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Fibromyalgiesyndrom (FMS)
Therapie – Basisbehandlung

Viele Fibromyalgie-Patienten lernen, mit ihren Beschwerden zurechtzukommen. Um herauszufinden, was Ihnen gut tut, sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt mehrere Therapieformen ausprobieren


Ausdauertraining wie (Nordic-)Walking hat sich bewährt

Bei der Fibromyalgie hat sich eine Behandlung in drei Stufen bewährt:

1. Basistherapie: sechs Monate

2. weiterführende Behandlung: weitere sechs Monate

3. Langzeitbetreuung: danach

 

Zur Basis-Therapie gehört es, die Patienten in kleinen Gruppen rundum über die Fibromyalgie zu informieren: Dabei berichten Ärzte und Therapeuten über das Krankheitsbild, den Verlauf, die Ursachen, die Möglichkeiten der Diagnostik, die verschiedenen Therapieformen und die Schmerzverarbeitung des Körpers. Eine solche Patientenschulung bieten niedergelassene Ärzte und Psychologen an, aber auch psychosomatische Kliniken, Reha-Kliniken und Selbsthilfeverbände. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach der Kostenübernahme.


Herz-Kreislauf-Training: Die Wirksamkeit des Ausdauertrainings ist bei Fibromyalgie sehr gut belegt, viele Patienten berichten über positive Effekte. Sportarten wie (Nordic-)Walking, Radfahren, Bewegungsbad im warmen Wasser und Radfahren eignen sich besonders gut, um das Herz-Kreislauf-System auf Trab zu bringen. Empfehlenswert ist es, langsam anzufangen und sich auf ein 30 bis 40 Minuten langes Training drei- bis viermal pro Woche zu steigern. Geeignete Ansprechpartner sind Sportmediziner und Reha-Therapeuten. Langsame Bewegungen wie beim Qigong und beim Tai Chi eignen sich, um wieder Lebensenergie zu sammeln und den Geist zu beruhigen.

Entspannungsübungen wie geleitete Imagination, hypnotherapeutische Entspannung, autogenes Training und progressive Muskelrelaxation nach Jacobson helfen, mit Stress besser umzugehen. Morgens können Sie sich folgende Fragen stellen: Wie kann ich den Tag gestalten, damit es mir gut geht? Und die Umkehrfrage: Was sollte ich heute unbedingt tun, damit es mir morgen so richtig schlecht geht? Um Ihre eigenen Stressfallen zu finden, können Sie zwei Wochen lang ein Tagebuch führen, in dem Sie in Stichworten eintragen, was Sie tun und wie Sie sich davor und danach fühlen.

„Nein“ sagen lernen: Wenn Sie sich etwas mehr darum kümmern, dass es Ihnen ganz persönlich gut geht, gelten Sie nicht sofort als Egoist. Tasten Sie sich vorsichtig an das „Nein“ heran und lehnen Sie erst mal nur die kleinen Wünsche anderer Menschen ab. Sie werden sehen, dass es Ihnen dann immer leichter fällt, konsequent zu bleiben. Der Effekt: Sie fühlen sich wohler, weil Sie Ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und anderen Ihre persönlichen Grenzen aufzeigen.

Verhaltenstherapie: Vielen Fibromyalgie-Patienten hilft eine Verhaltenstherapie, bei der sie lernen, mit ihrer Krankheit besser umzugehen. Studien zeigen auch, dass die Teilnahme an Schmerzbewältigungsgruppen kurz- und langfristig erfolgreich ist. Anhand von konkreten Beispielen sprechen die Betroffenen mit dem Therapeuten über verschiedene Alltagssituationen und überlegen, was sie in Zukunft anders machen könnten. Die Kosten für eine Verhaltenstherapie mit einer Dauer von maximal 80 Stunden übernimmt eventuell die Krankenkasse. Um herauszufinden, ob Sie mit dem Psychotherapeuten gut zurecht kommen, haben Sie in der Regel fünf so genannte probatorische Sitzungen zur Verfügung. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Kasse.

Welche Medikamente bei chronischen Muskel- und Gliederschmerzen in Frage kommen, erfahren Sie im entsprechenden Kapitel. Wissenschaftliche Studien konnten nachweisen, dass vor allem das Antidepressivum Amitriptylin wirksam ist. Sprechen Sie über die medikamentöse Therapie mit Ihrem behandelnden Arzt.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.09.2011
Bildnachweis: W&B/Jan Greune

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