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Gallensteine (Cholelithiasis)

Gallensteine bestehen aus verfestigter Gallenflüssigkeit. Gallenblasensteine, die keine Symptome hervorrufen, benötigen keine Therapie. Liegen Krankheitszeichen vor, muss dagegen gehandelt werden


Steine in der Gallenblase: Eigentlich kein Problem. Verstopfen sie jedoch den Gallengang, kann es zu Beschwerden kommen

Was sind Gallensteine?

Gallensteine sind kleine Steinchen, die aus verfestigter Gallenflüssigkeit bestehen. Je nach Zusammensetzung werden sie zum Beispiel als Cholesterin- oder Pigmentsteine bezeichnet. In den westlichen Industrieländern kommen Cholesterinsteine und gemischte Steine am häufigsten vor. Sie sind gelblich gefärbt, können so groß werden wie eine Kirsche und bestehen zu über 70 Prozent aus Cholesterin. Etwa 20 Prozent der Gallensteine sind sogenannte Pigmentsteine. Sie enthalten innen einen Kern aus Cholesterin, an das sich der Gallenfarbstoff Bilirubin angelagert hat. Meist sind sie nur so klein wie Sandkörner, treten aber in größeren Mengen auf. Bei etwa zehn Prozent der Erkrankten verkalken die Cholesterin- oder Pigmentsteine im Laufe der Zeit.

Gallensteine kommen bei ungefähr jedem sechsten Deutschen vor, aber nur ein Viertel der Betroffenen entwickelt tatsächlich Beschwerden. Bereits mittels einer einfachen Ultraschalluntersuchung kann der Arzt mit einer Treffsicherheit von mehr als 95 Prozent die Gallensteine feststellen. Gallensteine, die nur zufällig entdeckt werden und keine Symptome hervorrufen, benötigen keine Therapie.


Kommt es jedoch zu Schmerzen im Oberbauch, die vielleicht auch in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen, ist Handeln angesagt: Denn Patienten mit einem von solchen Krankheitszeichen begleiteten Gallensteinleiden – von Medizinern auch symptomatische Cholelitihiasis genannt – haben ein erhöhtes Risiko, aufgrund ihrer Gallensteine Komplikationen zu entwickeln.

Die Therapie der Wahl ist die Entfernung der Gallenblase – meist mit Hilfe der Schlüssellochmethode, also laparoskopisch. Bei Entzündung der Gallenblase sollte diese frühzeitig, also bereits im akuten Stadium laparoskopisch operativ entfernt werden.



Blond, weiblich, übergewichtig – ein Risikokandidat für Gallensteine

Ursachen und Risikofaktoren

Der Gallensaft ist ein Verdauungshelfer, der die Aufnahme von Fetten in den Körper erleichtert. Außerdem enthält das dickflüssige Sekret Abbauprodukte des Stoffwechsels und Giftstoffe, die über den Darm ausgeschieden werden sollen.

Produziert wird das Gallensekret in der Leber, über ein halber Liter entsteht davon jeden Tag. Die nur wenige Zentimeter lange Gallenblase liegt direkt unterhalb der Leber. Sie speichert die Galle und dickt sie ein, ihr Fassungsvermögen beträgt etwa 50 Milliliter.

Bei Nahrungsaufnahme sorgt das im Darm ausgeschüttete Hormon Cholecystokinin dafür, dass sich die Gallenblase zusammenzieht und die Galle über den Gallengang (Ductus choledochus) in den Darm fließt. Der etwa zehn Zentimeter lange Gang endet im Zwölffingerdarm, einem Abschnitt des Dünndarms. Dort entfaltet das Sekret seine Wirkung, indem es Fette in Lösung bringt und ihre Aufnahme über die Darmwand ermöglicht.

Der größte Teil der Gallenflüssigkeit besteht aus Wasser. Der Rest setzt sich aus mehreren Stoffen zusammen, unter anderem Cholesterin, Gallensäuren und dem sogenannten Bilirubin (Gallenfarbstoff). Solange die Stoffe jeweils in einem bestimmten Verhältnis in der Gallenflüssigkeit enthalten sind, bleiben sie im Wasser gelöst. Gerät dieses Gleichgewicht aber aus den Fugen, nimmt die Menge eines Stoffes gegenüber einem anderen beispielsweise stark zu, bilden sich Kristalle – es entstehen Gallensteine.

