Viren als Krebserreger: Humane Papillomaviren befallen die Zellen der Gebärmutterhalsschleimhaut (zum Vergrößern der Grafik bitte auf die Lupe klicken!)
Eine Infektion mit bestimmten Typen der sogenannten humanen Papillomaviren (HPV) ist Voraussetzung für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Die Viren werden hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen. In den meisten Fällen bekämpft das Immunsystem die Krankheitserreger innerhalb kurzer Zeit. Manchmal überleben die Viren jedoch den Angriff des Immunsystems und nisten sich anhaltend in den Zellen der Gebärmutterhalsschleimhaut ein. Dies kann in einem Teil der Fälle zu Zellveränderungen führen, und langfristig über Krebsvorstufen schließlich zu Krebs. Gebärmutterhalskrebs ist also die seltene Folge einer Infektion.
Es gibt viele verschiedene Arten humaner Papillomaviren (HPV). Ein Teil davon hat die Fähigkeit, Krebs auszulösen. Besonders problematisch sind HPV 16 und HPV 18: Sie sind für rund 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Inzwischen ist bekannt, wie diese Viren zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs führen. Bestimmte Gene der Erreger werden in das Erbgut der Zelle eingebaut. Durch die dauerhafte Aktivität der Viren-Gene kommt es zur bösartigen Veränderung der Zellen des Gebärmutterhalses. Werden diese krankhaft veränderten Zellen nicht frühzeitig erkannt, kann daraus Gebärmutterhalskrebs entstehen. Dieser Prozess zieht sich meist über viele Jahre hin.
Die Übertragung der Viren geschieht hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr. Die meisten sexuell aktiven Frauen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit dem Virus. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Infektionsrisiko erheblich. Wurde einmal eine HPV-Infektion durchgemacht, ist eine erneute Infektion mit dem gleichen Virus nicht völlig ausgeschlossen, weil die durchgemachte Infektion in der Regel keinen sicheren, anhaltenden Schutz bewirkt.
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13.09.2005, aktualisiert am 04.10.2011
Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr
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