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Fibromyalgiesyndrom (FMS)
Diagnose

Um sich ein genaues Bild von Ihren Muskel- und Gliederschmerzen zu machen, wird Sie der Arzt befragen und untersuchen. Laboruntersuchungen können sich anschließen


Bei Verdacht auf eine Fibromyalgie überprüft der Arzt 18 definierte Punkte, die Tender-Points. (Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe klicken!)

Krankengeschichte: Schildern Sie dem Arzt Ihre Beschwerden so genau wie möglich. An welchen Stellen Sie Schmerzen haben, können Sie in eine vorgefertigte Skizze eintragen. Erwähnen Sie auch, wie Sie sich fühlen: Wie stark sind Sie durch Ihre gesundheitlichen Probleme im Alltag beeinträchtigt? Haben Sie gerade im Job oder im Privatleben größere Probleme? Welche körperlichen und psychischen Belastungen könnten der Auslöser für Ihre Beschwerden sein?

Körperliche Untersuchung: An das Gespräch schließt sich in der Regel eine körperliche Untersuchung an, um die durch die Schmerzen hervorgerufenen Einschränkungen genauer erfassen zu können. Ihr Hausarzt kann Sie dafür auch an geeignete Fachärzte wie Orthopäden, Neurologen oder Internisten überweisen, mit dem Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele kennen sich vor allem Fachärzte für psychosomatische Medizin aus.


Tender Points: Ein Kriterium für die Diagnose einer Fibromyalgie ist eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit an bestimmten Körperstellen. Dafür drückt der Arzt mit den Fingern auf 18 definierte Punkte (Tender-Points = Druckpunkte), die sich im Bereich der Muskeln und an den Ansätzen bzw. an den Übergängen der Sehnen befinden. Wenn der Fingerdruck auf mindestens elf der 18 Punkte weh tut, weist das auf eine allgemein erhöhte Druckschmerzempfindlichkeit am ganzen Körper hin. Da kein technisches Gerät die Stärke der Schmerzen aufzeichnen kann, braucht der Arzt viel Erfahrung, um die Angaben des Patienten einordnen zu können.

Laboruntersuchungen: Da es sich bei der Fibromyalgie weder um eine Entzündung noch um eine Stoffwechselkrankheit handelt, sind Laboruntersuchungen eigentlich nur sinnvoll, um andere Krankheiten damit ausschließen zu können:

  • Um eine Entzündung wie eine rheumatoide Arthritis oder eine Polymyalgia rheumatica (Entzündung der Arterien) als Ursache der Schmerzen auszuschließen, bietet sich ein Test zur Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit an. Auch die Menge des C-reaktiven Proteins im Blutserum ist ein geeigneter Parameter. Beim kleinen Blutbild liefert die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) Hinweise auf eine mögliche Entzündung.
  • Muskelerkrankungen lassen sich durch ein bestimmtes Muskel-Enzym im Blut nachweisen – eine erhöhte Menge der Kreatininkinase gilt als Maß für die Zerstörung der Muskeln.
  • Ein chronischer Kalzium-Überschuss kann auch zu Gelenkbeschwerden und Knochenschmerzen führen, daher sollte die Menge des Kalziums im Blutserum bestimmt werden.
  • Um eine Funktionsstörung der Schilddrüse ausschließen zu können, wird die Konzentration eines bestimmten Hormons im Blut gemessen: Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist die Menge des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) in der Regel erhöht, die Folge können Muskelschwäche, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme sein.



Wichtig: Wenn bei Ihnen die typischen Beschwerden für eine Fibromyalgie vorliegen und andere Krankheiten sicher ausgeschlossen sind, ist es nicht sinnvoll, weitere Untersuchungen zu veranlassen. Wenn Sie eine Zweitmeinung einholen wollen, legen Sie die bisherigen Ergebnisse vor. Von einem "Doktor-Hopping" (dem häufigen Wechsel von einem zum nächsten Arzt) ist abzuraten, weil Sie damit wertvolle Zeit verschwenden, die Sie besser für die möglichen Therapien bei Fibromyalgie nutzen sollten.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.09.2011
Bildnachweis: W&B/ Neisel

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