Wenn Fett in den Dünndarm (braun) gelangt, schütten Leber und Gallenblase über den Gallengang (grün) Gallensaft in den Dünndarm aus
Schweinebraten, Weihnachtsgans und andere fette Speise lägen uns ohne sie noch schwerer im Magen, als sie es oft ohnehin schon tun. Menschen, bei denen die Produktion der Galle nicht mehr gut funktioniert, wissen davon ein Lied zu singen.
Hergestellt wird die Galle in der Leber. Die Flüssigkeit erleichtert die Aufnahme von Fetten in den Körper. Die in ihr enthaltenen Gallensäuren wirken wie ein Spülmittel und bringen die Fette im Nahrungsbrei in Lösung.
Außerdem enthält der Gallensaft viele Mineralstoffe, Wasser, Fettreste von Biomembranen, überschüssiges Cholesterin und Abfallprodukte der Leber (Giftstoffe oder Medikamente), die der Körper über die Galle ausscheidet.
Weiterer Bestandteil ist Bilirubin, ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen. Es macht die Gallenflüssigkeit gelb. Im Verlauf der Verdauung bauen Bakterien das Bilirubin weiter ab. Es verfärbt sich braun und sorgt für die typische Stuhlfarbe.
Feinste Gallenkanäle sammeln den Gallensaft und führen ihn über den Hauptgallengang in den Darm. Gibt es dort nichts mehr zu verdauen, verschließt ein Schließmuskel den Darm. Die Galle fließt zurück und wird in der Gallenblase gespeichert. Sie dickt den nun ins Grünliche wechselnden Saft auf bis zu einem Zehntel seines ursprüngliche Wassergehalts ein. Passiert erneut fetter Nahrungsbrei den Dünndarm, geben Zellen in der Darmwand Signal, damit sich der Schließmuskel wieder öffnet und Leber und Gallenblase ihren Inhalt entleeren.
Nur fünf Prozent des Gallensafts gehen täglich verloren. Der Rest kreist zwischen Gallenblase, Darm und Leber. Dieser Regelkreis reagiert sehr empfindlich auf zu viel Fett. Dann ändert sich die Zusammensetzung im Gallensaft. Das Gleichgewicht der gelösten Stoffe gerät aus den Fugen. Es bilden sich Kristalle – die Gallensteine. Diese machen keine Beschwerden, so lange sie in Ruhe sind. Geraten sie in Bewegung, können sie die feinen Gallengänge verstopfen und die gefürchteten, äußerst schmerzhaften Gallenkolliken auslösen. Der Sekretstau kann zusätzlich zu einer Gallenblasenentzündung führen.
Die Therapie von Gallensteinen erfolgt durch Auflösen, Zertrümmern oder Herausfischen. Bei starken Beschwerden muss die Gallenblase entfernt werden. Den Operierten fehlt danach zwar der in ihr gespeicherte Gallensaft, die Gallensäuren aus der Leber tun aber weiter ihre Arbeit. Wenn die Patienten auf eine gesunde, abwechslungreiche Ernährung achten, lässt es sich deshalb auch ohne Gallenblase gut leben.
www.apotheken-umschau.de;
09.09.2008, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: W&B/Szczesny
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
BABY und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung