Das Hauptziel einer Langzeitbehandlung bei Aortenaneurysma – unabhängig von der Erstbehandlung (konservativ, operativ oder Kathetertechnik, also Einlage eines Stents) – ist die optimale Blutdruckeinstellung. Es sollten Werte unter 120/80 mmHg erreicht werden. Genauer gesagt sollte der obere, systolische Messwert 100 bis 120 mmHg nicht überschreiten. Dazu eignen sich folgende Medikamente: entweder Betablocker oder, bei Unverträglichkeit beziehungsweise Gegenanzeigen, auch sogenannte Kalziumantagonisten. Sie können bei Bedarf noch mit einem ACE-Hemmer oder einem AT1-Antagonisten (Antagonist bedeutet Gegenspieler) kombiniert werden. ACE ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung angiotensin converting enzyme. Das ist ein körpereigener Stoff, der bei der Blutdruckregelung eine wichtige Rolle spielt. Dies gilt auch für AT1, den Angiotensin-Rezeptor 1. Die entsprechenden Medikamente senken die Aktivität dieser körpereigenen „Blutdruck-Stoffe“ maßgeblich.
Zusätzlich wird ein Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel verordnet. Dadurch wird die Neigung der Blutplättchen (Thrombozyten), miteinander zu „verkleben“ (Aggregation), reduziert. In der Nachsorge ist ferner eine regelmäßige Kontrolluntersuchung der gesamten Hauptschlagader mit bildgebenden Untersuchungsverfahren wichtig (siehe rechte Spalte).
Professor Dr. med. Wolfram Delius, München
Unser Experte beantwortet in der „Sprechstunde Herz, Gefäße, Kreislauf“ viele weitere Fragen rund um die Herzgesundheit.
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
surfmed/www.apotheken-umschau.de;
07.10.2008, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF