Bis vor kurzen rangierten Gummistiefel auf der Style-Skala ungefähr auf Höhe des Kordhuts. Also – außer bei Bauer Krause – recht weit unten. Doch Modetrends ändern sich schnell. Seit neuestem haben Schuhdesigner die Plastiklatschen für sich entdeckt und viele bunte, elegante und trendige Modelle entworfen.
Praktisch sind Gummistiefel ohne Frage. Aber ist das Tragen eigentlich gesund? Oder muten wir unseren Füßen statt nassen Socken viel üblere Belastungen zu? "So lange Sie diese Schuhe nur anziehen, wenn es wirklich nötig ist, müssen Sie sich keine Sorgen machen", beruhigt Mechthild Geismann, Podologin aus Lüdinghausen im Münsterland und Vizepräsidentin des Zentralverbandes der Podologen und Fußpfleger.
Gummistiefel haben den Nachteil, dass sie so gut wie keinen Luftaustausch zulassen. Dadurch bekommen viele Menschen beim Tragen Schweißfüße. Das ist unangenehm und auf die Dauer auch nicht gut für die Haut. Gibt es irgendwelche Tricks dagegen? "Sie sollten auf keinen Fall Perlonstrümpfe oder andere Kunstfasersocken tragen", so Geismann. Besser bestrumpft sind Sie in Baumwolle.
Außerdem kann man mit Fußdeodorants, Aluminiumsalz- oder Eichenrindenbädern vorbeugen. Besonders wichtig ist es, dass die Schuhe vor dem nächsten Tragen wieder komplett trocken sind. Aber was machen Menschen, die die Stiefel jeden Tag brauchen? So wie Bauern, Gärtner oder Fischer? "Sie sollten sich in jedem Fall ein zweites Paar kaufen und die Stiefel abwechselnd tragen", rät die Podologin. Dauer-Gummistiefelträger sollten zudem ihr Schuhwerk so oft es geht gegen ein atmungsaktives tauschen.
Gummistiefel haben in der Regel kein Fußbett. Ein Problem? "Die Frage 'Fußbett oder nicht?' spaltet die Orthopäden seit Jahren", so Geismann. Am besten ist es, den Fuß abwechselnd zu unterstützen und regelmäßig barfuß zu laufen.
Außerdem kann man sich beim orthopädischen Schuhmacher Einlegesohlen bestellen. Da der Gummistiefel aber nicht als Standardschuh getragen werden sollte, bleibt die Frage, ob sich die Investition lohnt. Wer in seinen Plastiktretern friert, dem helfen mitunter Lammfellsohlen. Die halten schön warm. Außerdem gibt es inzwischen mit Fell gefütterte Gummistiefel im Handel.
Falls die Wahl besteht, rät Geismann zu Naturkautschuk-Modellen anstatt Stiefel aus PVC. Das natürliche Material ist etwas besser luftdurchlässig, gesundheitsverträglicher (falls keine Latex-Allergie besteht) und umweltfreundlicher. Allerdings meistens auch teurer.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
17.12.2010, aktualisiert am 25.07.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Digital Vision
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