Knochenzysten
Eine Zyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum. Knochenzysten sind tumorähnlich, aber gutartig.
Am Fuß kommen Knochenzysten vor allem am Fersenbein vor. Dabei handelt es sich in erster Linie um sogenannte einfache, juvenile Zysten. „Juvenil“ sagt es schon: Die Veränderungen treten in jungen Jahren, im Alter von fünf bis 20, auf. Die Ursache ist unbekannt. Ärzte unterscheiden bei Zysten Gebilde, die aus einem einzigen Hohlraum bestehen, von solchen mit mehreren „Kammern“. Daneben gibt es noch andere Formen von Knochenzysten, die aber am Fuß praktisch keine Rolle spielen.
Symptome: Zu Beschwerden kommt es in erster Linie, wenn die Zyste (belastungsbedingt) zu einem Knochenbruch geführt hat.
Diagnose: Knochenzysten zeigen sich in Röntgenbildern. Genaueres ergibt eine Computertomografie (CT).
Therapie: Bei Beschwerden wird die Zyste operativ entfernt und die Höhle durch geeignetes Material, zum Beispiel körpereigenen Knochen, aufgefüllt. Ein operatives Vorgehen empfehlen manche Orthopäden auch vorbeugend, sei es wegen eventueller Bruchgefahr oder der seltenen Möglichkeit, dass sich aus der Zyste eines Tages ein Tumor entwickelt. Ob das Risiko eines Knochenbruchs prinzipiell bei solchen Zysten erhöht ist, wird uneinheitlich beurteilt. Falls bei einem Bruch weitere Fußknochen zu Schaden gekommen sind, werden sie nach den üblichen Regeln stabilisiert.
Knochentumoren
Echte Geschwülste am Fersenbein sind eine Rarität. Prinzipiell gibt es gutartige, bösartige und „Zwitter“ aus Gut und Böse.
Gutartig sind zum Beispiel „Osteoidosteome“. Diese knochenbildenden Tumoren kommen in jungen Jahren vor, zwischen fünf und 30.
Mischgebilde (halb gut-, halb bösartig) sind dagegen die sogenannten „Riesenzelltumoren“. Auch sie betreffen junge Menschen, etwa ab 15 bis 40 Jahren.
Riesenzelltumoren werden auch „brauner Tumor“ oder Osteoklastom genannt. Der Name „brauner Tumor“ leitet sich daraus ab, dass es bei den Geschwülsten oft zu Einblutungen kommt.
„Osteosarkome“ sind bösartig. Sie bilden Knochen, wachsen relativ schnell und sind die häufigsten Knochentumoren bei Kindern und jungen Erwachsenen.
Symptome: Osteoidosteome machen typischerweise nachts sehr starke Schmerzen, die aber sehr gut auf Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure ansprechen. Riesenzelltumoren führen neben Schmerzen auch zu Schwellungen im erkrankten Bereich. Osteosarkome verursachen einen belastungsabhängigen Schmerz, einen örtlichen Druckschmerz, später auch eine tastbare schmerzhafte Schwellung. Eventuell kommt es zu einem Knochenbruch.
Diagnose: Neben den Beschwerden und dem Untersuchungsbefund geben Röntgenaufnahmen wichtige Hinweise. Osteoidosteom: Der Fuß ist äußerlich unauffällig. Typisch dagegen ist das Röntgenbild, welches einen „Fleck“ mit einem verdichteten Rand zeigt. Die Geschwülste werden bis zu einen Zentimeter groß. Riesenzelltumoren präsentieren sich beim Röntgen als größere, oft gelenknah liegende Knochendefekte. Bei einem Osteosarkom stellt sich in der Röntgenaufnahme ein örtlich zerstörter Knochen mit wolkiger Struktur und umgebender Reizung dar. Im Blut können Messwerte wie die alkalische Phosphatase und LDH erhöht sein. Mittels einer Magnetresonanztomografie wird die gesamte Umgebung des Tumors untersucht. Eine Gewebeprobe zur feingeweblichen Analyse ist für die Diagnose unerlässlich. Auch das übrige Knochensystem und die Lungen werden überprüft, um Klarheit über die Ausbreitung des Tumors zu erhalten.
Therapie: Osteoidostom: Das Gewebe wird ausgeschabt (Kürettage). Danach sind die Schmerzen behoben. Riesenzelltumoren werden komplett entfernt, die Defekte aufgefüllt. Die Tumoren kehren aber häufig wieder und können auch entarten. Osteosarkom: Die Behandlung ist in einer Richtlinie festgelegt und an ein Zentrum gebunden, das spezielle Erfahrung auf diesem Sektor hat.