Dass das empfindliche Lösungsgleichgewicht in der Gallenflüssigkeit gestört ist, kommt häufig vor: Mehr als jeder sechste Mensch in Deutschland ist Träger von Gallensteinen. Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit fast drei Mal so hoch wie bei Männern, dass sich bei Ihnen Gallensteine finden. Auch bei besonders fettreicher Ernährung, stark erhöhtem Körpergewicht (Übergewicht, Adipositas) und fortgeschrittenem Alter kommen Gallensteine häufiger vor als beim Durchschnitt der Bevölkerung.

Wenn der Abfluss des Gallensekrets gestört ist, beispielsweise durch eine Engstelle oder einen Verschluss im Gallengang, begünstigt das ebenfalls Gallensteine. Schließlich spielen auch genetische Faktoren eine Rolle bei der Bildung von Gallensteinen: Innerhalb mancher Familien kommt das Problem daher gehäuft vor.



Unangenehme Bauchschmerzen: Eine Gallenkolik vergisst man nicht so schnell

Symptome

75 Prozent der Gallensteinträger entwickeln zeitlebens keine Beschwerden. Die meisten  wissen daher nichts von der Existenz ihrer Steine. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn solange Gallensteine keine Probleme bereiten, wird ohnehin nicht behandelt.


Bei den übrigen 25 Prozent der Betroffen machen sich die Gallensteine irgendwann bemerkbar. Zu den typischen Beschwerden gehören Völlegefühl, Übelkeit und Schmerzen im Oberbauch. Die Symptome treten oft nach fettreichen Mahlzeiten, zum Teil aber auch unabhängig davon auf.

Besonders unangenehm ist eine richtige Gallenkolik. Der Schmerz setzt dabei oft aus heiterem Himmel ein und steigert sich dann noch. Er kann in die rechte Schulter oder in den Rücken ausstrahlen. Meist ist dann ein Stein von der Gallenblase in den Gallengang gerutscht und verstopft diesen. Im Bemühen, das Hindernis weiterzuschieben, zieht sich die Gallengangsmuskulatur krampfartig zusammen – es kommt zur schmerzhaften und in Wellen verlaufenden Gallenkolik.

Komplikationen

Probleme gibt es vor allem dann, wenn ein Gallenstein den Gallengang vollständig blockiert. Die Gallenflüssigkeit kann dann nicht mehr in den Darm abfließen und staut sich in die Gallenblase, die Leber und eventuell auch in die Bauchspeicheldrüse zurück.

Dort kann das angesammelte Sekret zu Entzündungen führen, die mitunter sehr schmerzhaft sind. Symptome einer Gallenblasenentzündung (Cholecystitis) können Fieber, Abgeschlagenheit und Schwäche sein. Im schlimmsten Fall kann eine Entzündung der Gallenblase dazu führen, dass die Wand des Organs porös wird und reißt, so dass die Gallenflüssigkeit in den Bauchraum gelangt und dort möglicherweise eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung auslöst.

Auch in der Leber und Bauchspeicheldrüse (Pankreas) kann das Gallensekret zu Entzündungen führen. Bevor nämlich der Gallengang in den Darm mündet, erhält er noch Zufluss von der Bauchspeicheldrüse. Liegt der Stein hinter diesem Zufluss, also nahe beim Darmausgang, staut sich das Gallensekret nicht nur in Gallenblase und Leber, sondern auch in die Bauchspeicheldrüse zurück.

Bleibt der Abfluss für die Gallenflüssigkeit über längere Zeit blockiert, kommt es häufig auch zu einer Gelbfärbung der Haut und des Augenweiß (Ikterus).



Rot eingekreist: Ein Gallenstein im Ultraschall

Diagnose

Wer mit Beschwerden zum Arzt kommt, wird zunächst über die Art und Begleitumstände der Schmerzen befragt. Bei Bauchschmerzen und anderen Symptomen, die auf ein Gallenleiden hindeuten, erfolgt anschließend eine Tastuntersuchung des Bauches.

  • Ultraschalluntersuchung (Sonografie)

Eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) sichert dann meist die Verdachtsdiagnose. Mit Hilfe der Sonographie lassen sich in 95 Prozent aller Fälle die Gallensteine erkennen. Außerdem erhält der Arzt Aufschluss über die Größe und Form der Gallenblase und ihre Wandbeschaffenheit. Auch die Größe und Beschaffenheit der  Bauchspeicheldrüse sowie möglicherweise Hinweise für vorhandenes Bauchwasser (Aszites) als Ausdruck einer beginnenden Bauchfellentzündung lassen sich in der Ultraschalluntersuchung erkennen.

