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Gallensteine durch falsche Ernährung?

Zu wenig Ballaststoffe, zu viel ungünstiges Fett und Zucker in der Ernährung: Fördert das Gallensteine?


So sieht ein gesunder Einkaufskorb aus ... dazu sollte es Tag für Tag reichlich Obst, gesundes Pflanzenfett, und pro Woche wenig Fleisch, dafür mehr Meeresfisch geben

Eine Vergleichsuntersuchung belegt eindeutig die mehrfach höhere Gallensteinhäufigkeit in Ländern mit „westlichem Lebensstil“ gegenüber sogenannten Entwicklungsländern. Der westliche Lebensstil ist, vereinfacht gesagt, durch relativ wenig körperliche Betätigung sowie kalorien- und fettreiche, aber ballaststoffarme Ernährung gekennzeichnet.

Aber auch innerhalb der industrialisierten Staaten lassen sich Unterschiede feststellen: Wer an traditionelle Ernährungsformen anknüpft beziehungsweise sich an die aus vielen guten Gründen empfohlene gesunde Lebensweise hält (Ernährung mit viel Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und vorzugsweise pflanzlichen Fetten, dazu regelmäßige Bewegung), entwickelt seltener Gallensteine. Denn Ballaststoffe, die durch reichlichen Verzehr von Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten aufgenommen werden können, sind sicher wesentlich dafür verantwortlich, dass Vegetarier weniger zu Gallensteinen neigen (vgl. hierzu Frage:" Gibt es eine Diät gegen Gallensteine?").

Für Kohlenhydrate (Zuckerstoffe) gilt, dass raffinierte Zucker – zum Beispiel als Raffinade, also weißer Zucker, auf den Zuckerpackungen aus Rohr- oder Rübenzucker gekennzeichnet –, im Hinblick auf die Bildung von Gallensteinen ungünstiger wirken als langkettige Kohlenhydrate, wie sie beispielsweise in der Kartoffelstärke enthalten sind. Raffinierte Zucker finden sich auch in gezuckerten Getränken, zum Beispiel Limonaden oder Cola-Getränken, und in zuckerhaltigen Nahrungsmitteln (Kuchen, Torten & Co.).

Was die Fettaufnahme anbetrifft, so ist nicht immer sicher zu trennen, was in erster Linie für das erhöhte Gallensteinrisiko verantwortlich ist: bestimmte Fette als solche oder aber das Übergewicht, das bei erhöhtem Fettverzehr dadurch begünstigt wird, dass Fett einfach mehr Kalorien liefert als die gleiche Menge Kohlenhydrate oder Eiweiß. Fett bringt es auf rund 9 kcal/g im Vergleich zu nur 4 kcal/g bei Kohlenhydraten oder Eiweiß.

Allgemein wird empfohlen, gesättigte Fettsäuren, die insbesondere in Lebensmitteln tierischer Herkunft vorkommen, beispielsweise als Bestandteile des sichtbaren Fettes in Fleisch, Wurst oder auch Butter, zu reduzieren. Stattdessen sollte man vermehrt ungesättigte Fettsäuren vorwiegend pflanzlicher Herkunft aufnehmen. Quellen: Nüsse, das entsprechende Öl oder andere  Pflanzenöle. Dabei sind aber die einfach ungesättigten von den mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu unterscheiden.

Im Hinblick auf die Gallensteinentwicklung ist nämlich auch ein übermäßiger Verzehr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit einem erhöhten Risiko verbunden. Dabei bestehen jedoch Unterschiede zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren, die sich vor allem in (Meerwasser-)Fischen und anderen Meerestieren finden, schützen offenbar vor Gallensteinen, während Omega-6-Fettsäuren, insbesondere Linolsäure (reichlich in Kürbiskernöl, Sonnenblumenöl oder Sojaöl vorhanden) dies nicht tun.

Unproblematisch erscheint die Aufnahme der einfach ungesättigten Ölsäure, die vor allem in Olivenöl enthalten ist.

Transfettsäuren kommen in der Natur nur in kleinen Mengen vor, werden allerdings durch Hydrierung beziehungsweise Härtung von Ölen in Margarinen und verschiedenen Salat- und Cocktailsaucen angereichert. Sie finden sich bevorzugt in Fastfood-Produkten, die mit Back- oder Frittierfett hergestellt werden. Da sie nach bisher vorliegenden Erkenntnissen das Risiko, einen Diabetes mellitus zu entwickeln, eindeutig erhöhen, ist von einem übermäßigen Verzehr abzuraten, zumal Diabetes nicht nur das Gallensteinrisiko erhöht, sondern auch Folgekrankheiten wie Herz-Kreislauf-, Nieren- und Augenerkrankungen begünstigt.

Bei der Auswahl von Pflanzenmargarine empfiehlt es sich, Produkte zu bevorzugen, die keine oder höchstens geringe Anteile von gehärteten Fetten aufweisen.


Prof. Dr. med. T. Poralla, St.-Joseph-Krankenhaus Berlin

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surfmed/www.apotheken-umschau.de; 08.11.2007, aktualisiert am 17.08.2011
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer

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