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So werden Sie Hühneraugen los

Zwängt der Schuh den Fuß ein, kann ein Hühnerauge entstehen. Wie es sich am besten entfernen lässt


Schick, aber zu eng? Vorsicht! Schlecht passende Schuhe verursachen Hühneraugen

Schuhe müssen einfach gut aussehen. Komfort? Ist Nebensache! So sehen das knapp 40 Prozent der Frauen und fast jeder fünfte Mann in Großbritannien. Etwa 2000 Briten ließen sich dazu in einer Studie des englischen Podologenverbandes befragen. Acht von zehn Damen gaben gleichzeitig zu, diverse Fußprobleme zu haben – von Blasen an den Fersen bis Hühneraugen an den Zehen.

Jana Kortleben, Podologin aus Erfurt, verwundert das nicht. „Falsch sitzende Schuhe zählen neben Fußfehlstellungen zu den häufigsten Ursachen von Hühneraugen“, sagt sie. Denn auch wenn der Ballerina im Laden grandios aussieht, ist er womöglich zu schmal für den Fuß. Die spitzen Pumps sind vorn zu eng, die Stilettos drücken an allen Ecken. Auch das Material spielt eine Rolle. Gibt das Leder nicht nach oder das Innenfutter verabschiedet sich, entstehen Druckstellen.

Häufige Ursache von Hühneraugen: falsch sitzende Schuhe

„Sind die Schuhe schuld, tauchen Hühneraugen meist an den Zehen auf“, meint Kortleben. Genauer gesagt: zwischen dem vierten und fünften oder auf der Oberseite des zweiten Zehs, also dem neben der großen Zehe. Doch auch Fehlstellungen wie Hammerzehen oder ein Hallux valgus begünstigen dort ein Hühnerauge. Stecken andere Fußprobleme dahinter, etwa ein Spreizfuß, treten die Gebilde auch an der Fußsohle und am Ballen auf.



Hühneraugen können ziemliche Schmerzen bereiten

Warum schmerzt ein Hühnerauge so? „Drückt der Schuh viele Stunden pro Tag auf dieselbe Stelle, verdickt sich die Oberhaut“, erklärt Dr. Angela Unholzer, Dermatologin aus Donauwörth. Diese verdickte Hornschicht bildet die Haut als Schutz gegen den permanenten Reiz. Das Problem: Wird auf die Stelle weiterhin Druck ausgeübt, verhornt der Bereich zunehmend und schiebt sich wie ein Keil in die Tiefe. Reicht dieser Dorn bis tief in die Lederhaut, werden Nervenstränge gereizt, die teils intensive Schmerzsignale aussenden.

Hühneraugen schonend entfernen

Wie lässt sich ein Hühnerauge entfernen? Meistens durch drei Maßnahmen: die Ursache – wenn möglich – aus dem Weg schaffen, die Verhornung entfernen und den betreffenden Bereich entlasten. Drücken die Ballerinas, legen Sie die Treter beiseite und tragen Sie bequeme, gut sitzende Schuhe. „In vielen Fällen empfiehlt es sich, orthopädische Einlagen oder individuell angepasste orthopädische Schuhe zu tragen“, rät Hautärztin Unholzer. Liegt eine Fußfehlstellung vor, können ebenfalls speziell angefertigte Einlagen helfen. Manchmal kommt ein chirurgischer Eingriff infrage, der die Fehlstellung korrigiert.

Die verhornte Haut können Sie abtragen, wenn Sie ihre Füße für einige Zeit in warmes Wasser tauchen. Anschließend schaben Sie die aufgeweichte Haut mit einem Bimsstein oder einer speziellen Feile vorsichtig ab. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die Haut nicht verletzen, sonst können Keime eindringen. Die Prozedur müssen Sie oft über mehrere Wochen vornehmen, bis die Hornhaut nach und nach verschwindet. Tipp: Cremen Sie die Füße nach jeder Feilaktion mit einer rückfettenden Creme ein, damit die Haut geschmeidig wird und weniger verhornt. Besonders bei Diabetes (Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2) sind wegen der ehöhten Infektionsgefahr eine sachgemäße Fußpflege und entsprechende Beratung sehr wichtig!

Hühneraugen-Pflaster aus der Apotheke

Sogenannte Keratolytika, wie zum Beispiel Salizylsäure, weichen die Haut ebenfalls auf. Diese Mittel finden sich häufig in Hühneraugenpflastern, die es in der Apotheke gibt. Kleben Sie es auf das Hühnerauge und belassen Sie es dort für wenige Tage. Danach entfernen Sie die Hornhaut vorsichtig (wie oben). Auch hier reicht eine einzelne Anwendung meist nicht aus. Podologin Kortleben warnt zudem: „Das Pflaster sollte nur den verhornten Bereich aufweichen und nicht die gesunde Haut angreifen.“ Sonst werde sie verletzt und könne sich entzünden. In ihrer Praxis setzt die Fußexpertin aus diesen Gründen meist auf eine andere Methode: Sie trägt die Hornhaut behutsam mit einem Skalpell ab. Auf keinen Fall sollte aber der Betroffene selbst zum Messer greifen!

Die Schmerzen, die ein Hühnerauge hervorrufen, lassen nach, wenn Sie den Druck von der verhornten Stelle nehmen. Dafür genügt schon ein einfaches Pflaster, das auf der Innenseite leicht wattiert ist. „Es verteilt den Druck großflächiger und entlastet damit“, erklärt Kortleben. Auch Silikon- oder Schaumstoffstücke, die es unter anderem in Sanitätshäusern gibt, schützen die Druckstelle. Lassen Sie sich dazu beraten und die Stücke vor Ort passend zuschneiden! Druckschutzringe hält die Podologin für weniger geeignet. „Hier wird der Druck unter Umständen falsch verteilt, was ein neues Hühnerauge begünstigt“, merkt sie an. Solche Ringe stellen daher eher eine Notlösung für unterwegs dar.

Bei Hühneraugen auf keinen Fall selbst zum Messer greifen

Helfen die eigenen Strategien nichts, treten dabei Schmerzen auf oder kehrt das Hühnerauge wieder, dann sollten Sie einen Fachmann aufsuchen. „Auf keinen Fall sollten Sie mit spitzen oder scharfen Gegenständen versuchen, die verhornte Stelle zu entfernen“, mahnt auch die Donauwörther Dermatologin. „Verletzen Sie die Haut, besteht ein sehr hohes Risiko für Infektionen“, so Unholzer weiter. Außerdem kann ein vermeintliches Hühnerauge in Wirklichkeit eine Warze sein oder der betreffende Hautbereich stellt das Symptom einer Hautkrankheit dar. Gehen Sie deshalb sicherheitshalber zu einem Hautarzt. Stellt er fest, dass es sich um ein Hühnerauge handelt, kann er oder ein Podologe es behandeln.




Bildnachweis: Thinkstock/Hemera, Thinkstock/iStockphoto

Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 02.06.2014, erstellt am 15.04.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera, Thinkstock/iStockphoto

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