  • Blutuntersuchung

Zusätzlich ist auch eine Untersuchung des Blutes notwendig. Eine Erhöhung der sogenannten Leberenzyme (GOT, GPT, Gamma-GT) und von Gallensekretstoffen wie Billirubin deuten auf einen Gallestau hin. Erhöhte Enzyme der Bauchspeicheldrüse (Lipase) können ebenfalls ein Hinweis sein, da sich bei Steinen, die nahe der Mündung des Gallengangs in den Dünndarm liegen, auch das Sekret der Bauchspeicheldrüse zurückstauen kann.

  • ERCP bei Verdacht auf Gallengangssteine

Bei Verdacht auf Gallengangssteine kann der Arzt mit Hilfe einer speziellen Untersuchung die Gallengänge mit Kontrastmittel darstellen. Dazu führt er ein schlauchartiges, mit einer Kamera ausgestattetes Untersuchungsgerät (Endoskop) über den Mund, Magen und Dünndarm in die Gallengänge ein. Diese Untersuchung nennt sich endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP).

Bei der ERCP kann man nach der Diagnostik häufig anschließend auch schon therapieren. Findet der Arzt beispielsweise Gallensteine im Gallengang, kann er sie über die Sonde mit einer Art Körbchen oder einer Zange entfernen oder vor Ort zertrümmern nachdem er die Mündung des Gallengangs in den Dünndarm (Vatersche Papille) mit einem Schnitt erweitert hat, so dass die Steine leichter abgehen können.

  • Weitere Untersuchungen

Zur Beurteilung der Gallenblase hat sich inzwischen auch eine spezielle Variante der Magnetresonanztomografie, die sogenannte Magnetresonanz-Cholecystopankreatikografie (MRCP) bewährt. Anhand dieser elektromagnetischen Untersuchung lassen sich durch Darstellung der Gallengänge vorhandene Engstellen diagnostizieren. Die MRCP hat als röntgenstrahlfreie Untersuchung die ERCP im Bereich der Diagnose inzwischen fast völlig abgelöst.

Eine konventionelle Röntgenuntersuchung oder eine Computertomografie sind allenfalls noch sinnvoll, wenn es darum geht, verkalkte Gallensteine aufzuspüren oder auszuschließen. Diese machen jedoch nur ein Viertel der Gallensteine aus. Die Röntgenaufnahme des Bauchraums kann auch angezeigt sein, um auszuschließen, dass sich freie Luft im Bauch befindet, was ein Hinweis darauf sein kann, dass ein inneres Organ, wie die Gallenblase, geplatzt ist.



Endoskopische Operation:: Über kleine Schnitte erreichen die Instrumente die Gallenblase (grün)

Therapie

Gegen die Schmerzen einer Gallenkolik muss zunächst akut vorgegangen werden. Dann sollte aber auch eine ursächliche Therapie erfolgen, damit sich ein solches Geschehen möglichst nicht wiederholt.

Behandlung einer Gallenkolik

Eine Gallenkolik geht in vielen Fällen von selbst vorüber. Doch da ein solches Ereignis extrem schmerzhaft ist und sich auch Komplikationen ergeben können, sollte man bei Verdacht auf eine Gallenkolik trotzdem unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er kann geeignete Schmerzmittel und krampflösende Medikamente (Spasmolytika) verabreichen, welche die Verkrampfungen im Magen-Darm-Trakt lösen. Erleichternd wirken auch warme Wickel im Oberbauchbereich.

Haben Gallensteine einmal Symptome verursacht, sollte nach Linderung der akuten Beschwerden die Gallenblase entfernt werden. Darin sind sich die Ärzte heute einig. Denn die Beschwerden wiederholen sich meistens, dann möglicherweise mit Entzündungen und Stauungen. Außerdem ist bei zahlreichen sehr großen Gallensteinen die Gefahr etwas erhöht, eines Tages an Gallenblasenkrebs zu erkranken.

