Galle: Der bittere Verdauungssaft

Die in der Leber produzierte Flüssigkeit hilft bei der Verdauung von Nahrungsfetten
10.05.2012

Wenn Fett in den Dünndarm (braun) gelangt, schütten Leber und Gallenblase über den Gallengang (grün) Gallensaft in den Dünndarm aus

W&B/Szczesny

Schweinebraten, Sahnetorte und andere fette Speise lägen uns ohne sie noch schwerer im Magen, als sie es oft ohnehin schon tun. Menschen, bei denen die Produktion der Gallenflüssigkeit nicht mehr gut funktioniert, wissen davon ein Lied zu singen.

Hergestellt wird die Galle in der Leber. Feinste Gallenkanäle sammeln den Gallensaft und führen ihn über den Hauptgallengang in den Darm. Die Flüssigkeit erleichtert die Aufnahme von Fetten in den Körper. Die in ihr enthaltenen Gallensäuren wirken wie ein Spülmittel und bringen die Fette im Nahrungsbrei in Lösung.

Wenn wir nichts essen, es also nichts zu verdauen gibt, wird der Gallensaft in der Gallenblase zwischengespeichert und auf etwa ein Zehntel eingedickt. Nur fünf Prozent des Gallensafts gehen täglich verloren. Der Rest kreist zwischen Gallenblase, Darm und Leber.

Der Gallensaft enthält viele Mineralstoffe, Wasser, Fettreste von Biomembranen, überschüssiges Cholesterin und Abfallprodukte der Leber (Giftstoffe oder Medikamente), die der Körper über die Galle ausscheidet.

Weiterer Bestandteil ist Bilirubin, ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen. Es macht die Gallenflüssigkeit gelb. Im Verlauf der Verdauung bauen Bakterien das Bilirubin weiter ab. Es verfärbt sich braun und sorgt für die typische Stuhlfarbe.

Manchmal schmerzhaft: Gallensteine

Die Zusammensetzung des Gallensaftes kann aus dem Gleichgewicht geraten. Dann bilden sich Kristalle – die Gallensteine. Diese machen oft keine Beschwerden. Verstopfen sie jedoch die Gallengänge, lösen sie äußerst schmerzhafte Gallenkoliken aus. Der Sekretstau kann zusätzlich zu einer Gallenblasenentzündung führen.

Die Therapie von Gallensteinen erfolgt durch Auflösen, Zertrümmern oder "Herausfischen". Bei starken Beschwerden muss die Gallenblase entfernt werden. Den Operierten fehlt danach zwar der "Zwischenspeicher" für den Gallensaft. Die Gallensäuren aus der Leber tun aber weiter ihre Arbeit. Wenn die Patienten auf eine gesunde, abwechslungreiche Ernährung achten, lässt es sich deshalb auch ohne Gallenblase gut leben.


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