So werden Sie Hornhaut an den Füßen los

Die optimale Pediküre vom richtigen Entfernen der Hornhaut bis zur passenden Fußcreme. Was gegen Hühneraugen, Schrunden und eingewachsene Nägel hilft

von Diana Engelmann, aktualisiert am 14.03.2016

Ein Hingucker: Schöne Füße

F1online/ONOKY

Hornhaut ist lästig. Sie sieht nicht schön aus und kann sogar zu einem Gesundheitsrisiko werden, wenn sich Risse bilden und schlimmstenfalls Schrunden entstehen. Wie Sie ihr den richtigen Schliff verpassen und Ihre Füße dabei verwöhnen.

Zum Auftakt ein Fußbad

Bei stark verdickter Hornhaut sollten Sie etwas Salz in das Wasser geben. Das reinigt und wirkt keimtötend. "Ein solches Bad bringt auch Feuchtigkeit in die Haut, wenn der Salzgehalt hoch genug ist", weiß Dr. Peter Weisenseel, Facharzt für Dermatologie und Allergologie am Dermatologikum Hamburg. Mindes­tens zehn Prozent sollte eine entsprechende Mischung enthalten. Geeignet ist Koch- oder Totes-Meer-Salz.


Wenn Ihre Haut zu Trockenheit neigt, schafft ein Ölbad mit Harnstoff (Urea) Abhilfe. "Er reguliert die Feuchtigkeit der Haut, lagert sich in den tieferen Schichten ein und bindet Wasser", sagt Dirk Reher, Podologe aus Bad Segeberg. Auch Bäder mit Avocadoöl spenden Feuchtigkeit.

Übrigens: Baden Sie Ihre Füße nicht länger als 10 bis 15 Minuten! Diabetiker sollten spätestens nach 5 Minuten zum Handtuch greifen. Andernfalls wird die Haut weich und schrumpelig, der Volksmund spricht von Froschhaut, Fachleute nennen dieses Phänomen Mazeration. "Häufig mazeriert die Haut zwischen den Zehen – gerade, wenn sie eng beieinander­liegen. Es entstehen leicht Risse", so Reher. Man spürt zudem den Übergang von verhorntem zu gesundem Gewebe nicht mehr richtig. Um nach dem Fußbad die Hornhaut zu entfernen, ist genau das aber wichtig.

Bimsstein, Hornhautschwamm oder Hobel?

Bimssteine, Hornhautschwämme, häufig her­gestellt aus gepressten Muschelschalen oder Muschelkalk, Raspeln, Feilen, Hornhauthobel: Das Angebot an Hilfsmitteln, mit denen man der ungeliebten Hautschicht Herr werden will, wächst stetig. Welches Produkt eignet sich am besten?

Für Reher ist klar: "Ich schwöre immer noch auf den guten alten Bimsstein." Von Hornhauthobeln rät er ab; für Diabetiker sind sie sogar tabu. Zu groß ist die Gefahr, mit der gewölbten Klinge zu tief in die Haut zu dringen und sich zu verletzen. Hornhautschwämme eignen sich gut, um die oberen Hautschichten nach einem etwas längeren Fußbad zu entfernen. Für sehr empfindliche Haut gibt es Feilen, die mit einer Art Schmirgelpapier beschichtet sind. "Man kann sie unter Wasser abspülen, das ist besonders hygienisch", sagt Reher.

Die richtige Menge Hornhaut abzutragen erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Man muss so viel entfernen, dass sich die Haut beweglich anfühlt, die Behandlung aber nicht wehtut. Schmerzen die behandelten Stellen, hat man zu heftig geraspelt. Der Podologe erklärt: "Im schlimmsten Fall entsteht eine Wunde, zumindest aber stellt sich ein Wundgefühl ein." Dieses genügt bereits, dass sich die Haut schützen will – sie bildet schneller und mehr Hornhaut als vorher. "Wir erreichen das Gegenteil von dem, was wir wollen", sagt Reher. Ist die Hornhaut vergleichsweise dünn oder die Haut am Fuß sogar nur trocken, hilft ein Peeling.

Fußcreme nicht vergessen

Abschließend verwöhnen Sie Ihre Füße mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme. Neben Harnstoff ­liefern auch Lipide und Aloe vera der Haut Feuchtigkeit. Aloe vera heilt zusätzlich. Auch Pflanzenextrakte aus ­Lavendel, Rosmarin und Bergkiefer kommen in Feuchtigkeits­cremes zum Einsatz. Aber Vorsicht: "Diese Naturprodukte können Allergien auslösen", warnt Reher.

Neben zu dicker Hornhaut gibt es noch andere typische Fußprobleme. Was hilft beispielsweise gegen Hühneraugen, Schrunden oder eingewachsene Zehennägel? Dermatologe Peter Weisenseel rät in jedem Fall: "Klären Sie die betroffenen Stellen mit einem Hautarzt ab. Er untersucht die Ursachen der Beschwerden."

Hühneraugen, Schrunden, eingewachsene Nägel – was tun?

Hühneraugen: Nicht zu verwechseln mit virenbedingten Dornwarzen. Es handelt sich um punktuelle, überschießende Verhornungen in der Nähe von Gelenken und an Belastungspunkten. Die keilförmige Verhornung drückt auf den Knochen – das verursacht die Schmerzen. "Meistens handelt es sich um ein chronisches Problem, weil die Ursache eine Fuß- beziehungsweise Zehenfehlstellung ist", erklärt Weisenseel. Linderung verschaffen harnstoffhaltige Salben oder Pflaster mit Salicylsäure. Sie weichen die betroffenen Stellen auf. Der so behandelte Bereich kann vorsichtig abgetragen werden. Achtung: Liegen Problemstellen zu nah am Gelenk oder am Knochen, sollte sich ein Podologe darum kümmern. Auch weiches und weites Schuhwerk sowie polsternde Schaumstoffröllchen oder Keile können helfen.

Schrunden: im Fachjargon Rhagaden genannt. Schmerzhafte Risse der Oberhaut, die bis in die Lederhaut, eine der unteren Hautschichten, reichen können. Betroffen sind oft Fußsohlen und Fersen mit zu dicker Hornschicht. "Wichtig ist, andere Ursachen auszuschließen, etwa eine Pilzinfektion", sagt Weisenseel. Sein Tipp: Um die Beschwerden kurzfristig zu lindern, tragen Sie eine Salbe mit Harnstoff oder ein vom Arzt verschriebenes kortisonhaltiges Produkt auf, das Sie über Nacht mit einer Plastikfolie abdecken. So dringen die Wirkstoffe sehr gut in die Haut ein. Es eignen sich selbstklebende Folien wie Duschpflaster oder mit Tape befestigte Frischhaltefolie.

Eingewachsene Nägel: Betroffen sind meist die Großzehen. Zu viel Druck oder Veranlagung verursacht, ob der Nagel flach oder gebogen wächst. Weisenseel: "Halten Sie die Nägel kurz und gerade." Bei leichten Entzündun­­gen helfen Fußbäder mit Kamillenextrakt. Oder pinseln Sie die betroffene Stelle mit einer desinfizierenden Lösung ein, zum Beispiel mit Povidonjod (PVP-Iod). Lassen Sie den Zeh im Zweifelsfall vom Arzt begutachten. Achtung: Pocht der Zeh beispielsweise, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen! Es könnte sich um eine ernsthafte bakterielle Infektion handeln.



Bildnachweis: F1online/ONOKY

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