Behandlung von Gallengangs- und Gallenblasensteinen

Bei Gallenblasensteinen, die zu Symptomen geführt haben, ist eine operative Entfernung der Gallenblase die Therapie der Wahl. Liegen Gallengangssteine vor, sollten diese zunächst beseitigt werden, gefolgt von der operativen Entfernung der Gallenblase

  • Operative Entfernung der Gallenblase

Eine operative Entfernung der Gallenblase gilt als Therapie erster Wahl bei Gallensteinen, die zu Beschwerden geführt haben. Meist wird nicht mehr die offene Operation, sondern die sogenannte Schlüssellochmethode (Laparoskopie) angewandt:

Durch drei nur wenige Millimeter lange Einschnitte werden die notwendigen Instrumente in den Bauchraum geschoben. Unter Kontrolle mit einer Kamera kann die gesamte Gallenblase durch die winzigen Einschnitte entfernt werden. Durch dieses risikoarme Vorgehen entstehen allenfalls sehr kleine Narben.

In seltenen Fällen muss die Gallenblase auch bei Patienten ohne Symptome entfernt werden. Dies ist zum Beispiel sinnvoll, wenn eine steingefüllte sogenannte Porzellangallenblase vorliegt. Hier besteht das Risiko, dass Gallenblasenkrebs entstehen könnte. Daher sollte die Gallenblase in diesem Fall vorsorglich entfernt werden.



Sicher geborgen: Endoskopische Entfernung der Gallenblase

  • Endoskopische Steinentfernung

Die bereits beschriebene Methode, über ein Endoskop durch Mund, Speiseröhre, Magen und Dünndarm in die Gallenwege zu gelangen (ERCP), wird teilweise auch zur Therapie angewandt. Hat sich im Ultraschall gezeigt, dass ein Stein im Gallengang Koliken verursacht, kann er mit Hilfe der ERCP entfernt oder zertrümmert werden. Auch eine Erweiterung der Mündung des Gallengangs in den Darm (Vatersche Papille) ist mit einem endoskopischen Eingriff möglich (endoskopische Papillotomie). So können die Steine beziehungsweise Steinstückchen leichter abgehen oder entfernt werden.

  • Weitere Behandlungsmethoden

Die Steinzertrümmerung mit Stoßwellen oder Laser spielt heutzutage kaum noch eine Rolle, da diese Methode keine komplette Sanierung darstellt beziehungsweise es immer wieder zur erneuten Steinbildung kommen kann. Auch bei der jahrelangen Dauertherapie mit einer Gallensäure (UDCA) bei reinen Cholesterinsteinen kann es zum erneuten Auftreten von Steinen kommen.



Unsere Expertin: Professor Dr. Birgit Kallinowski

Beratende Expertin

Professor Dr. med. Birgit Kallinowski ist Fachärztin für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie sowie Hämatologie und Internistische Onkologie. Nach Ihrer Approbation und Promotion im Jahr 1988 war sie zunächst als Assistenzärztin an der Medizinischen Universitätsklinik Münster und ab 1990 an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg tätig. Von 1998 bis 2004 leitete sie als Oberärztin in der Gastroenterologie die Hepatologische und Onkologische Ambulanz der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. 1998 habilitierte sich Birgit Kallinowski mit dem Thema „Epidemiologische und molekularbiologische Untersuchungen zur Hepatitis C und G“. Seit 2005 hat sie eine außerplanmäßige Professur an der Medizinischen Fakultät der Ruprecht Karls Universität Heidelberg inne. Seit 2004 betreibt Frau Professor Dr. Kallinowski eine gastroenterologische Schwerpunktpraxis mit angeschlossener onkologischer Tagesklinik. Neben ihrer klinisch wissenschaftlichen Tätigkeit ist sie Beiratsmitglied im bng (Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen) und in weiteren Gremien der wissenschaftlichen Dachgesellschaft der Gastroenterologie (DGVS) aktiv.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: © Nicolai Haubner, Okapia/Dr. med. J. P. Müller, Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD, Stockbyte/RYF, W&B/Jörg Neisel, W&B/creativ collection/Szczesny/Jörg Neisel

Experten-Sprechstunde mit Professor Poralla



Professsor Dr. med. Th. Poralla ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Rheumatologie in Berlin



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Fördern Übergewicht und Bewegungsmangel Gallensteine?

Gallensteine sind ausgesprochen häufig; sie treten hierzulande bei 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung auf. Wegen Gallensteinen werden in Deutschland jährlich mehr als 190.000 operative Entfernungen der Gallenblase (Cholezystektomien) durchgeführt.

