Die Schilderung lässt vermuten, dass der Patient an einer Colitis ulcerosa leidet, also einer chronischen Entzündung des Dickdarmes. Im Zusammenhang mit dieser Erkrankung kann eine besondere Form einer Entzündung der Gallenwege entstehen, die sogenannte primär sklerosierende Cholangitis (PSC).
Der chronische Entzündungsprozess führt zu Vernarbungen, die die Gallenwege einengen und den Abfluss der Galle behindern. Infolgedessen kann es zum Übertritt von Bestandteilen der Gallenflüssigkeit ins Blut kommen, die Gelbsucht und starken Juckreiz hervorrufen.
In der Regel lässt sich diese Erkrankung durch eine Darstellung der Gallenwege mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) nachweisen. Sofern sich dabei den Gallenabfluss behindernde starke Einengungen der größeren Abschnitte der Gallenwege innerhalb und/oder außerhalb der Leber zeigen, können diese Stellen endoskopisch aufgeweitet (dilatiert) werden, wozu die Patienten, wie bei der Behandlung von Gallengangssteinen erwähnt (siehe Frage: „Wie können Gallensteine heute entfernt werden?“), endoskopiert werden.
Bei einigen Patienten lassen sich die Beschwerden auch durch eine Behandlung mit Ursodeoxycholsäure lindern. Diese Therapie hat jedoch auf den weiteren Krankheitsverlauf, der bis zur Leberzirrhose und leider auch zum Auftreten von Gallenwegskrebs führen kann, keinen nachhaltigen Einfluss.
Die einzig langfristig wirksame Therapie stellt eine Leberverpflanzung (Transplantation) dar. Die Betroffenen sollten sich daher rechtzeitig an ein entsprechendes Zentrum überweisen lassen.
Prof. Dr. med. T. Poralla, St.-Joseph-Krankenhaus Berlin
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09.11.2007, aktualisiert am 10.10.2011
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