Fibromyalgiesyndrom (FMS): Diagnose

Der Arzt wird den Patienten befragen und untersuchen. Laboruntersuchungen können sich anschließen
aktualisiert am 10.08.2016

Bei Verdacht auf eine Fibromyalgie überprüft der Arzt 18 definierte Punkte, die Tender-Points. (Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe klicken!)

W&B/ Neisel

Erster Ansprechpartner ist oft der Hausarzt. Er kann zu einem Spezialisten überweisen, wenn es sinnvoll erscheint – zum Beispiel, wenn andere mögliche Krankheitsursachen ausgeschlossen werden müssen wie rheumatische Krankheiten, orthopädische Probleme oder psychische Leiden.

Der Arzt wird sich zunächst ausführlich nach den Beschwerden erkundigen: An welchen Körperstellen treten sie auf? Eventuell kann sie der Betroffene der Übersichtlichkeit halber in eine vorgefertigte Skizze eintragen. Von Interesse ist auch, wie stark die gesundheitlichen Probleme den Alltag beeinträchtigen und welche körperlichen und psychischen Belastungen als mögliche Auslöser infrage kommen. Der Arzt wird außerdem nach früheren oder aktuellen Krankheiten sowie der Einnahme von Medikamenten fragen.

Körperliche Untersuchung

An das Gespräch schließt sich in der Regel eine körperliche Untersuchung an. Oft prüft der Arzt die Schmerzempfindlichkeit ganz gezielt an bestimmten Körperstellen. Dafür drückt er mit den Fingern auf 18 definierte Punkte (Tender-Points = Druckpunkte), die sich im Bereich der Muskeln und an den Ansätzen beziehungsweise an den Übergängen der Sehnen befinden.

Laboruntersuchungen

Fibromyalgie ist nicht durch Laboruntersuchungen nachweisbar. Die Laborwerte sind in der Regel unauffällig.

Eine Blutuntersuchung kann trotzdem sinnvoll sein – um anderen möglichen Auslösern der Beschwerden auf die Spur zu kommen.

  • Ein Verdacht auf Muskelerkrankungen erhärtet sich eventuell durch die Bestimmung eines bestimmten Muskel-Enzyms im Blut, der sogenannten Kreatininkinase.
  • Ein chronischer Kalzium-Überschuss kann auch zu Gelenkbeschwerden und Knochenschmerzen führen, daher sollte die Menge des Kalziums im Blutserum bestimmt werden.
  • Um eine Funktionsstörung der Schilddrüse ausschließen zu können, wird die Konzentration eines bestimmten Hormons im Blut gemessen: Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist die Menge des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) in der Regel erhöht, die Folge können Muskelschwäche, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme sein.

Manchmal sind weitere Untersuchungen nötig, wenn der Verdacht auf andere Krankheitsursachen besteht.

Sprechen die Beschwerden für eine Fibromyalgie und sind andere Ursachen sicher ausgeschlossen, ist es nicht sinnvoll, weitere Untersuchungen vorzunehmen.


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