Übergewichtige Menschen haben eindeutig ein erhöhtes Risiko, Gallensteine zu entwickeln. Dieses Risiko steigt mit dem Ausmaß des Übergewichtes. Fettsüchtige Patienten mit einem stark erhöhten Body-Mass-Index von mehr als 45 kg/m2 (entsprechend beispielsweise einem Körpergewicht von mehr als 130 kg bei einer Körpergröße von 170 cm; Formel zur Berechnung: Körpergewicht [kg] geteilt durch das Quadrat der Körpergröße [m2]) weisen gegenüber Normalgewichtigen ein siebenfach erhöhtes Gallensteinrisiko auf.

„Bewegungsmuffel“ haben ebenfalls ein erhöhtes Gallensteinrisiko, regelmäßige körperliche Aktivität wirkt dagegen vorbeugend.

 

Prof. Dr. med. Th. Poralla, St.-Joseph-Krankenhaus Berlin


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Warum erhöht starke Gewichtsabnahme das Gallensteinrisiko?

Bei rascher Gewichtsabnahme (ab etwa 1,5 kg Gewichtsverlust pro Woche) steigt das Steinrisiko eindeutig an, und zwar unabhängig davon, ob die Gewichtsabnahme durch konsequente Einschränkung der Kalorienzufuhr (Reduktionsdiät), längeres Fasten oder auch chirurgische Behandlungsverfahren zur Therapie einer krankhaften Fettsucht (zum Beispiel Magenband oder Magenbypass) zustande kommt.

Besonders steingefährdet sind Menschen, die ihr Gewicht immer wieder durch Fasten drastisch reduzieren, dann jedoch erneut zunehmen (sogenanntes „Weight Cycling“ oder „Jo-Jo-Effekt“). Verantwortlich dafür sind verschiedene Faktoren. So wird von der Leber vermehrt Cholesterin in die Gallenflüssigkeit ausgeschieden, was die Steinbildung anregt, denn Gallensteine bestehen ganz überwiegend aus Cholesterin. Außerdem produziert die Gallenblasenschleimhaut verstärkt Schleim, der die Steinbildung fördert. Schließlich wird die Entleerung der Gallenblase behindert, wodurch die Entstehung von Steinen weiter begünstigt wird.

Die Gallensteinbildung und steinbedingte Beschwerden oder Komplikationen lassen sich im Falle eines raschen Gewichtsverlustes allerdings durch eine vorbeugende medikamentöse Behandlung mit Ursodeoxycholsäure (in der Dosierung von 500 mg pro Tag bis zur Gewichtsstabilisierung) effektiv vermindern (Anm. der Red.: Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten).


Prof. Dr. med. Th. Poralla, St.-Joseph-Krankenhaus Berlin


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Begünstigt die Hormonersatztherapie bei Frauen Gallensteine?

Dass Frauen im Vergleich zu Männern häufiger Gallensteine haben, weist bereits deutlich auf den Einfluss weiblicher Geschlechts-Hormone hin. Ursache dafür ist vor allem, dass unter der Wirkung von Östrogenen verstärkt Cholesterin von der Leber in die Gallenflüssigkeit abgegeben, die Bereitstellung von Gallensäuren durch die Leber aber gleichzeitig gedrosselt wird. Gallensäuren halten normalerweise das nicht wasserlösliche Cholesterin in der wässrigen Gallenflüssigkeit in Lösung. Sind aber im Verhältnis zur Cholesterinmenge zu wenig Gallensäuren vorhanden, bilden sich Gallensteine.

Bei der Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten zur Empfängnisverhütung oder Hormonersatztherapie in den Wechseljahren ist also grundsätzlich von einem erhöhten Gallensteinrisiko auszugehen. Dieses ist allerdings sehr stark abhängig von der Dosis des verwendeten Östrogens. Die derzeit üblichen „Antibabypillen“ enthalten so wenig Östrogen, dass das erhöhte Risiko praktisch kaum ins Gewicht fällt. Dies gilt insbesondere für junge Frauen. Das Gallensteinrisiko ist nämlich eindeutig auch altersabhängig.
Eine Hormonersatztherapie im fortgeschrittenen Alter birgt demgegenüber ein höheres Risiko, Gallensteine zu entwickeln. Allerdings werden Präparate zur Hormonersatztherapie heute wesentlich kritischer gesehen und zurückhaltender verschrieben als noch vor einigen Jahren, bevor bekannt war, dass insbesondere diese Form der Hormontherapie weitaus gravierendere Gefahren mit sich bringt – nicht nur eine erhöhte Neigung zu Gallensteinen, sondern vor allen Dingen ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

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Erhöht das "metabolische Syndrom" das Risiko für Gallensteine?

