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Hammerzeh: Prävention und Behandlung

Ein Hammerzeh entsteht, wenn die Füße im Schuh zu wenig Platz haben. Überwiegend sind Frauen betroffen. Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich das Risiko verringern


Fehlstellungen am Fuß können Schmerzen verursachen

Hammerzeh. Der Name sagt es: Der Zeh hat seine gerade Form verloren. Das Mittelglied ist nach oben gewölbt und das Endglied hammerartig nach unten gebogen. Die Fehlstellung sieht unschön aus, und – dies ist das größere Problem – sie kann Schmerzen be­reiten. Wenn die verformten Zehen an den Schuhen reiben, bilden sich Schwielen und Hühneraugen.

„Meist entwickeln sich Fehlstellungen der kleinen Zehen aufgrund von Platzproblemen“, sagt Dr. Bernd Wegener von der Orthopädischen Klinik des Universitätsklinikums Großhadern in München. Eng im Schuh kann es zum Beispiel werden, wenn ein sogenannter Spreizfuß vorliegt. Bei dieser Fehlstellung weichen die Mittelfußknochen fächerförmig auseinander, und das Quergewölbe des Fußes senkt sich. Bei Frauen mit einer Schwäche für enge und hohe Schuhe entwickelt sich ein Spreizfuß besonders oft. Er ist eine häufige Ursache für den Hammerzeh.


Genügend Platz im Schuh

Bequeme und flache Schuhe, die den Zehen ausreichend Platz lassen, beugen einem Spreizfuß vor. Wer auf hohe Absätze nicht verzichten mag, sollte sie zumindest nicht dauernd tragen, sondern im Wechsel mit flachen Schuhen. Das entlastet den Vorfuß, senkt das Risiko für eine dauerhafte Fehlstellung und trainiert die Muskulatur. Fußgymnastik und Barfußgehen – idealerweise am Strand – kräftigen ebenfalls die Muskeln.

Auch wer einen sogenannten griechischen Fuß hat, muss eher mit einem Hammerzeh rechnen: Weil der zweite Zeh länger als der erste ist, stößt er oft im Schuh an. Ein Ballenzeh („Hallux valgus“) kann ebenfalls einen Hammerzeh begünstigen, wenn der verformte große Zeh auf den zweiten Zeh drückt. Seltener kommen Verletzun­gen, neurologische oder entzündliche Erkrankun­gen als Ursache infrage.



Das Endglied des Zehs ist hammerartig nach unten gekrümmt – daher auch der Name

Bleibt der Zeh zu lange in der gebeugten Stellung, verkürzen sich die Sehnen und Bänder, die das Strecken und Beugen bewirken. Er versteift. Meist trifft es den zweiten, dritten oder vierten Zeh. In ausgeprägten Fällen überlagern sich die Zehen sogar.

Eine frühzeitige Behandlung kann ­eine solche Verschlimmerung der Beschwerden verzögern, möglicherweise auch verhindern. „Therapie der ersten Wahl sind gute Einlagen, die das Fußgewölbe wieder aufbauen und den Fuß abstützen“, erläutert der Orthopäde und Fußchirurg Wegener.

Polster nehmen Druck vom Zeh

„Ein Hammerzeh muss nicht zwingend Probleme machen“, ergänzt Mechtild Geismann vom Zentralverband der ­Podologen und Fußpfleger in Deutschland. In weichen und geräumigen Schuhen haben die Zehen ausreichend Platz. Dadurch lassen sich Reizungen sowie das Entstehen von Hühneraugen und Schwielen vermeiden.

Polster, zum Beispiel aus Silikon, ­können Druckstellen, Reibung und Schmerzen mindern. „Silikonbettun­gen sondern etwas Öl ab und halten so auch die Haut geschmeidig“, erklärt Mechtild Geismann. Podologen fertigen zudem sogenannte Orthosen an. Diese individuell angepassten Schienen sollen die Zehen entlasten oder ­eine flexible Fehlstellung korrigieren. Hühneraugen und Schwielen kann ­eine medizinische Fußpflegerin entfernen, bevor es zu schmerzhaften Entzündungen kommt. Fuß- und Zehengymnastik sollen den Prozess der Versteifung aufhalten.

Operation als letzter Ausweg

Wenn solche Maßnahmen keine ausreichende Schmerzlinderung bringen, ist unter Umständen eine Operation sinnvoll. Je nachdem, wie ausgeprägt die Beschwerden sind, empfehlen sich unterschiedliche Verfahren. Bei flexibler Fehlstellung hilft oft eine sogenannte Umstellungsoperation an den Knochen oder eine Operation an den Sehnen. Wenn sich die Beugestellung im Mittelgelenk nicht mehr aufheben lässt, muss oft ein Gelenk der Zehen entfernt werden. „Es bildet sich eine bindegewebige Narbe, die keine oder nur wenig Schmerzen bereitet“, erläutert Bernd Wegener, „und der Zeh steht wieder gerade.“

Auf hohe und enge Schuhe sollten Betroffene allerdings besser verzichten.



Maria Haas / Apotheken Umschau; 26.07.2011
Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr, Corbis GmbH/Tomas Rodriguez

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