Bei rascher Gewichtsabnahme (ab etwa 1,5 kg Gewichtsverlust pro Woche) steigt das Steinrisiko eindeutig an, und zwar unabhängig davon, ob die Gewichtsabnahme durch konsequente Einschränkung der Kalorienzufuhr (Reduktionsdiät), längeres Fasten oder auch chirurgische Behandlungsverfahren zur Therapie einer krankhaften Fettsucht (zum Beispiel Magenband oder Magenbypass) zustande kommt.
Besonders steingefährdet sind Menschen, die ihr Gewicht immer wieder durch Fasten drastisch reduzieren, dann jedoch erneut zunehmen (sogenanntes „Weight Cycling“ oder „Jo-Jo-Effekt“). Verantwortlich dafür sind verschiedene Faktoren. So wird von der Leber vermehrt Cholesterin in die Gallenflüssigkeit ausgeschieden, was die Steinbildung anregt, denn Gallensteine bestehen ganz überwiegend aus Cholesterin. Außerdem produziert die Gallenblasenschleimhaut verstärkt Schleim, der die Steinbildung fördert. Schließlich wird die Entleerung der Gallenblase behindert, wodurch die Entstehung von Steinen weiter begünstigt wird.
Die Gallensteinbildung und steinbedingte Beschwerden oder Komplikationen lassen sich im Falle eines raschen Gewichtsverlustes allerdings durch eine vorbeugende medikamentöse Behandlung mit Ursodeoxycholsäure (in der Dosierung von 500 mg pro Tag bis zur Gewichtsstabilisierung) effektiv vermindern.
Prof. Dr. med. T. Poralla, St.-Joseph-Krankenhaus Berlin
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08.11.2007, aktualisiert am 17.08.2011
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