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Bedeutet ein niedriger Blutdruck am Knöchel, dass die Beingefäße verkalkt sind?

Im Liegen ist der Blutdruck am Knöchel normalerweise etwas höher als am Arm. Sind die Gefäße verkalkt, wenn er niedriger ist? Aus der „Experten-Sprechstunde Herz, Gefäße, Kreislauf“


Üblicherweise wird der Blutdruck am Arm, bei besonderen Fragestellungen zusätzlich am Fuß gemessen

Aufgrund bestimmter physikalischer Gesetze ist der systolische Blutdruck (vgl. dazu die Frage: "Kann gezielte Therapie die Gefäßverkalkung rückgängig machen?" aus dieser Sprechstunde) am Knöchel, im Liegen gemessen, etwas höher als am Arm. Zur Messung des Blutdrucks am Knöchel benötigt man eine Blutdruckmanschette und einen sogenannten Taschen-Doppler (Ultraschallsonde). Zur Bestimmung des systolischen Drucks wird der Druck in der um den Knöchel gewickelten Blutdruckmanschette langsam abgelassen, bis das erste Dopplersignal über der Fußrücken- oder Knöchelarterie registriert wird. Kurz darauf wird in üblicher Weise der Blutdruck am Arm gemessen. Der Quotient aus systolischem Druck am Knöchel und am Arm (der am Knöchel gemessene Druck wird also durch denjenigen am Arm geteilt) ist der Knöchel-Arm-Index (Wert in mmHg). Bei gesunden Gefäßen beträgt dieser Index über 0,9. Ein Index unter 0,9 spricht mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer arteriellen Verschlusskrankheit. Werte unter 0,4 zeigen eine ernsthafte Gefährdung des betreffenden Beins an.


Professor Dr. med. Wolfram Delius, München


Unser Experte beantwortet in der „Sprechstunde Herz, Gefäße, Kreislauf“ viele weitere Fragen rund um die Herzgesundheit.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 25.11.2008, aktualisiert am 08.05.2012
Bildnachweis: Banana Stock/RYF

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