(http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/025-005.htm;
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Angeborene und erworbene Fußverformungen
Zum Beispiel der Knick-Senk- bzw. Plattfuß: Das innere Längsgewölbe des Fußes ist abgeflacht, das Fersenbein zeigt hinten nach außen. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen. Fersenschmerzen gehören oft zu den damit verbundenen Beschwerden.
Im Kleinkindalter ist ein Knickfuß bis zu einem gewissen Grad normal. In der Regel normalisiert sich das Gehen mit der Zeit von selbst. Bei einem sogenannten fixierten Knick-Senkfuß ist das Fersenbein von Geburt an mit der Nachbarschaft – dem Kahnbein (Coalitio calcaneonavicularis) oder Sprungbein (Coalitio calcaneotalaris) – verschmolzen. Die Überbrückung (Coalitio) besteht aus Knochen- oder Bindegewebe und blockiert das untere Sprunggelenk. Eine weitere, angeborene Fehlbildung ist das Os trigonum, ein Extra-Fußknochen. Er macht sich oft erst im Laufe des Lebens indirekt bemerkbar, wenn es – unabhängig von der Fehlbildung – zu Formveränderungen am Fuß oder zu einer Verletzung gekommen ist. Mögliche Folgen sind Druckstellen und Schwielen durch Probleme mit dem Schuh oder Entzündungen, wenn der Knochen ständig an der Umgebung anstößt oder reibt. Bei Muskel- oder Bänderschwäche, Übergewicht, X- oder O-Beinen oder einem in der Kindheit nicht normalisierten Knickfuß bzw. Knick-Senkfuß können sich im Laufe der Zeit Plattfüße entwickeln. Dabei sinkt das Längsgewölbe ein. Die Abflachung wirkt sich auf den ganzen Fuß aus. Nicht zuletzt verkürzt sich die Achillessehne. Bei vorhandener Knick-Komponte steht der Fersenknochen schief.
Symptome: Plattfüße und andere Varianten weisen die typische Formabweichung auf. Je nach Ursache kommt es schon frühzeitig, also auch schon in der Kindheit, zu Bewegungseinschränkungen und / oder zu Fuß- bzw. Fersenschmerzen beim Gehen. Beim Os trigonum konzentrieren sich die Schmerzen mehr auf die Gegend hinter dem Außenknöchel, können aber auch in die Achillessehne ausstrahlen und als „unklare Achillodynie“ bewertet werden.
Diagnose: Kinder mit „auffälligen“ Füßen werden in einer kinderorthopädischen Fußsprechstunde untersucht. In jedem Lebensalter gilt bei Fußanomalien: Der Arzt begutachtet nicht nur die Füße und das Gangbild, sondern stets das gesamte Bewegungssystem. Außerdem macht er bestimmte Funktionstests. So bewegt er den Fuß durch und begutachtet den Zehenspitzenstand. Auch Aufzeichnungen der Fußabdrücke (Podogramm), eine Pedobarometrie (Messung der Druck-Zeit-Verläufe unter der Fußsohle beim Gehen und Stehen) und weitere Analyseverfahren sind informativ. Je nach Fragestellung sind auch bildgebende Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen (manchmal auch im Seitenvergleich) und eine Magnetresonanztomografie nötig.
Therapie: Bei ausgeprägtem Knick-Senkfuß bzw. Plattfuß steht die konservative orthopädische Therapie mit Schuhzurichtungen, Krankengymnastik und Orthesen (Hilfsmitteln zur Korrektur oder Stützung) im Vordergrund. Eine Entzündung und damit verbundene Beschwerden klingen meistens mithilfe eines entzündungshemmenden Medikamentes oder eines Schmerzmittels, nach Anwendung von Kälte und meist auch vorübergehender Ruhigstellung, ab. Eine Operation ist – im Gegensatz zum fixierten, schmerzhaften Plattfuß oder bei einem überzähligen Fußknochen, der dauerhaft Beschwerden macht – nur selten erforderlich.
Hautveränderungen: Schwielen und Warzen
An stark beanspruchten Stellen wie der Ferse verdickt und verhärtet sich die Hornhaut. Es bilden sich Schwielen. Warzen werden hingegen durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht.
Hornhautschwielen: Die Hornhaut ist die oberste Schicht der Haut. An stark beanspruchten Stellen wie Ferse oder Fußballen bilden sich leicht Schwielen (Hühneraugen sind eine Sonderform). Begünstigend wirken Fußverformungen, Knochenauswüchse (siehe auch Haglund-Ferse im Kapitel „Ursachen: Achillessehne – Fußsohle"), ungünstiges Schuhwerk, Hauterkrankungen, Nervenschädigungen, zum Beispiel Empfindungsstörungen beim „diabetischen Fuß“.