Menschen, bei denen das sogenannte metabolische Syndrom festgestellt wird, entwickeln tatsächlich häufiger Gallensteine. Unter dem metabolischen Syndrom versteht man das Zusammentreffen von Übergewicht (vermehrtes Körperfett, insbesondere im Bereich des Bauches, sogenannte „Apfelform“), einer Störung des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus), einer Fettstoffwechselstörung (Erhöhung der Triglyzeride, auch Neutralfette genannt, sowie Erniedrigung des HDL-Cholesterins im Blut) sowie einer Erhöhung des Blutdruckes. Dabei gehen Ärzte vom Vorliegen eines metabolischen Syndroms aus, wenn neben dem bauchbetonten Übergewicht zwei weitere der zuvor genannten Störungen festgestellt worden sind.

Die Bildung von Gallensteinen wiederum hat Beziehungen zu genau diesen Faktoren: Übergewicht, erhöhte Triglyzeridwerte im Blut und vermindertes HDL-Cholesterin. HDL-Cholesterin ist das sogenannte „gute“ Cholesterin, das im Gegensatz zum „schlechten“ LDL-Cholesterin zum Beispiel vor Herzinfarkt oder Schlaganfall schützen kann. Der Anteil an HDL-Cholesterin lässt sich im Wesentlichen durch körperliche Bewegung erhöhen. Diese wirkt auch den Ursachen des metabolischen Syndroms erfolgreich entgegen: zum einen der Insulinresistenz, einer Unempfindlichkeit gegenüber Insulin, die zur Folge hat, dass mehr „Fettspeicher“ aufgebaut werden und eine Schieflage im Zuckerstoffwechsel entsteht, zum anderen dem Übergewicht. Gleichzeitig kann so auch der Gefahr begegnet werden, dass sich Gallensteine bilden.

 

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Begünstigt eine bestimmte Ernährungsweise Gallensteine?

Eine Vergleichsuntersuchung belegt eindeutig die mehrfach höhere Gallensteinhäufigkeit in Ländern mit „westlichem Lebensstil“ gegenüber sogenannten Entwicklungsländern. Der westliche Lebensstil ist, vereinfacht gesagt, durch relativ wenig körperliche Betätigung sowie kalorien- und fettreiche, aber ballaststoffarme Ernährung gekennzeichnet.

Aber auch innerhalb der industrialisierten Staaten lassen sich Unterschiede feststellen: Wer an traditionelle Ernährungsformen anknüpft beziehungsweise sich an die aus vielen guten Gründen empfohlene gesunde Lebensweise hält (Ernährung mit viel Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und vorzugsweise pflanzlichen Fetten, dazu regelmäßige Bewegung), entwickelt seltener Gallensteine. Denn Ballaststoffe, die durch reichlichen Verzehr von Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten aufgenommen werden können, sind sicher wesentlich dafür verantwortlich, dass Vegetarier weniger zu Gallensteinen neigen.

Für Kohlenhydrate (Zuckerstoffe) gilt, dass raffinierte Zucker – zum Beispiel als Raffinade, also weißer Zucker, auf den Packungen aus Rohr- oder Rübenzucker gekennzeichnet –, im Hinblick auf die Bildung von Gallensteinen ungünstiger wirken als langkettige Kohlenhydrate, wie sie beispielsweise in der Kartoffelstärke enthalten sind. Raffinierte Zucker finden sich auch in gezuckerten Getränken, zum Beispiel Limonaden oder Cola-Getränken, und in zuckerhaltigen Nahrungsmitteln (Kuchen, Torten & Co.).

Was die Fettaufnahme anbetrifft, so ist nicht immer sicher zu trennen, was in erster Linie für das erhöhte Gallensteinrisiko verantwortlich ist: bestimmte Fette als solche oder aber das Übergewicht, das bei erhöhtem Fettverzehr dadurch begünstigt wird, dass Fett einfach mehr Kalorien liefert als die gleiche Menge Kohlenhydrate oder Eiweiß. Fett bringt es auf rund 9 kcal/g im Vergleich zu nur 4 kcal/g bei Kohlenhydraten oder Eiweiß.

