Gehirnabszess

Meist gehen Gehirnabszesse auf eine Infektion mit Bakterien zurück (Im Bild: Kernspintomografie eines normalen Gehirns)

Zusammenfassung:
Ein Gehirnabszess kann durch die verschiedensten Krankheitserreger hervorgerufen werden, meist handelt es sich aber um Bakterien. Insgesamt kommt er selten vor. Menschen mit einer Immunschwäche haben ein erhöhtes Risiko. Vor allem in tropischen Ländern treten Gehirnabszesse auch durch die Larven des Schweine- oder Hundebandwurms auf.
Bemerkbar macht sich ein Gehirnabszess häufig durch eine auffallende Wesensänderung des Betroffenen, durch anhaltende Kopfschmerzen, Fieber und neurologische Ausfälle.
Bei einem kleinen bakteriellen Gehirnabszess wird zuerst versucht, mit Antibiotika zu behandeln. Wenn das nicht ausreicht, bei größeren Abszessen oder anderen Ursachen, ist eine Operation notwendig. Die Sterberate liegt bei etwa 20 Prozent, bei mehreren Eiterherden im Gehirn steigt sie auf 80 Prozent. Jeder zweite Betroffene, der überlebt, wird wieder ganz symptomfrei.

Im Gehirn bilden sich ein oder mehrere Eiterherde, die Druck auf das umliegende Gewebe ausüben und es auch verdrängen. Dadurch kann es zu schweren Störungen der Gehirnfunktionen kommen. Die Eiterherde sind meist von einer Abszesskapsel aus Bindegewebe umgeben. Auch Stoffwechselprodukte und Toxine der Krankheitserreger können die Gehirnzellen schädigen, ebenso wie körpereigene Entzündungsstoffe, die im Zug der Abwehrreaktion des Körpers gebildet werden. Gehirnabszesse kommen selten vor. Pro Jahr erkranken 0,4 Personen pro 100.000 Einwohner. Ein Erkrankungsgipfel liegt bei Kindern zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr, ein zweiter bei Erwachsenen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.
 
Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.
Letzte Aktualisierung:
12.04.2007 (Inge Smolek)

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