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Behandlung

Gehirn
Bakteriell verursachte Abszesse
Bei kleinen bakteriellen Eiterherden wird zuerst eine Behandlung mittels intravenöser Antibiotikatherapie versucht. Zeigt sich kein Erfolg, dann muss der Abszess operativ entfernt werden. Entweder wird der Eiter mit einer Punktionsnadel durch ein kleines Bohrloch im Schädel abgesaugt oder der Schädel wird großflächig geöffnet. Das hat den Vorteil, dass die ganze Abszesskapsel entfernt werden kann. Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich.
Begleitend werden Antibiotika intravenös verabreicht. Die Antibiotikabehandlung wird mindestens eine Woche fortgesetzt.
Wird der Gehirnabszess durch Tuberkulose-Bakterien ausgelöst, wird eine Therapie mit Tuberkulostatika durchgeführt. Bei erhöhtem Gehirndruck besteht Lebensgefahr, weil innere Teile des Gehirns zusammengedrückt werden. Dadurch können alle Nervenbahnen zwischen Gehirn und Körper und die Blutzufuhr ins Gehirn unterbrochen werden.
Um den Gehirndruck zu senken, wird der Oberkörper des Patienten halb aufgerichtet (30°), damit das Blut besser abfließen kann. Bei der medikamentösen Behandlung stehen hochprozentige Lösungen von Zuckern wie Mannit oder von Salzen an erster Stelle. Sie entziehen dem Gehirn Flüssigkeit. Barbiturate oder Kortikosteroide zu diesem Zweck sind umstritten. In Kopf oder Rückenmark kann eine Drainage mit einem Katheter gelegt werden, um Liquor abfließen zu lassen.

Durch Pilze oder Bandwürmer verursachte Abszesse
Abszesse, die auf Pilze oder Bandwürmer zurückgehen, werden auf dieselbe Art entfernt wie die durch Bakterien verursachten. Bei Pilzbefall bekommen die Patienten statt Antibiotika ein Antimykotikum. Wenn es sich um Zysten von Bandwürmern handelt, werden Medikamente gegen die Bandwürmer verabreicht.

Heilungschancen
Die Sterberate bei einem Gehirnabszess liegt bei etwa 20 Prozent. Wenn mehrere Eiterherde im Gehirn vorliegen, steigt sie auf 80 Prozent. Jeder zweite Patient, der überlebt, wird symptomfrei. In fünf Prozent der Fälle bilden sich neuerlich Abszesse.

Ergänzende Maßnahmen
Zusätzliche Maßnahmen nach der Akutbehandlung sollten vor allem auf eine Stärkung des Immunsystems abzielen. Eine vollständige Auflistung und Einteilung der komplementärmedizinischen Verfahren in anerkannte, zweifelhafte, nicht allgemein anerkannte oder gesichert nutzlose therapeutische Verfahren ist angesichts der mangelhaften Datenlage kaum durchführbar. Eine Auswahl und Bewertung bestimmter Therapieformen wird aber dennoch angeführt: Diese Bewertung der Einschätzung kann sich in den nächsten Jahren sicherlich wieder verändern und stellt auch derzeit keine Konsensmeinung dar.
Zu den Naturheilverfahren zur Stärkung der Immunabwehr gehört die phytotherapeutische Behandlung mit Präparaten aus dem roten Sonnenhut (Echinacea).
Als unkonventionelle, wissenschaftliche nicht anerkannte Therapieverfahren, die aber von Einzelpersonen als hilfreich empfunden werden, gelten Kneippkuren, Methoden der Bioresonanz und Homöopathie.
Verfahren der Anthroposophischen Medizin oder der Bach-Blütentherapie gehören zu den "medizinfernen", paramedizinischen Therapieformen.


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 03.12.2009
Foto: W&B/ Klinik für Radiologie, Universität Innsbruck

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