Allgemein wird empfohlen, gesättigte Fettsäuren, die insbesondere in Lebensmitteln tierischer Herkunft vorkommen, beispielsweise als Bestandteile des sichtbaren Fettes in Fleisch, Wurst oder auch Butter, zu reduzieren. Stattdessen sollte man vermehrt ungesättigte Fettsäuren vorwiegend pflanzlicher Herkunft aufnehmen. Quellen: Nüsse, das entsprechende Öl oder andere Pflanzenöle. Dabei sind aber die einfach ungesättigten von den mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu unterscheiden.

Im Hinblick auf die Gallensteinentwicklung ist nämlich auch ein übermäßiger Verzehr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit einem erhöhten Risiko verbunden. Dabei bestehen jedoch Unterschiede zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren, die sich vor allem in (Meerwasser-)Fischen und anderen Meerestieren finden, schützen offenbar vor Gallensteinen, während Omega-6-Fettsäuren, insbesondere Linolsäure (reichlich in Kürbiskernöl, Sonnenblumenöl oder Sojaöl vorhanden) dies nicht tun.

Unproblematisch erscheint die Aufnahme der einfach ungesättigten Ölsäure, die vor allem in Olivenöl enthalten ist.

Transfettsäuren kommen in der Natur nur in kleinen Mengen vor, werden allerdings durch Hydrierung beziehungsweise Härtung von Ölen in Margarinen und verschiedenen Salat- und Cocktailsaucen angereichert. Sie finden sich bevorzugt in Fastfood-Produkten, die mit Back- oder Frittierfett hergestellt werden. Da sie nach bisher vorliegenden Erkenntnissen das Risiko, einen Diabetes mellitus zu entwickeln, eindeutig erhöhen, ist von einem übermäßigen Verzehr abzuraten, zumal Diabetes nicht nur das Gallensteinrisiko erhöht, sondern auch Folgekrankheiten wie Herz-Kreislauf-, Nieren- und Augenerkrankungen begünstigt.

Bei der Auswahl von Pflanzenmargarine empfiehlt es sich, Produkte zu bevorzugen, die keine oder höchstens geringe Anteile von gehärteten Fetten aufweisen.


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Reicht ein Ultraschall, um Gallensteine festzustellen?

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ist die Methode der Wahl für die Erkennung von Gallenblasensteinen, die dabei zu 95 Prozent festgestellt werden können. Voraussetzung dafür sind ein leistungsfähiges Ultraschallgerät sowie ein erfahrener Arzt, der die Darstellungen deuten kann. Zusätzlich ist wichtig, dass die komplette Gallenblase in verschiedenen Schnittebenen dargestellt wird. Der Betroffene sollte dabei zumindest zwei Untersuchungspositionen einnehmen, damit kleinere Steine nicht übersehen werden.

 

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Kann eine bestimmte Diät Gallensteine schrumpfen lassen?

Bestimmte Ernährungsformen oder Diäten können allenfalls dazu beitragen, die Bildung von Gallensteinen zu vermeiden. Ballaststoffreiche Kost ist dabei von besonderer Bedeutung. Hülsenfrüchte, zum Beispiel Erbsen, können das Risiko einer Gallensteinbildung jedoch erhöhen: Der Verzehr größerer Mengen von Hülsenfrüchten führt zu einem Anstieg der Cholesterinkonzentration in der Gallenflüssigkeit bei gleichzeitigem Abfall der Phospholipidkonzentration daselbst. Beide Veränderungen begünstigen das Auftreten von Cholesterinsteinen in der Galle.

Aufgrund des Zusammengangs von Übergewicht und erhöhtem Gallensteinrisiko sind vor allem die Aufrechterhaltung eines normalen Körpergewichtes oder im Falle eines bereits bestehenden Übergewichtes dessen moderater, jedoch stetiger Abbau entscheidend. Dazu folgende Empfehlung: 0,5 bis maximal 1 kg Gewichtsverlust pro Woche.

Gegen bereits bestehende Gallensteine sind Diäten nicht hinreichend wirksam.

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Welche Medikamente bringen Gallensteine zum Verschwinden?

Durch Einnahme von Ursodeoxycholsäure (in einer Dosierung von wenigstens 10 mg/kg Körpergewicht täglich) können Gallenblasensteine zum Verschwinden gebracht werden. Allerdings eignet sich diese Behandlung ausschließlich für kleine Steine mit einem Durchmesser von höchstens fünf Millimetern, die gleichzeitig kalkfrei sind (also ausschließlich aus Cholesterin bestehen) und sich in einer Gallenblase befinden, die sich gut zusammenziehen (entleeren) kann.