Symptome: Die lederartigen Schwielen sind eigentlich als Schutzbarriere gedacht, können aber auch schmerzhaft sein. Außerdem stören sie optisch.
Diagnose und Therapie: Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Er kennt den gesundheitlichen Hintergrund des Betroffenen in der Regel am besten und kann weitere Ratschläge geben, auch im Hinblick auf eine geeignete Fußpflege (das Fachgebiet der medizinischen Fußpflege heißt Podologie). Oder er überweist den Patienten zum Hautarzt. Weitere Tipps im Kapitel „Vorbeugung und Selbsthilfe“. Im Alltag kann man sich rechtzeitig damit behelfen, Problemzonen mit einem Pflaster abzudecken. Es gibt auch Strümpfe mit Verstärkungen.
Bis zu einem bestimmten Grad lassen sich Hornhautschwielen mit einem Spezialpflaster aufweichen und anschließend leichter entfernen. Hier wissen auch Apotheker Rat.
Fußsohlenwarzen: Kinder und Jugendliche sind am häufigsten betroffen. HPV kann bei geringfügigen Rissen oder Verletzungen in die Haut eindringen. Man kann das Virus auch selbst bei der Hautpflege oder Manipulationen von der betroffenen Stelle zu einer gesunden verfrachten, wo es erneut Schaden anrichten kann. Manchmal genügen ein paar befallene Honhaut-Schüppchen. Das Virus existiert in zahllosen Typen und lauert zum Beispiel in Schwimmbädern, Sportstätten, Saunen (Vorsicht, nie in diesen öffentlichen Bereichen barfuß laufen!). Ob es zur Infektion kommt, hängt unter anderem von der Immunlage jedes Einzelnen ab. Innerhalb überschaubarer Lebensgemeinschaften wie einer Familie besteht bei guter Hygiene kein automatisches Übertragungsrisiko.
Symptome: HPV kann an vielen Körperstellen Infektionen auslösen. An den Füßen gibt es die oberflächlichen, beetartigen Mosaikwarzen und die in die Tiefe vordringenden Dornwarzen. Gerade im Fersenbereich können letztere beim Gehen sehr schmerzhaft sein. Außen bilden sie eine Schwiele, innen den Dorn, der weit in die Tiefe reichen kann.
Diagnose und Therapie: Warzen sind eigenwillig, ihr Verhalten unberechenbar: Sie können sich nach geraumer Zeit von selbst zurückbilden, dann war Geduld, auch über Monate, die richtige Therapie. Diese Strategie empfiehlt sich gerade bei Kindern und Jugendlichen immer als Erstes. Zur Selbstbehandlung gibt es in der Apotheke verschiedene Präparate, zum Beispiel zum Vereisen oder Aufweichen des betroffenen Hautbereichs mit Salicylsäure. Auch hier bedarf es der Besonnenheit und wiederholter Anwendung, also Geduld.
Voraussetzung ist stets, dass die Diagnose stimmt, gerade auch bei Erwachsenen. Warzen können wiederkehren oder sich sogar stark ausbreiten. Zeichnet sich eine solche Tendenz ab, sollte man schneller sein als das Virus und zum Arzt gehen. Dies gilt auch, wenn das Gebilde sein Aussehen verändert. Eventuell befürwortet der Arzt die Gewinnung einer kleinen Gewebeprobe durch Abschaben, um ganz sicher zu sein, dass es eine Warze ist und kein Hautkrebs.
Die medizinischen Waffen reichen in aufsteigender Reihenfolge, was die „Radikalität“ anbelangt, vom Vereisen mit Stickstoff („Kryotherapie“) über chemisches Verätzen oder Erhitzen mit Hochfrequenzstrom („Elektrokaustik“) bis zum Laserstrahl oder „Skalpell“ bzw. scharfen Löffel (Ausschabung oder Kürettage in örtlicher Betäubung). Relativ gute Ergebnisse vermelden Anwender von Verfahren wie einer speziellen Form der Infrarotlichtbehandlung oder einer photodynamische Therapie. Das Therapiespektrum ist groß – einschließlich zahlreicher alternativmedizinischer Maßnahmen. Eine Vorhersage über den Therapieerfolg machen seriöse Therapeuten nicht. Manchmal können Narben (zum Beispiel nach einer chirurgischen oder Laser-Behandlung) oder auch das Virus selbst zurückbleiben, wie so oft bei HPV. Das bedeutet, dass die Schmerzproblematik möglicherweise nicht gelöst ist. Trotz allem lautet die wichtigste Regel: Keine Experimente! (siehe auch Kapitel „Vorbeugung und Selbsthilfe“).
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23.09.2009, aktualisiert am 19.01.2012
Bildnachweis: Brand X Pictures/RYF
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