsschwäche, zunehmende Vergesslichkeit, Sprachstörungen und Persönlichkeitsveränderungen können Hinweise auf eine vaskuläre Demenz sein
aktualisiert am 18.04.2016

Vergesslich, verwirrt und orientierungslos: Gedächtnisstörungen sind manchmal Symptom einer Demenzerkrankung

Thinkstock/Stockbyte

Eher selten stellen sich die Symptome einer Demenz plötzlich ein – zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Schlaganfall. Häufiger macht sich die Krankheit schleichend bemerkbar. Die Beschwerden können vielfältig sein. Folgende Anzeichen deuten unter anderem auf eine Demenz hin:

  • Persönlichkeitsveränderung: Plötzliche Unruhe, unangemessene Wutanfälle oder Aggressivität, Tränen oder das Lachen bei unpassender Gelegenheit sind mögliche Krankheitszeichen. Manche Betroffene verlieren das Interesse an Hobbies und Aktivitäten, die ihnen früher viel Freude bereitet haben. Andere leiden unter Stimmungsschwankungen, neigen zu Traurigkeit, sind häufig deprimiert. Im weiteren Verlauf können auch Episoden von Verwirrtheit auftreten.
  • Orientierungslosigkeit: Die Mutter weiß zum Beispiel plötzlich nicht mehr, dass sie sich gerade in der Wohnung ihres Sohnes aufhält – obwohl sie schon häufig dort zu Besuch war. Ein anderes Beispiel: Der Ehemann kann die Jahreszeit nicht mehr richtig benennen.
  • Gedächtnisstörungen: Vor allem kürzer zurückliegende Ereignisse und neu gelernte Fakten bleiben nicht mehr im Gedächtnis. Die Betroffenen erzählen Geschichten mehrfach hintereinander oder stellen bestimmte Fragen immer wieder aufs Neue. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend sind meistens noch gut abrufbar.
  • Denkschwierigkeiten, nachlassendes Urteilsvermögen: Beispielsweise hat der Vater auf einmal Schwierigkeiten, einen einfachen Überweisungsschein auszufüllen  obwohl er früher problemlos in der Lage war, komplizierte Bankgeschäfte zu erledigen.
  • Probleme bei Alltagstätigkeiten: Zum Beispiel weiß eine Hausfrau plötzlich nicht mehr, was sie genau tun muss, um die Waschmaschine anzuschalten - obwohl sie sich in ihrem Leben schon unzählige Male um die Wäsche gekümmert hat.
  • Sprachstörungen: Die Sprache kann undeutlicher klingen, der Wortsschatz schränkt sich ein, Betroffene suchen lange nach dem richtigen Wort.

 

Weitere Symptome

Zusätzlich treten bei der vaskulären Demenz häufig Bewegungs- und Koordinationsstörungen auf – zum Beispiel eine Unsicherheit beim Gehen. Die Betroffenen stürzen leicht. Durchblutungsstörungen im Gehirn können außerdem zu neurologischen Ausfällen wie Lähmungen oder Sehstörungen führen oder eine Blasenstörung mit Inkontinenz zur Folge haben. Auch epileptische Krampfanfälle kommen vor. Manchmal erinnern Beschwerden wie Steifheit der Muskeln, ein kleinschrittiger Gang und Bewegungsverlangsamung an die Symptome einer Parkinson-Krankheit.

Wichtig zu wissen: Es gibt keine "beweisenden" Symptome für eine vaskuläre Demenz. Alle genannten Beschwerden können auch andere Ursachen haben – darunter Stoffwechselstörungen, Vitaminmangelzustände oder chronische Infektionen. Im Zweifel sollte deshalb der Arzt um Rat gefragt werden (siehe auch  Kapitel "Wann zum Arzt?" und "Diagnose").

Wie verläuft eine vaskuläre Demenz?

Während die Alzheimer-Krankheit üblicherweise ganz allmählich beginnt und sich kontinuierlich verschlechtert, kann die vaskuläre Demenz auch verhältnismäßig abrupt neu auftreten – zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Schlaganfall. Auch bleibt die vaskuläre Demenz manchmal über längere Phasen stabil, um sich dann wieder relativ plötzlich zu verschlimmern. Sie nimmt also häufig einen schubweisen, "stufenartigen" Krankheitsverlauf. Auch Episoden mit leichter Besserung kommen vor. Manchmal stoppt die Erkrankung an einem bestimmten Punkt, verschlechtert sich also nicht mehr weiter.

Die Symptome können jedoch auch bei der vaskulären Demenz so ausgeprägt werden, dass die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen, sondern rund um die Uhr auf fremde Hilfe angewiesen sind. Im späten Erkrankungsstadium sind die Patienten bettlägerig. Sie erkennen nahe Angehörige nicht mehr und brauchen Unterstützung bei einfachen Tätigkeiten wie Waschen und Essen. Zusätzliche Probleme können Schluckstörungen bereiten. Die meisten Betroffenen verlieren irgendwann die Kontrolle über Blase und Darm.


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