Alle drei Kriterien können bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Allerdings ist zum Nachweis eventueller Verkalkungen, die diese Behandlung dann ausschließen würden, eine Computertomographie (CT) am empfindlichsten.

Der Therapieerfolg sollte mit Ultraschall kontrolliert und die Behandlung nach Steinfreiheit noch für drei Monate fortgesetzt werden.

Dennoch ist auch nach sechs Monate langer Behandlungsdauer nur bei etwa 60 Prozent der Behandelten ein Erfolg zu erwarten. Darüber hinaus können durch diese Therapie die Umstände, die zur Gallensteinbildung geführt haben, nicht dauerhaft korrigiert werden. Deshalb ist leider damit zu rechnen, dass sich häufig später wieder Steine entwickeln, weshalb die medikamentöse Behandlung nur noch bei Patienten zu empfehlen ist, für die eine Operation nicht in Frage kommt.

 

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Bis zu welcher Größe können Gallensteine von selbst abgehen?

Im Einzelfall können Gallenblasensteine, die einen Durchmesser von mehreren Millimetern haben, durchaus aus der Gallenblase in den Gallengang wandern und von dort spontan über die Mündungsstelle namens Vater’sche Papille in den Zwölffingerdarm abgehen.

Allerdings besteht wegen der gemeinsamen Mündung des Gallenganges und des Bauchspeicheldrüsen-Ausführungsganges an der Vater’schen Papille die Gefahr, dass ein Gallenstein vor seinem Abgang den Mündungsbereich verstopft und dadurch zu einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (biliären Pankreatitis) führt – mit möglicherweise durchaus gravierenden Folgen.

Meistens verursachen Steine allerdings schon vor einer derartigen Wanderung und ihrer gefürchteten Komplikation immer wieder Beschwerden, insbesondere Gallenkoliken. In solchen Fällen, also bei einer symptomatischen, sprich mit Beschwerden einhergehenden Gallensteinerkrankung, sollte daher grundsätzlich nicht darauf gesetzt werden, dass die Steine spontan abgehen könnten. Vielmehr sollte in aller Regel eine operative Behandlung, also die Entfernung der Gallenblase, in Angriff genommen werden.

 

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Wie können Gallensteine heute entfernt werden?

Die Therapie der Wahl zur Behandlung eines Gallenblasensteinleidens, das Beschwerden verursacht, ist heute die Entfernung der Gallenblase mittels „Schlüsselloch“-Operation (laparoskopische Cholezystektomie).

Die medikamentöse Steinauflösung kommt nur für einen kleinen Teil der Patienten infrage. Nicht bewährt hat sich die Steinzertrümmerung (Lithotripsie), da bei 25 bis über 60 Prozent der Betroffenen die Steine nach fünf Jahren erneut auftreten, nach zehn Jahren sogar bei über 50 bis 80 Prozent. Die laparoskopische Operation beseitigt das Problem dagegen dauerhaft, bedarf nur noch eines sehr kurzen Klinikaufenthaltes von wenigen Tagen und führt auch zu einem kosmetisch sehr befriedigenden Ergebnis.

Gallengangssteine sollten endoskopisch entfernt werden. Hierzu wird ein dem Magenspiegelungsgerät ähnliches Endoskop durch Mund, Speiseröhre und Magen in den Zwölffingerdarm eingeführt, durch dieses Endoskop hindurch dann die Vater’sche Papille (also die Mündung des Gallengangs in den Dünndarm) aufgeschlitzt und anschließend die Steinentfernung vorgenommen.

In besonders spezialisierten Zentren kann bei gleichzeitigem Vorliegen von Gallenblasen- und Gallengangssteinen versucht werden, bei der operativen Entfernung der Gallenblase auch die Gallengangssteine chirurgisch-laparoskopisch (siehe oben) zu beseitigen. In der Regel wird jedoch ein kombiniertes Verfahren bevorzugt, bei dem der Chirurg die Gallenblase herausnimmt und der endoskopisch versierte Gastroenterologe die Gallengangssteine entfernt.


Prof. Dr. med. Th. Poralla, St.-Joseph-Krankenhaus Berlin


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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 21.10.2014, erstellt am 13.09.2005
Bildnachweis: © Nicolai Haubner, Okapia/Dr. med. J. P. Müller, Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD, Stockbyte/RYF, W&B/Jörg Neisel, W&B/creativ collection/Szczesny/Jörg Neisel

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